Anspringen
Anspringen bezeichnet das Verhalten von Hunden, bei dem sie mit den Vorderpfoten gegen Menschen hochspringen – meist zur Begrüßung oder aus Aufregung.
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Anspringen bezeichnet das Verhalten von Hunden, bei dem sie mit den Vorderpfoten gegen Menschen hochspringen – meist zur Begrüssung oder aus Aufregung. Hunde wollen an unser Gesicht, um uns ähnlich wie andere Hunde zu begrüssen.
Das Problem entsteht durch die Konsequenzen: Ein 40-Kilo-Labrador hinterlässt Pfotenabdrücke auf dem weissen Hemd. Ein aufgeregter Welpe wird zum 60-Kilo-Junghund, der Kinder umwirft. Was niedlich beginnt, kann zum Alltagsproblem werden.
Warum springen Hunde überhaupt an Menschen hoch?
Hunde sind Nasentiere. Sie erschnuppern Informationen aus unserem Gesicht: wer wir sind, wo wir waren, was wir gegessen haben. Da unser Gesicht für die meisten Hunde unerreichbar hoch liegt, springen sie hoch.
Dazu kommt: Anspringen funktioniert fast immer. Selbst wenn du schimpfst oder den Hund wegstösst, reagierst du. Aus Hundesicht ist das ein Erfolg. Negative Aufmerksamkeit ist immer noch Aufmerksamkeit.
Bei Welpen verstärken wir das Problem oft unbewusst. Wer kann schon einem springenden Welpen widerstehen? Diese frühe Belohnung brennt sich als Erfolgsmuster ein.
Wie gewöhne ich das Anspringen ab?
Das Grundprinzip: Anspringen darf sich nie lohnen. Ruhiges Verhalten muss sich immer lohnen. In der Praxis bedeutet das konsequentes Ignorieren plus systematische Belohnung.
Wenn dein Hund springt, drehst du dich wortlos um. Keine Blicke, keine Worte, keine Berührung. Du wirst zur langweiligsten Person der Welt. Sobald alle vier Pfoten wieder am Boden sind, drehst du dich um und belohnst ihn.
Der Zeitpunkt der Belohnung entscheidet über den Erfolg. Nicht nach dem Hinsetzen belohnen, das kommt zu spät. Sondern genau in dem Moment, wo die Pfoten den Boden berühren. Dein Hund lernt: Bodenkontakt = Belohnung.
Was mache ich bei Gästen an der Haustür?
Gäste sind die grösste Herausforderung beim Anti-Sprung-Training. Sie kennen deine Regeln nicht und reagieren oft falsch: streicheln den springenden Hund oder weichen erschrocken zurück.
Deshalb übst du Begrüssungssituationen künstlich. Ein Familienmitglied klingelt, du öffnest mit dem Hund an der Leine. Springt er, schliesst du wortlos die Tür wieder. Klingeln, öffnen, Tür zu. So lange, bis er beim Öffnen ruhig bleibt.
Bei echten Gästen bittest du sie vorher: „Ignoriert den Hund völlig, wenn er springt. Erst streicheln, wenn er ruhig ist.“ Die meisten Menschen verstehen das und helfen gerne mit.
Wie lange dauert es, bis der Hund nicht mehr springt?
Das hängt vom Alter ab und davon, wie lange das Verhalten schon etabliert ist. Ein junger Hund lernt in wenigen Wochen um. Bei einem erwachsenen Hund, der jahrelang erfolgreich gesprungen ist, können Monate vergehen.
Entscheidend ist absolute Konsequenz. Wenn dein Hund in 99 von 100 Fällen ignoriert wird, aber einmal doch Aufmerksamkeit bekommt, lernt er: Es lohnt sich zu probieren. Glücksspiel ist hochgradig suchtfördernd, auch bei Hunden.
Was tun wenn gar nichts hilft?
Manche Hunde sind extrem hartnäckig oder haben andere Ursachen für das Anspringen. Übererregte Hunde brauchen erst Impulskontrolle, bevor Begrüssungstraining funktioniert. Ängstliche Hunde springen manchmal aus Stress, nicht aus Freude.
Ein guter Hundetrainer erkennt solche Fälle und entwickelt individuelle Lösungen. Such dir Hilfe, bevor das Anspringen zum Dauerproblem wird.
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