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Schweissarbeit

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Schweissarbeit Quelle: KI-Symbolbild Rasse
Definition

Schweissarbeit ist die gezielte Arbeit eines ausgebildeten Jagdhundes auf der Wundfährte eines verletzten Wildtieres.

Inhalt
  1. Wie funktioniert Schweissarbeit?
  2. Welche Hunde eignen sich für die Schweissarbeit?
  3. Kann man Schweissarbeit trainieren?
  4. Was bedeutet Schweissarbeit im Alltag?

Schweissarbeit bezeichnet die Arbeit eines ausgebildeten Jagdhundes auf der Wundfährte eines verletzten Wildtieres. Der Begriff stammt aus der Jägersprache: „Schweiss“ bezeichnet das Blut des Wildes. Die Schweissarbeit ist ein wichtiger Teil der Nachsuche und dient dazu, verletztes oder verendetes Wild zu finden.

Dabei folgt der Hund der Geruchsspur des verletzten Tieres. Diese kann durch Blut, aber auch durch andere Gerüche entstehen, die ein verletztes Tier hinterlässt. Eine Wundfährte muss deshalb nicht zwangsläufig deutlich sichtbare Blutspuren aufweisen.

Wie funktioniert Schweissarbeit?

Nach einem Schuss oder beispielsweise einem Wildunfall wird zunächst nach sogenannten Pirschzeichen gesucht. Dazu können Blut, Haare oder andere Hinweise auf eine Verletzung gehören. Anhand dieser Hinweise wird der Ausgangspunkt der Nachsuche bestimmt.

Der Hund nimmt die Geruchsspur des verletzten Tieres auf und folgt ihr möglichst genau. Dabei arbeitet er in der Regel an einer langen Leine, dem sogenannten Schweissriemen. Der Hundeführer folgt dem Hund und beurteilt gleichzeitig die Fährte und weitere Hinweise auf den Verlauf der Flucht.

Die Arbeit kann auch dann erfolgreich sein, wenn nur wenig oder gar kein sichtbarer Schweiss vorhanden ist. Ein verletztes Tier hinterlässt neben Blut weitere individuelle Geruchsspuren, die der Hund wahrnehmen kann.

Je nach Verlauf kann der Hund dabei unter anderem ein Wundbett finden. Dort hat sich das verletzte Tier vorübergehend niedergelegt. Am Ende der Nachsuche soll das verletzte oder verendete Wild gefunden werden. Bei noch lebendem Wild kann sich je nach Situation eine weitere Verfolgung anschliessen.

Schweissarbeit erfordert deshalb eine hohe Konzentration und Fährtentreue. Der Hund soll sich möglichst wenig von anderen Gerüchen oder Spuren ablenken lassen.

Welche Hunde eignen sich für die Schweissarbeit?

Besonders spezialisiert auf diese Aufgabe sind die klassischen Schweisshunde. Dazu gehören der Hannoversche Schweisshund, der Bayerische Gebirgsschweisshund und die Alpenländische Dachsbracke. Diese Hunde wurden gezielt für die Arbeit auf der Wundfährte und die Nachsuche gezüchtet.

Auch andere Jagdhunde können für die Schweissarbeit ausgebildet werden. Welche Rasse beziehungsweise welcher Hund geeignet ist, hängt unter anderem von der Wildart, dem Einsatzgebiet und der jeweiligen Ausbildung ab.

Für anspruchsvolle Nachsuchen werden besonders erfahrene und entsprechend geprüfte Hunde eingesetzt.

Der Deutsche Jagdverband führt Schweisshunde als Spezialisten für die Nachsuche auf Schalenwild auf.

Kann man Schweissarbeit trainieren?

Ja. Schweissarbeit ist eine anspruchsvolle jagdliche Arbeit, die gezielt aufgebaut und trainiert wird. Eine gute Nase allein reicht dafür nicht aus. Der Hund muss lernen, eine bestimmte Fährte konzentriert zu verfolgen und sich dabei möglichst wenig von anderen Gerüchen ablenken zu lassen.

In der Ausbildung wird zunächst mit geeigneten Fährten unter kontrollierten Bedingungen gearbeitet. Mit zunehmender Erfahrung werden die Anforderungen gesteigert. Dabei lernen Hund und Hundeführer, eine Wundfährte gemeinsam und zuverlässig auszuarbeiten.

Auch der Hundeführer benötigt eine fundierte Ausbildung. Er muss die Arbeit seines Hundes lesen können und gleichzeitig die vorhandenen Pirschzeichen und den möglichen Verlauf der Fährte beurteilen.

Schweissarbeit ist deshalb nicht mit einem gewöhnlichen Such- oder Fährtenspiel gleichzusetzen. Ein Hund kann zwar durch Nasenarbeit und Fährtentraining wichtige Grundlagen entwickeln, wird dadurch aber nicht automatisch zu einem zuverlässigen Nachsuchenhund.

Was bedeutet Schweissarbeit im Alltag?

Für die meisten Hundehalter spielt Schweissarbeit im Alltag keine direkte Rolle. Relevant kann sie beispielsweise nach einem Wildunfall werden, wenn ein verletztes Tier nach dem Zusammenstoss davonläuft.

Auch bei der Jagd kann ein verletztes Tier nach einem Schuss flüchten und zunächst nicht gefunden werden. In solchen Situationen kann ein ausgebildetes Nachsuchengespann die Wundfährte aufnehmen und das Tier suchen.

Wer selbst mit seinem Hund auf eine mögliche Fährte eines verletzten Wildtieres trifft, sollte nicht versuchen, diese eigenständig zu verfolgen. Durch menschliche oder Hundespuren kann die vorhandene Fährte verändert und eine spätere Nachsuche erschwert werden. Stattdessen sollte ein zuständiger Jäger oder ein geeignetes Nachsuchengespann informiert werden.

Schweissarbeit ist damit keine gewöhnliche Form der Beschäftigung, sondern eine spezialisierte jagdliche Aufgabe. Sie trägt dazu bei, verletztes Wild möglichst schnell zu finden und unnötiges Leiden zu verhindern.