Sichere Wege zum Hundekauf: Alternativen zum Online-Markt
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„Hund kaufen“ gehört zu den Suchanfragen, mit denen Menschen ihre Suche nach einem neuen Vierbeiner im Internet beginnen. Das zeigt auch die Entwicklung von traumhund-kaufen.ch: Das gemeinsame Projekt von rundum.dog und dem Zürcher Tierschutz erreicht bei der Google-Suche „Hund kaufen“ in der Schweiz inzwischen Platz 1. Das ist einerseits ein Erfolg. Andererseits zeigt es, wie gross der Bedarf an seriöser Orientierung nach wie vor ist. Denn wer einen Hund sucht, landet schnell auf Onlineplattformen. Dort finden sich tatsächlich Tiere zum Verkauf. Doch eine Anzeige auf einer bekannten Plattform bedeutet noch lange nicht, dass der Anbieter seriös ist.
Warum der Online-Markt für Hunde problematisch sein kann
Das Internet hat die Suche nach einem Hund erheblich vereinfacht. Innerhalb weniger Minuten lassen sich zahlreiche Angebote finden, mit Fotos, Rasseangabe, Alter, Preis und weiteren Informationen. Genau diese einfache Vergleichbarkeit kann jedoch zum Problem werden. Denn ein Hund ist kein Produkt, das sich anhand einer Anzeige beurteilen lässt.
Wer einen Hund über eine Onlineplattform sucht, weiss zunächst nur das, was der Anbieter selbst über sich und das Tier angibt.
Was gerne vergessen wird: Eine Onlineplattform ist i.d.R. nicht der Händler hinter dem Tier. Die meisten bekannten Plattformen stellen lediglich die technische Infrastruktur zur Verfügung. Anbieter können dort eine Anzeige erstellen, Fotos hochladen, einen Preis nennen und Kontaktdaten hinterlegen.
Die Plattform vermittelt damit nicht selbst den Hund und übernimmt auch nicht die fachliche Verantwortung für das Angebot.
Hinzu kommt: Eine erfolgreiche Registrierung auf einer solchen Plattform ist nicht zwangsläufig eine Qualitätsprüfung!
Eine Plattform kann von einem Anbieter verlangen, dass er sich registriert, seine Telefonnummer bestätigt oder bestimmte Angaben macht. Das klingt zunächst nach Kontrolle. Eine solche Registrierung sagt aber noch nichts darüber aus, ob der Anbieter über eine staatlich anerkannte Qualifikation verfügt, die Haltung tierschutzkonform ist oder die Zucht verantwortungsvoll betrieben wird. Auch Plattformen mit bestimmten Zulassungskriterien sind keine „staatlich geprüften“ Vermittlungsstellen.
Das bedeutet nicht, dass jedes Hundeangebot im Internet unseriös oder illegal ist. Auch verantwortungsvolle Züchter, Tierheime und Tierschutzorganisationen nutzen das Internet, um ihre Hunde vorzustellen.
Entscheidend ist deshalb nicht allein, dass ein Hund online angeboten wird, sondern wie nachvollziehbar seine Herkunft ist und wer genau hinter dem Angebot steht.
Onlineanzeigen vermitteln oft ein falsches Sicherheitsgefühl
Eine professionell gestaltete Anzeige schafft Vertrauen. Hochwertige Fotos, ausführliche Beschreibungen, Gesundheitsangaben und ein vernünftig erscheinender Preis lassen ein Angebot schnell seriös erscheinen. Doch all diese Informationen stammen vom Anbieter selbst und sind für einen Interessenten nur begrenzt überprüfbar.
Besonders bei Welpen blendet die Online-Darstellung einen entscheidenden Teil der Realität aus. Auf einem Foto sieht man nicht, unter welchen Bedingungen die Mutterhündin und ihre Welpen leben. Man sieht nicht, wie viele Würfe eine Hündin bereits hatte, wie die Tiere sozialisiert sind oder ob tatsächlich der Hund angeboten wird, der auf den Bildern zu sehen ist.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt deshalb, einen Hund bei einem seriösen Tierheim oder einem verantwortungsvollen Züchter auszuwählen und ihn vor dem Kauf mehrmals zu besuchen.
