Stefan Burkhalter und rundum.dog gegen den Welpenhandel
Illegalen Welpenhandel erkennst du an Warnsignalen wie geheimen Übergabeorten und fehlenden Muttereinsichten. Seriöse Züchter zeigen dir immer die Herkunft.
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Du siehst ein Welpenangebot online – niedriger Preis, süsse Bilder, sofortige Verfügbarkeit. Was nach einem Glücksfall aussieht, entpuppt sich oft als illegaler Welpenhandel. Jährlich leiden Tausende Welpen unter katastrophalen Bedingungen, während Betrüger Profit machen.
Woran erkennst du illegalen Welpenhandel?
Illegale Welpenhändler folgen typischen Mustern. Der Verkäufer will sich nur an Autobahnraststätten treffen oder liefert den Welpen direkt zu dir nach Hause. Das Muttertier darfst du nicht sehen – angeblich ist es gerade beim Tierarzt oder „zu gestresst“. Der Welpe ist unter acht Wochen alt, hat gefälschte oder gar keine Papiere.
Weitere Warnsignale: Mehrere verschiedene Rassen werden gleichzeitig angeboten. Der Preis liegt deutlich unter dem Marktüblichen. Der Verkäufer drängt zu einer schnellen Entscheidung und akzeptiert nur Barzahlung. Bei Nachfragen zu Gesundheit oder Herkunft weicht er aus.
Wie findest du einen seriösen Züchter?
Ein seriöser Züchter zeigt dir immer das Muttertier in gewohnter Umgebung. Die Welpen leben im Haus oder in sauberen, artgerechten Räumen – nicht in Kellern oder Verschlägen. Einen Besuchstermin kannst du jederzeit vereinbaren, auch ohne Kaufabsicht.
Der Züchter stellt dir genauso viele Fragen wie du ihm. Er möchte wissen, wo der Welpe leben wird und ob du Hundeerfahrung hast. Alle Papiere sind original, inklusive Gesundheitszeugnis und Impfpass. Der Welpe ist frühestens mit acht Wochen abgabebereit.
Was tun bei Verdacht auf illegalen Welpenhandel?
Wenn du illegalen Welpenhandel vermutest, kaufe auf keinen Fall aus Mitleid. Jeder Kauf finanziert das System weiter. Sammle stattdessen Beweise: Screenshots der Anzeige, Telefonnummern, Adressen.
Melde den Verdacht bei der örtlichen Polizei oder dem Veterinäramt. In Deutschland ist auch eine Meldung an den Zoll möglich, da illegaler Welpenhandel oft grenzüberschreitend stattfindet. Schweizer Bürger wenden sich an das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV).
Welche rechtlichen Konsequenzen drohen den Tätern?
Illegaler Welpenhandel ist kein Kavaliersdelikt. In Deutschland drohen Geldstrafen bis zu 25.000 Euro oder Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren. In der Schweiz kann Tierquälerei mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden. Österreich ahndet Verstösse gegen das Tierschutzgesetz mit bis zu 7.500 Euro Geldstrafe.
Bei gewerbsmässigem Handel ohne entsprechende Genehmigung kommen zusätzliche steuerrechtliche und gewerbeaufsichtliche Verstösse dazu. Die Beschlagnahme der Tiere ist in allen drei Ländern möglich.
Welche Alternativen zum Kauf gibt es?
Viele Tierheime haben mehr Hunde als Plätze – darunter auch Rassehunde, die meist wegen veränderter Lebenssituationen ihrer Besitzer abgegeben wurden, nicht wegen Verhaltensproblemen. Die Adoption kostet eine Schutzgebühr, die je nach Organisation zwischen 200 und 400 Euro liegt.
Seriöse Tierschutzorganisationen vermitteln auch Hunde aus dem Ausland – allerdings mit ordentlichen Papieren, Gesundheitschecks und Nachbetreuung. Was sie von illegalen Transporten unterscheidet: volle Transparenz und nachvollziehbare Abläufe.
Häufige Fragen zum illegalen Welpenhandel
Warum ist der illegale Welpenhandel so profitabel?
Ein illegal importierter Welpe kostet in der „Produktion“ 50 bis 100 Euro, wird aber für 500 bis 1.500 Euro verkauft. Hohe Nachfrage bei gleichzeitig geringer Aufklärungsrate macht das Geschäft lukrativ.
Kann ich einen illegal gekauften Welpen zurückgeben?
Rechtlich ja, praktisch schwierig. Die Verkäufer sind oft nicht mehr erreichbar. Der Welpe benötigt dann sofort tierärztliche Versorgung und Betreuung.
Sind Online-Kleinanzeigen grundsätzlich verdächtig?
Nein, auch seriöse Züchter nutzen Online-Plattformen. Entscheidend sind die Umstände: Transparenz, Besichtigungsmöglichkeit und ordentliche Papiere.
Was kostet ein Welpe von einem seriösen Züchter?
Je nach Rasse zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Preise deutlich darunter sind fast immer verdächtig – seriöse Zucht verursacht hohe Kosten.
Wie erkenne ich gefälschte Impfpässe?
Echte EU-Heimtierpässe haben Sicherheitsmerkmale wie Hologramme und fortlaufende Nummern. Lass dir den Pass vorab zeigen und prüfe die Tierarztstempel auf Plausibilität.