Haltung & Alltag

Was Du am „Take Your Dog To Work Day“ tun und lassen solltest

Rechtslage in Deutschland zum Bürohund-Tag: Kein Anspruch auf Erlaubnis, aber Versicherungsschutz und Vorbereitung sind entscheidend.

3 Min Lesezeit
Was Du am „Take Your Dog To Work Day“ tun und lassen solltest
Inhalt
  1. Muss mein Arbeitgeber den Bürohund-Tag erlauben?
  2. Welche Versicherung greift, wenn der Bürohund Schäden verursacht?
  3. Was gehört in die Bürohund-Ausrüstung?
  4. Wann sollte der Hund besser zu Hause bleiben?
  5. Wie bereite ich Kollegen auf den Bürohund vor?

Dein Hund liegt unter dem Schreibtisch, während du E-Mails beantwortest. Klingt entspannt – rechtlich ist die Sache aber komplizierter als gedacht. In Deutschland existiert kein gesetzlicher „Take Your Dog to Work Day“, trotzdem organisieren Unternehmen wie SAP, Microsoft Deutschland oder Xing regelmässige Bürohund-Tage.

Muss mein Arbeitgeber den Bürohund-Tag erlauben?

Nein, einen rechtlichen Anspruch hast du nicht. Dein Arbeitgeber kann das Mitbringen von Hunden grundsätzlich verbieten – auch an speziellen Aktionstagen. Anders als in den USA besteht in Deutschland keine arbeitsrechtliche Grundlage für Bürohund-Programme.

Ausnahme: Wenn dein Arbeitsvertrag oder eine Betriebsvereinbarung Hunde am Arbeitsplatz ausdrücklich regelt, gelten diese Vereinbarungen. Bei Grossraumbüros oder Betrieben mit Publikumsverkehr ist die Ablehnung meist berechtigt.

Welche Versicherung greift, wenn der Bürohund Schäden verursacht?

Deine private Hundehaftpflichtversicherung muss explizit „berufliche Tätigkeiten“ einschliessen. Viele Standard-Policen decken Schäden am Arbeitsplatz nicht ab – kläre das im Voraus direkt mit deiner Versicherung.

Der Arbeitgeber haftet nur, wenn er die Anwesenheit des Hundes offiziell genehmigt hat. Bei stillschweigender Duldung bleibst meist du allein verantwortlich. Auch Schäden an Kollegen fallen darunter: Ein Hundebiss kann schnell fünfstellige Behandlungskosten verursachen.

Was gehört in die Bürohund-Ausrüstung?

Packe so, als würdest du einen Tagesausflug machen. Eine wasserfeste Unterlage für den Liegeplatz, ein zusammenklappbarer Napf, das Lieblingsspielzeug – aber bitte leise, kein Quietschspielzeug. Kotbeutel sind Pflicht, auch wenn ihr das Bürogebäude nicht verlasst.

Die Leine bleibt den ganzen Tag dran. Auch der entspannteste Hund kann auf ungewohnte Geräusche oder fremde Menschen gestresst reagieren. Eine 2-Meter-Führleine gibt ihm Bewegungsfreiheit, ohne andere zu beunruhigen.

Wann sollte der Hund besser zu Hause bleiben?

Wenn er noch nicht zuverlässig stubenrein ist oder bei Stress markiert. Ein Malheur im Konferenzraum beendet jede weitere Bürohund-Diskussion. Hunde mit Trennungsangst, die heulen, gehören ebenfalls nicht ins Büro – schon zehn Minuten Gebell können zu Beschwerden führen.

Kranke oder läufige Hündinnen bleiben daheim. Bei offenen Wunden oder ansteckenden Krankheiten riskierst du nicht nur die Gesundheit anderer Bürohunde, sondern auch arbeitsrechtliche Konsequenzen wegen Gefährdung der Arbeitsplatzsicherheit.

Wie bereite ich Kollegen auf den Bürohund vor?

Informiere das Team mindestens eine Woche vorher per E-Mail. Erwähne Rasse, Grösse und Charakter deines Hundes. Kollegen mit Hundeallergie oder Angst können sich so mental vorbereiten oder an dem Tag im Homeoffice arbeiten.

Bitte aktiv um Rückmeldung, statt zu fragen „Ist das okay?“. Menschen mit Bedenken melden sich eher, wenn du konkret fragst: „Falls jemand allergisch reagiert oder sich unwohl fühlt – bitte gebt mir Bescheid.“

Darf der Hund überall im Büro herumlaufen?

Nein, halte ihn in deinem direkten Arbeitsbereich. Andere Abteilungen haben dem Bürohund nicht zugestimmt. Küche und Toiletten sind aus hygienischen Gründen tabu.

Was tun, wenn der Hund andere Mitarbeiter anspringt?

Sofort eingreifen und den Hund zu dir rufen. Auch freundliches Anspringen kann Kleidung beschädigen oder ängstliche Kollegen verletzen. Im Zweifelsfall den Tag abbrechen.

Können mehrere Kollegen gleichzeitig ihre Hunde mitbringen?

Nur wenn sich alle Hunde bereits kennen und gut verstehen. Fremde Hunde in ungewohnter Umgebung können territorial reagieren. Sinnvoller ist es, Bürohund-Tage abwechselnd zu planen.

Muss der Hund während Meetings draußen bleiben?

Das entscheidet der Meetingleiter. Bei wichtigen Terminen oder Kundengesprächen ist ein ablenkender Hund meist fehl am Platz. Organisiere eine Betreuung oder arbeite an dem Tag von zu Hause.

Wie lang darf der erste Bürohund-Tag dauern?

Maximal vier Stunden für den Testlauf. Ungewohnte Umgebung, fremde Gerüche und viele Menschen strengen auch entspannte Hunde an. Kurz und erfolgreich ist besser als überfordert abbrechen.