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Mykotherapie

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Mykotherapie
Definition

Mykotherapie bezeichnet die Anwendung von Pilzen oder Pilzextrakten zu gesundheitlichen Zwecken und wird beim Hund als Methode der komplementären Tiermedizin angeboten.

Inhalt
  1. Welche Pilze werden in der Mykotherapie eingesetzt?
  2. Welche Wirkungen werden Mykotherapie zugeschrieben?
  3. Was sagt die Wissenschaft zur Mykotherapie beim Hund?
  4. Risiken und Grenzen

Unter Mykotherapie versteht man die Verwendung bestimmter Pilze oder daraus gewonnener Extrakte zur Unterstützung der Gesundheit. Häufig werden diese Pilze als „Heilpilze“, „Vitalpilze“ oder „Medizinalpilze“ bezeichnet. In der Tiermedizin wird Mykotherapie vor allem von Anbietern aus dem Bereich der komplementären Behandlung (Alternativmedizin) beworben. Dabei werden Pilzpräparate beispielsweise als Ergänzung bei verschiedenen gesundheitlichen Problemen oder zur allgemeinen Unterstützung des Wohlbefindens angeboten.

Eine Zulassung als Arzneimittel zur Behandlung bestimmter Erkrankungen beim Hund besteht für diese Präparate in der Regel nicht.

Welche Pilze werden in der Mykotherapie eingesetzt?

Zu den häufig verwendeten Pilzen gehören unter anderem:

  • Reishi (Ganoderma lucidum)
  • Hericium (Hericium erinaceus)
  • Cordyceps (Cordyceps militaris)
  • Maitake (Grifola frondosa)
  • Shiitake (Lentinula edodes)

Die Pilze enthalten verschiedene bioaktive Inhaltsstoffe, darunter unter anderem Beta-Glucane und andere Polysaccharide. Einige dieser Stoffe werden in der Forschung hinsichtlich möglicher biologischer Wirkungen untersucht.

Welche Wirkungen werden Mykotherapie zugeschrieben?

Befürworter der Mykotherapie schreiben verschiedenen Pilzen unter anderem folgende Eigenschaften zu:

  • Unterstützung des Immunsystems
  • Einfluss auf Entzündungsprozesse
  • Unterstützung der Verdauung
  • Förderung der allgemeinen Vitalität
  • Begleitung bei chronischen Erkrankungen

Diese Aussagen beziehen sich auf Untersuchungen einzelner Inhaltsstoffe oder Erfahrungen aus der Anwendung. Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch ableiten, dass ein Pilzpräparat bei einer bestimmten Erkrankung beim Hund eine nachgewiesene therapeutische Wirkung besitzt.

Was sagt die Wissenschaft zur Mykotherapie beim Hund?

Die wissenschaftliche Datenlage zur Anwendung von Heilpilzen beim Hund ist begrenzt. Zwar gibt es Untersuchungen zu einzelnen Inhaltsstoffen von Pilzen, beispielsweise Beta-Glucanen, jedoch fehlen für beworbene Einsatzbereiche belastbare klinische Studien bei Hunden.

Mykotherapie gehört deshalb nicht zu den etablierten schulmedizinischen Behandlungsmethoden der Tiermedizin.

Bei Erkrankungen sollte eine tierärztliche Diagnose immer die Grundlage der Behandlung sein. Der Einsatz von Pilzpräparaten ersetzt keine wissenschaftlich geprüfte Therapie.

Risiken und Grenzen

Auch natürliche Produkte können Nebenwirkungen verursachen oder mit anderen Medikamenten wechselwirken.

Mögliche Probleme können sein:

  • Unverträglichkeiten oder Verdauungsbeschwerden
  • Unbekannte Wechselwirkungen mit Medikamenten
  • Unterschiedliche Qualität und Zusammensetzung der Präparate
  • Verzögerung einer notwendigen tierärztlichen Behandlung

Besonders bei chronisch kranken Hunden, trächtigen Tieren oder Hunden, die Medikamente erhalten, sollte eine Anwendung nur nach Rücksprache mit einem Tierarzt erfolgen.