Canine Epileptoid Cramping Syndrom (CECS)
Quelle: KI-Symbolbild Beitrag Das Canine Epileptoid Cramping Syndrom (CECS) ist eine seltene neurologische Bewegungsstörung des Hundes. Sie gehört zu den paroxysmalen Dyskinesien und verursacht wiederkehrende Muskelkrämpfe und unkontrollierte Bewegungen, ohne dass es sich um epileptische Anfälle handelt.
Inhalt
Das Canine Epileptoid Cramping Syndrom, kurz CECS, ist eine seltene neurologische Erkrankung, die durch plötzlich auftretende Episoden unwillkürlicher Muskelkrämpfe und Bewegungsstörungen gekennzeichnet ist. Während eines Anfalls können betroffene Hunde ihre Bewegungen nur eingeschränkt kontrollieren, bleiben jedoch in der Regel bei vollem Bewusstsein.
Was ist das Canine Epileptoid Cramping Syndrom?
Das Canine Epileptoid Cramping Syndrom, kurz CECS, gehört zur Gruppe der paroxysmalen Dyskinesien. Darunter versteht man Bewegungsstörungen, die anfallsartig auftreten und zwischen den Episoden keine oder kaum neurologische Auffälligkeiten verursachen.
Die Erkrankung wurde erst Anfang der 2000er-Jahre genauer beschrieben. Zunächst fiel sie insbesondere beim Border Terrier auf, weshalb sie lange Zeit auch als Spike’s Disease oder Border Terrier Syndrome bezeichnet wurde. Inzwischen sind ähnliche Krankheitsbilder auch bei anderen Hunderassen bekannt.
Ursachen
Die genaue Ursache des Canine Epileptoid Cramping Syndroms ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass genetische Faktoren eine wichtige Rolle spielen.
Besonders häufig wurde die Erkrankung beim Border Terrier beschrieben. Vermutet wird eine Fehlregulation bestimmter Bereiche des Nervensystems, die für die Bewegungssteuerung verantwortlich sind.
Einige Hundehalter berichten zudem über einen Zusammenhang zwischen den Anfällen und bestimmten Auslösern wie körperlichem oder emotionalen Stress, starker Aufregung, intensiver körperliche Belastung, Futterumstellungen oder einzelnen Futtermitteln sowie Magen-Darm-Beschwerden.
Ob diese Faktoren die eigentliche Ursache darstellen oder lediglich bestehende Anfälle auslösen, ist bislang nicht eindeutig geklärt.
Symptome
Die Symptome treten meist plötzlich auf und können wenige Minuten bis über eine halbe Stunde andauern. Zwischen den Episoden wirken viele Hunde völlig gesund.
Mögliche Symptome sind:
- Muskelkrämpfe
- Verkrampfungen einzelner oder mehrerer Gliedmassen
- Steifer oder verkrampfter Gang
- Gekrümmter Rücken
- Schwierigkeiten beim Stehen oder Gehen oder beim Hinlegen und Aufstehen
- Unkontrollierte Bewegungen der Gliedmassen (Zuckungen)
- Zittern
- Wechselnde Körperhaltung
Während einer Episode bleiben betroffene Hunde häufig ansprechbar. Sie reagieren auf ihre Umgebung und verlieren normalerweise nicht das Bewusstsein.
Worin unterscheidet sich CECS von Epilepsie?
Da sich beide Erkrankungen durch plötzlich auftretende Anfälle äussern, wird CECS häufig zunächst mit Epilepsie verwechselt. Tatsächlich unterscheiden sich beide Krankheitsbilder jedoch in mehreren wichtigen Punkten.
Bei einem epileptischen Anfall kommt es zu einer vorübergehenden Fehlaktivität im Gehirn. Viele Hunde verlieren dabei das Bewusstsein, fallen um und zeigen typische Krampfanfälle. Nach dem Anfall folgt häufig eine sogenannte postiktale Phase, in der die Tiere orientierungslos, müde oder vorübergehend beeinträchtigt sind.
Beim Canine Epileptoid Cramping Syndrom bleibt das Bewusstsein dagegen meist erhalten. Die Hunde nehmen ihre Umgebung wahr und reagieren häufig auf ihre Besitzer. Die Muskelkrämpfe entstehen nicht durch einen epileptischen Anfall, sondern durch eine Störung der Bewegungssteuerung. Nach dem Ende der Episode erholen sich die meisten Hunde rasch.
Da sich die Symptome überschneiden können, ist eine tierärztliche Untersuchung wichtig, um andere neurologische Erkrankungen auszuschliessen.
Diagnose
Eine einzelne Untersuchung reicht meist nicht aus, um CECS eindeutig nachzuweisen. Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch den Ausschluss anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen.
Der Tierarzt berücksichtigt dabei unter anderem:
- Krankengeschichte und Beschreibung der Anfälle
- Videos der Episoden, die vom Hundehalter aufgenommen wurden
- Allgemeine und neurologische Untersuchung
- Blutuntersuchungen
- ggf. bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT)
- weitere Untersuchungen zum Ausschluss einer Epilepsie oder anderer neurologischer Erkrankungen
Videoaufnahmen der Anfälle sind besonders hilfreich, da die Hunde zwischen den Episoden oft unauffällig sind.
Behandlung
Eine allgemein wirksame Standardtherapie für CECS gibt es derzeit nicht. Je nach Einzelfall können verschiedene Massnahmen sinnvoll sein. Dazu gehören die Vermeidung möglicher Auslöser, die Behandlung begleitender Erkrankungen sowie eine Anpassung der Ernährung, sofern der Tierarzt einen Zusammenhang vermutet.
Einige betroffene Hunde sprechen auf eine glutenfreie Ernährung an. Dieser Zusammenhang wurde insbesondere beim Border Terrier beschrieben, lässt sich jedoch nicht auf alle Hunde übertragen und ist Gegenstand weiterer Forschung.
Ob Medikamente eingesetzt werden, hängt von der individuellen Situation und der endgültigen Diagnose ab. Klassische Antiepileptika zeigen bei CECS i.d.R. nicht die gleiche Wirkung wie bei einer echten Epilepsie.
Prognose
Die Prognose ist bei vielen Hunden günstig. Zwischen den Episoden führen betroffene Tiere ein weitgehend normales Leben. Wie häufig und wie stark die Anfälle auftreten, ist jedoch individuell sehr unterschiedlich. Bei manchen Hunden bleiben die Episoden selten, während sie bei anderen regelmässig auftreten.
Da CECS eine chronische Erkrankung ist, stehen die frühzeitige Diagnose, die Beobachtung möglicher Auslöser und eine engmaschige tierärztliche Betreuung im Mittelpunkt der Behandlung.
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