Faktenübersicht: Mastitis (entzündete Milchdrüsen) bei Hunden
Mastitis ist eine bakterielle Entzündung der Milchdrüsen bei säugenden oder scheinträchtigen Hündinnen. Etwa 5-10% aller säugenden Hündinnen sind betroffen.
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Du bemerkst, dass deine säugende Hündin plötzlich eine Zitze nicht mehr anfassen lässt? Die Haut dort wirkt gerötet und fühlt sich warm an? Das können erste Anzeichen einer Mastitis sein – einer bakteriellen Entzündung der Milchdrüsen, die etwa 5-10% aller säugenden Hündinnen betrifft.
Die Entzündung entsteht meist durch winzige Verletzungen, die Welpenkrallen an den Zitzen verursachen. Ab der zweiten Lebenswoche werden diese Krallen spitzer und das Verletzungsrisiko steigt. Bei einer unbehandelten Mastitis können Bakterien über die Muttermilch zu den Welpen gelangen – im schlimmsten Fall droht eine Blutvergiftung.
Wie entsteht eine Mastitis bei Hunden?
Bakterien wie E. coli, Staphylokokken oder Streptokokken dringen über kleine Hautverletzungen in die Milchdrüsen ein. Diese Mikroverletungen entstehen durch:
Das Saugen und Kratzen der Welpen an den Zitzen. Besonders problematisch wird es, wenn ein Welpe eine bestimmte Zitze bevorzugt – diese wird überbeansprucht und entzündet sich leichter. Ein weiterer Risikofaktor: Hat die Hündin nur wenige Welpen, kann ein Milchstau entstehen. Die nicht abgesaugte Milch stagniert und bietet Bakterien einen idealen Nährboden.
Auch bei scheinträchtigen Hündinnen tritt Mastitis auf, wenn hormonell bedingt Milch produziert wird, aber keine Welpen zum Absaugen da sind.
Welche Symptome zeigt eine Mastitis?
Eine Mastitis beginnt meist schleichend. Die betroffene Zitze schwillt an, rötet sich und fühlt sich wärmer an als die anderen. Die Hündin reagiert schmerzempfindlich auf Berührung und weicht möglicherweise zurück, wenn die Welpen an der entzündeten Stelle saugen wollen.
Bei fortgeschrittener Entzündung tritt blutiges oder eitriges Sekret aus der Milchdrüse aus. Die Hündin wird allgemein matter, frisst weniger und kann Fieber entwickeln. In schweren Fällen verweigert sie das Säugen komplett – für die Welpen ein lebensbedrohlicher Zustand.
Ein Alarmzeichen: Wenn sich harte Knoten unter der Haut bilden, können sich Abszesse entwickelt haben. Diese erfordern oft einen chirurgischen Eingriff.
Wie diagnostiziert der Tierarzt eine Mastitis?
Der Tierarzt tastet alle Milchdrüsen systematisch ab und beurteilt deren Konsistenz, Temperatur und Schmerzreaktion. Eine Milchprobe wird bakteriologisch untersucht – das sogenannte Antibiogramm zeigt, welche Bakterien die Entzündung verursachen und welches Antibiotikum am besten wirkt.
Diese Untersuchung dauert meist 2-3 Tage. Bei akuten Fällen beginnt die Behandlung bereits vor dem Laborergebnis mit einem Breitbandantibiotikum, das später angepasst werden kann.
Wie wird Mastitis beim Hund behandelt?
Die Behandlung erfolgt hauptsächlich mit Antibiotika, die oral verabreicht oder in schweren Fällen injiziert werden. Die Therapie dauert meist 7-14 Tage und muss auch nach Abklingen der Symptome fortgesetzt werden.
Bei Milchstau kann der Tierarzt einen Prolaktin-Hemmer einsetzen, der die weitere Milchproduktion reduziert. Schmerzmittel helfen der Hündin dabei, die Welpen weiter zu säugen – sofern die Milch nicht bakteriell belastet ist.
Kühlauflagen (10-15 Minuten mehrmals täglich) lindern Schwellung und Schmerz. Verwende dafür feuchte, kühle Tücher – nie Eis direkt auf die Haut.
Wann müssen die Welpen von der Mutter getrennt werden?
Wenn Bakterien in der Muttermilch nachgewiesen werden, müssen die Welpen sofort von der Mutter getrennt werden. Die kontaminierte Milch kann bei den Welpen zu Durchfall, Erbrechen oder sogar einer Blutvergiftung führen.
Die Welpen brauchen dann Ersatzmilch und müssen alle 2-3 Stunden gefüttert werden. Nach erfolgreicher Antibiotikabehandlung und negativem Bakterientest können sie wieder zur Mutter zurück – meist nach 3-5 Tagen.
Bei milderen Fällen ohne Bakterien in der Milch können die Welpen weitersaugen. Sie helfen sogar beim Heilungsprozess, indem sie die Milchdrüse leeren und die Durchblutung fördern.
Wie beugst du einer Mastitis vor?
Ab der zweiten Lebenswoche solltest du die Krallen der Welpen regelmäßig kürzen. Verwende dafür spezielle Welpenkrallenscheren und schneide nur die spitzen Enden ab.
Kontrolliere täglich alle Zitzen der Mutter auf Verletzungen, Rötungen oder Schwellungen. Achte darauf, ob alle Welpen gleichmäßig an verschiedenen Zitzen trinken oder ob einzelne Zitzen bevorzugt werden.
Halte die Wurfkiste sauber und wechsle die Unterlagen regelmäßig. Bakterien vermehren sich in feuchter, warmer Umgebung besonders schnell.
Wann sollte ich zum Tierarzt?
Sofort zum Tierarzt, wenn eine Zitze gerötet und geschwollen ist oder die Hündin Schmerzen zeigt. Auch bei blutigem oder eitrigem Ausfluss aus einer Milchdrüse ist schnelle Hilfe nötig.
Kann Mastitis für die Welpen tödlich sein?
Ja, wenn Bakterien über die Muttermilch zu den Welpen gelangen, kann das eine lebensbedrohliche Sepsis auslösen. Welpen haben noch kein vollständig entwickeltes Immunsystem und sind besonders gefährdet.
Wie lange dauert die Heilung einer Mastitis?
Bei rechtzeitiger Behandlung klingen die Symptome meist nach 3-5 Tagen ab. Die Antibiotikabehandlung muss jedoch 7-14 Tage fortgesetzt werden, um Rückfälle zu vermeiden.