Training & Erziehung

Welpentraining: besonders herausfordernd oder besonders einfach?

Welpentraining funktioniert nur mit 5-Minuten-Einheiten und strikten Routinen. Die erste 16 Wochen entscheiden über das spätere Verhalten.

3 Min Lesezeit
Welpentraining: besonders herausfordernd oder besonders einfach?
Inhalt
  1. Warum ist Welpentraining anders als Training mit erwachsenen Hunden?
  2. Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein wird?
  3. Welche Grundkommandos sollte ein Welpe zuerst lernen?
  4. Wie sozialisiere ich meinen Welpen richtig?
  5. Was mache ich, wenn mein Welpe nicht auf mich hört?
  6. Wie schaffe ich eine Routine für meinen Welpen?

Warum ist Welpentraining anders als Training mit erwachsenen Hunden?

Dein Welpe kann sich maximal 5 Minuten am Stück konzentrieren. Ein erwachsener Hund schafft 15-20 Minuten.

Das bedeutet: Du brauchst mehr Trainingseinheiten pro Tag, aber jede muss kürzer sein. Aus der Praxis zeigt sich, dass 3-4 Einheiten à 5 Minuten besser funktionieren als eine 20-Minuten-Session.

Welpen vergessen schneller. Was gestern saß, ist heute wieder weg. Deshalb wiederholst du jede Übung täglich, auch wenn es dir langweilig wird.

Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein wird?

Die meisten Welpen sind nach 4-6 Monaten zuverlässig stubenrein. Das klappt nur mit einem strikten Zeitplan.

Du gehst mit dem Welpen raus: nach dem Aufwachen, nach dem Fressen, nach dem Spielen und alle 2-3 Stunden dazwischen. Ja, auch nachts. Das ist anstrengend, aber nötig.

Achte auf die Vorzeichen: Der Welpe schnüffelt intensiv am Boden, läuft unruhig hin und her oder winselt. Dann hast du etwa 30 Sekunden Zeit, um draussen zu sein.

Bei einem Missgeschick im Haus sagst du „Nein“ und bringst ihn sofort raus. Schimpfen oder die Nase reinstossen macht alles schlimmer.

Welche Grundkommandos sollte ein Welpe zuerst lernen?

Start mit „Sitz“, das ist am einfachsten. Halte ein Leckerli über den Kopf des Welpen, führe es langsam nach hinten. Der Po geht automatisch runter. „Sitz“ sagen, Leckerli geben.

Dann „Hier“, das kann später entscheidend sein. Übe das nur an der langen Leine oder im eingezäunten Bereich. Welpe kommt zu dir = grosse Belohnung. Nie schimpfen, wenn er erst beim dritten Ruf kommt.

„Bleib“ kommt als letztes. Welpe sitzt, du machst einen Schritt zurück, sofort zurück und belohnen. Dann zwei Schritte, drei Schritte. Überforderung führt zu Frust bei dir und beim Hund.

Pro Trainingseinheit übst du nur EIN Kommando. Chaos verwirrt Welpen mehr als uns.

Wie sozialisiere ich meinen Welpen richtig?

Die ersten 16 Lebenswochen entscheiden über das spätere Verhalten. Danach wird Sozialisierung schwieriger.

Aber: Nicht jeder Kontakt ist gut. Ein unfreundlicher Hund oder ein übergriffiges Kind kann Ängste prägen, die Jahre bleiben.

Beginne kontrolliert: Treffe dich mit Haltern von ruhigen, gut sozialisierten Hunden. Beobachte deinen Welpen. Wirkt er gestresst? Raus aus der Situation.

Positive Erfahrungen sammelst du auch ohne andere Hunde: verschiedene Bodenbeläge, Geräusche, Menschen in unterschiedlicher Kleidung. Jeden Tag eine neue „Kleinigkeit“.

Was mache ich, wenn mein Welpe nicht auf mich hört?

Welpen hören nicht „nicht“ auf dich, sie verstehen dich noch nicht oder sind überfordert.

Häufigster Fehler: Du übst in zu ablenkungsreicher Umgebung. Ein Welpe, der „Sitz“ nur im Wohnzimmer kann, versteht das Kommando im Park nicht. Die Welt ist zu spannend.

Trainiere stufenweise: Wohnzimmer → Garten → ruhige Strasse → Park. Erst wenn eine Stufe sicher sitzt, gehst du weiter.

Zweithäufigster Fehler: Du wiederholst Kommandos. „Sitz. Sitz! SITZ!“ lehrt dem Welpen, dass er erst beim dritten Mal reagieren muss.

Einmal sagen, kurz warten. Klappt es nicht, Welpen sanft in die Position bringen und belohnen, als hätte er es selbst gemacht.

Wie schaffe ich eine Routine für meinen Welpen?

Welpen brauchen bis zu 20 Stunden Schlaf täglich. Trainierst du einen müden Welpen, verschwendest du beide Zeit.

Fester Tagesplan hilft: 7 Uhr raus, fressen, spielen, schlafen. 11 Uhr raus, kurzes Training, schlafen. 15 Uhr raus, längerer Spaziergang, schlafen. 19 Uhr raus, Training, schlafen. 22 Uhr raus, schlafen.

Die Fütterungszeiten bleiben gleich, auch am Wochenende. Das erleichtert die Stubenreinheit und gibt dem Welpen Sicherheit.

Einen Platz für alles: Futter gibt es nur aus dem Napf am gleichen Ort. Schlafen nur im Körbchen. Spielen hat seine Zeiten. Chaos macht Welpen nervös.