Ohren auf! Tipps und Tricks für gesunde Hundeohren
Hundeohren brauchen regelmäßige Pflege – wie oft hängt von der Rasse ab. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung mit den richtigen Produkten.
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Du riechst was. Irgendwas Muffiges, leicht Säuerliches – und beim nächsten Hinschauen kratzt dein Hund schon wieder am Ohr. Kein gutes Zeichen. Ohrenpflege gehört zu den Dingen, die erstaunlich viele Hundehalter auf die lange Bank schieben – bis es wirklich brennt.
Wie oft muss ich die Hundeohren reinigen?
Das kommt ganz auf die Ohren an. Hängeohrige Rassen – Cocker Spaniel, Basset Hound und Co. – brauchen wöchentliche Kontrollen und eine Reinigung alle ein bis zwei Wochen. Der Grund: Luft kommt kaum rein, Feuchtigkeit bleibt drin. Das mögen Bakterien.
Stehohrige Hunde wie Schäferhunde kommen deutlich entspannter davon. Einmal im Monat reicht meist – ihre Ohren belüften sich von selbst ganz ordentlich. Trotzdem gilt: Ein kurzer Blick ins Ohr sagt mehr als jeder Kalender. Hellbrauner Ohrenschmalz? Normal. Schwarze, klebrige Masse oder ein übler Geruch? Handlungsbedarf.
Schwimmt dein Hund regelmässig? Dann nach jedem Wassergang reinschauen. Feuchtigkeit im Ohrkanal ist schlicht ein Paradies für Bakterien und Hefepilze.
Welche Produkte brauche ich für die Ohrenreinigung?
Kein grosser Aufwand. Ein solider Ohrenreiniger kostet zwischen 8 und 15 Euro und hält monatelang. Bewährt haben sich zum Beispiel Virbac Epi-Otic oder Canina Ohren-Reiniger – beide lösen Wachs zuverlässig, ohne die empfindliche Ohrenhaut zu reizen.
Wattepads sind das Mittel der Wahl. Sie nehmen Schmutz auf, schieben ihn nicht tiefer rein. Wattestäbchen hingegen – Finger weg. Die drücken Dreck nur weiter in den Kanal und können im schlimmsten Fall das Trommelfell verletzen. Klingt dramatisch, ist aber tatsächlich passiert.
Dazu: ein Handtuch zum Abtrocknen, ein paar Leckerlis als Belohnung und ein ruhiger Platz mit gutem Licht. Mehr brauchst du wirklich nicht.
Wie reinige ich Hundeohren richtig?
Klappe das Ohr hoch, halte es ins Licht. Muffiger Geruch? Dunkle Verkrustungen? Dann ran. Weigert sich dein Hund, die Ohren auch nur anfassen zu lassen, ist schrittweise Gewöhnung der bessere Weg – oder direkt zum Tierarzt damit.
Ein paar Tropfen Ohrenreiniger auf die Innenseite der Ohrmuschel geben. Dann 20 bis 30 Sekunden die Ohrbasis sanft massieren – genau dort, wo du den Knorpel unter der Haut spürst. Das verteilt den Reiniger und löst, was sich festgesetzt hat.
Jetzt kommt der Moment, auf den sich fast jeder Hund freut: Kopfschütteln. Lass ihn. Das befördert den gelösten Dreck nach aussen. Danach mit einem befeuchteten Wattepad aus der Ohrmuschel wischen, was herausgeschleudert wurde.
Das Ganze wiederholen, bis das Wattepad sauber bleibt. Bei hartnäckigen Verkrustungen können das durchaus drei Durchgänge werden. Und sofort aufhören, wenn das Ohr rot wird oder dein Hund Schmerzen zeigt – das ist kein Zeichen zum Weitermachen.
Wann muss ich zum Tierarzt?
Schwarzer, stinkender Ausfluss deutet auf Hefepilzbefall hin. Gelb-grüner Eiter spricht für eine bakterielle Infektion. Beides gehört in die Praxis – mit Hausmitteln verschlimmert man das in den meisten Fällen nur.
Kratzt sich dein Hund blutig am Ohr oder hält er den Kopf dauerhaft schief? Das sind keine harmlosen Eigenheiten. Tieferliegende Entzündungen oder ein Fremdkörper im Gehörgang können dahinterstecken.
Darf ich Hausmittel verwenden?
Essig, Öl, Wasserstoffperoxid – alles klingt irgendwie natürlich und harmlos. Ist es aber nicht. Diese Mittel reizen die Ohrenhaut und können eine bestehende Entzündung noch befeuern. Professionelle Ohrenreiniger sind pH-neutral und speziell für Hundeohren entwickelt. Das ist kein Marketing-Sprech, das macht wirklich einen Unterschied.
Wie erkenne ich eine Ohrentzündung?
Übermässiges Kratzen, unangenehmer Geruch, ständiges Kopfschütteln – das sind die ersten Zeichen. Kommt dann noch Ausfluss oder eine sichtbare Rötung dazu, ist der Tierarztbesuch nicht mehr optional.
Können Ohrenprobleme chronisch werden?
Ja. Unbehandelte Ohrentzündungen können das Gehör dauerhaft schädigen. Manche Hunde entwickeln chronische Entzündungen, die lebenslange Pflege erfordern – ein Szenario, das sich mit frühzeitiger Behandlung oft verhindern lässt. Abwarten kostet hier schlicht mehr als Handeln.