Neuer Trend bei der Hundefutter-Herstellung: Fleischsaftgarung
Fleischsaftgarung ist ein Herstellungsverfahren, bei dem Fleisch nur im eigenen Saft gegart wird. Das bringt leichte Vorteile bei Konsistenz und Geschmack, ist aber kein Wundermittel für die Hundeernährung.
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Du findest auf immer mehr Hundefutter-Verpackungen den Begriff „Fleischsaftgarung“. Dahinter steckt ein Herstellungsverfahren, bei dem Fleisch ausschliesslich im eigenen Saft gegart wird – ohne Zusatz von Wasser oder anderen Flüssigkeiten. Doch bringt das wirklich Vorteile für deinen Hund?
Was ist Fleischsaftgarung bei Hundefutter?
Bei der Fleischsaftgarung wird frisches Fleisch bei konstanter, niedriger Temperatur erhitzt, bis es vollständig durchgegart ist. Die Besonderheit: Das Fleisch gart nur in der Flüssigkeit, die es selbst beim Erhitzen abgibt.
Das Verfahren ähnelt dem Schmoren in der Küche. Anders als bei herkömmlicher Futter-Produktion wird kein zusätzliches Wasser zugegeben und das Fleisch nicht mit anderen Zutaten vermischt, bevor es gegart wird.
Fleischsaftgarung gibt es sowohl für Nass- als auch Trockenfutter. Bei Trockenfutter wird das fleischsaftgegarte Fleisch nach dem Garen getrocknet und mit anderen Zutaten vermischt.
Welche Vorteile hat fleischsaftgegartes Hundefutter?
Der Hauptvorteil liegt in der Nährstofferhaltung. Beim Garen im eigenen Saft gehen weniger wasserlösliche Vitamine verloren, da keine Garflüssigkeit abgeschüttet wird.
Außerdem entsteht durch das schonende Garen eine weichere Konsistenz – das kann bei älteren Hunden oder solchen mit Zahnproblemen von Vorteil sein. Das Fleisch behält mehr von seiner ursprünglichen Struktur bei, was die Akzeptanz bei wählerischen Hunden verbessern kann.
Meiner Einschätzung nach ist der Unterschied in der Verdaulichkeit jedoch gering. Ein gesunder Hund verdaut auch herkömmlich hergestelltes Qualitätsfutter problemlos.
Gibt es TÜV-geprüftes Hundefutter aus Fleischsaftgarung?
Ja, einige Hersteller lassen ihr fleischsaftgegartes Hundefutter vom TÜV prüfen. Das Siegel bezieht sich jedoch nicht speziell auf die Fleischsaftgarung, sondern auf allgemeine Qualitätskriterien.
Geprüft werden der tatsächliche Fleischanteil, die Richtigkeit der Deklaration und die Schadstoffbelastung. Diese Prüfungen sind sinnvoll, da sie Transparenz schaffen – haben aber nichts mit dem Garverfahren selbst zu tun.
Das TÜV-Siegel ist also ein Qualitätsmerkmal, aber kein Beweis dafür, dass Fleischsaftgarung gesundheitliche Vorteile bringt.
Lohnt sich der Umstieg auf fleischsaftgegartes Hundefutter?
Wenn dein Hund sein aktuelles Futter gut verträgt und gerne frisst, ist ein Wechsel nicht nötig. Fleischsaftgarung ist ein Marketing-Begriff für ein durchaus sinnvolles, aber nicht revolutionäres Herstellungsverfahren.
Sinnvoll kann der Wechsel sein, wenn dein Hund sehr wählerisch ist oder Probleme beim Kauen hat. Die weichere Konsistenz und der intensivere Geschmack können dann helfen.
Achte bei der Futterauswahl vor allem auf einen hohen Fleischanteil, eine vollständige Deklaration und die Verträglichkeit für deinen Hund. Das Garverfahren ist weniger entscheidend als die Qualität der Zutaten.
Ist fleischsaftgegartes Hundefutter teurer?
Ja, fleischsaftgegartes Hundefutter kostet meist mehr als herkömmliches. Der Aufpreis liegt bei etwa 20-30 Prozent.
Können alle Hunde fleischsaftgegartes Futter fressen?
Grundsätzlich ja. Es gelten dieselben Fütterungsregeln wie bei anderem Hundefutter – langsame Umstellung über 7-10 Tage.
Ist die Haltbarkeit von fleischsaftgegartem Futter anders?
Nein, die Haltbarkeit entspricht der von herkömmlichem Nass- oder Trockenfutter. Entscheidend ist die Verpackung und Konservierung, nicht das Garverfahren.