Genau hier liegt einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einer beliebigen Onlineanzeige und einer seriösen Vermittlung: Bei einem verantwortungsvollen Hundekauf soll nicht nur der Käufer den Hund kennenlernen. Auch der Anbieter sollte sich dafür interessieren, ob der Hund tatsächlich zu seinem künftigen Zuhause passt.
Warnsignale bei Onlineangeboten
Nicht jedes einzelne Warnsignal beweist, dass ein Angebot unseriös ist. Mehrere Auffälligkeiten sollten jedoch Anlass sein, genauer hinzuschauen und den Kauf keinesfalls zu überstürzen.
Vorsicht ist angebracht, wenn der Anbieter
- keine nachvollziehbaren Unterlagen zur Identität, Herkunft oder Gesundheit des Hundes vorlegen kann
- die Mutterhündin bei einem Welpen nicht gezeigt wird
- eine Besichtigung und ein persönliches Kennenlernen möglichst vermeiden möchte
- den Hund an einem neutralen Ort oder kurzfristig an einem Treffpunkt übergeben möchte
- Fragen zur Haltung, Aufzucht oder Herkunft nur ausweichend beantwortet
- verschiedene Rassen oder ungewöhnlich viele Welpen gleichzeitig anbietet
- auf eine besonders schnelle Entscheidung drängt
- den Hund als besonders selten, exklusiv oder sofort verfügbar bewirbt
Viele Quellen weisen darauf hin, dass Hunde im Onlinehandel allzu oft aus tierquälerischer Zucht stammen oder illegal gehandelt werden.
Wichtig ist dabei: Ein einzelnes Merkmal macht ein Angebot noch nicht unseriös. Entscheidend ist das Gesamtbild. Wer beispielsweise einen Welpen kaufen möchte, sollte nicht nur die Anzeige prüfen, sondern den Anbieter kennenlernen, die Haltung besichtigen, die Mutterhündin sehen und sich die Herkunft des Hundes nachvollziehbar belegen lassen.
Tierhandel online – ist das überhaupt legal?
Ja. Der Verkauf oder die Vermittlung eines Hundes über das Internet ist in der Schweiz nicht grundsätzlich verboten. Auch seriöse Züchter, Tierheime und Tierschutzorganisationen nutzen das Internet, um Hunde vorzustellen. Problematisch ist deshalb nicht allein der digitale Vertriebsweg. Entscheidend ist vielmehr, wer den Hund anbietet, unter welchen Bedingungen er gehalten und gezüchtet wurde und ob für die konkrete Tätigkeit die erforderlichen Bewilligungen vorliegen.
Für den gewerbsmässigen Handel mit Tieren besteht in der Schweiz eine Bewilligungspflicht. Als gewerbsmässig gilt der Handel unter anderem dann, wenn damit ein Einkommen oder Gewinn erzielt wird.
Nicht jeder private Verkauf eines einzelnen Hundes ist automatisch bewilligungspflichtiger Tierhandel. Ebenso ist der Verkauf selbst gezüchteter Tiere rechtlich nicht dasselbe wie gewerbsmässiger Handel. Für gewerbsmässige Zucht gelten wiederum eigene Bewilligungs- und Ausbildungsvorschriften.
Wer in der Schweiz einen Hund öffentlich anbietet, muss bestimmte Informationen angeben. Dazu gehören Vorname und Name sowie die Adresse des Anbieters, das Herkunftsland des Hundes und das Zuchtland. Diese Vorgaben gelten auch für Angebote auf Internetplattformen. Die Betreiber der Plattformen müssen darauf achten, dass diese Angaben vollständig vorhanden sind.
Das ist eine wichtige gesetzliche Vorgabe, aber sie sollte nicht mit einer Qualitätsprüfung des Angebots verwechselt werden. Wenn bei einer Anzeige Name, Adresse, Herkunfts- und Zuchtland angegeben sind, bedeutet das nicht automatisch, dass der Anbieter seriös arbeitet. Die Angaben schaffen Transparenz über die Identität und Herkunft, ersetzen aber keine Prüfung der Haltung, Zucht oder Vermittlung.
Genau hier liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen legal und seriös: Ein legales Onlineangebot ist nicht automatisch ein gutes Angebot.
Wer einen Hund über eine Plattform findet, sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass die Plattform die gesetzlichen Mindestangaben des Anbieters bereits geprüft hat.
Das BLV weist selbst darauf hin, dass Hunde im Onlinehandel teilweise aus tierquälerischer Zucht stammen oder illegal eingeführt werden.
Was macht einen seriösen Hundekauf aus?
Ein seriöser Hundekauf beginnt nicht mit der Frage, welcher Hund am schnellsten oder günstigsten verfügbar ist. Entscheidend ist, woher der Hund kommt, wer ihn aufzieht und vermittelt und ob Mensch und Hund langfristig zusammenpassen.
Unabhängig davon, ob du dich für einen Züchter, ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation entscheidest, solltest du dir Zeit für die Entscheidung nehmen.
Ein seriöser Anbieter wird dich nicht zu einem schnellen Kauf drängen, sondern selbst Fragen stellen und wissen wollen, wie dein Alltag aussieht und welche Voraussetzungen du für einen Hund mitbringst.
Die Herkunft des Hundes muss nachvollziehbar sein. Du solltest den Anbieter kennenlernen, den Hund vor der Übernahme sehen und Fragen zu Haltung, Gesundheit und Vorgeschichte stellen können. Bei einem Welpen gehört dazu insbesondere, dass du die Mutterhündin und die Aufzuchtbedingungen kennenlernen kannst.
Ein seriöser Hundekauf bedeutet nicht, dass du eine hundertprozentige Garantie für einen gesunden und unkomplizierten Hund bekommst. Es bedeutet aber, dass die wichtigsten Informationen offenliegen und du eine fundierte Entscheidung treffen kannst.
3 Wege zum eigenen Hund
Wer einen Hund sucht, hat dafür verschiedene Möglichkeiten. Nicht immer muss es ein Welpe vom Züchter sein. Auch Tierheime und seriöse Tierschutzorganisationen bieten Hunde zur Vermittlung an.
Hier erfährst du noch mehr zum Thema: Hundekauf: Züchter, Heim & Auslandshunde
Wie finde ich einen seriösen Züchter?
Wenn du dich für einen Welpen entscheidest, solltest du nicht einfach nach der gewünschten Rasse und dem nächstbesten Angebot suchen. Ein guter Ausgangspunkt sind Rasseclubs und Zuchtvereine, die in der Schweiz anerkannt sind. Dort findest du Züchter, die nach Zuchtordnungen arbeiten und deren Zucht entsprechend geregelt ist.
Das allein ist allerdings noch keine Garantie für eine verantwortungsvolle Zucht. Auch bei einem Vereinszüchter solltest du dir die Haltung vor Ort anschauen und dir Zeit für mehrere Gespräche nehmen.
Ein seriöser Züchter wird dir nicht nur Welpen verkaufen wollen. Er wird auch wissen wollen, ob die Rasse und der konkrete Hund zu dir und deinem Alltag passen. Besuche die Welpen dort, wo sie aufwachsen, und achte darauf, wie die Tiere gehalten werden. Frage nach den Elterntieren, Gesundheitsuntersuchungen, möglichen erblichen Erkrankungen und der bisherigen Entwicklung der Welpen.
Ein seriöser Züchter beantwortet solche Fragen offen und kann dir die entsprechenden Unterlagen zeigen. Er wird dir in der Regel auch nach dem Kauf als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
Wie finde ich Tierheime in meiner Nähe?
Ein Tierheim ist eine gute Anlaufstelle, wenn du einem bereits erwachsenen Hund oder einem Hund mit Vorgeschichte ein neues Zuhause geben möchtest. Dabei lohnt es sich, nicht nur nach dem Tierheim im engsten Einzugsgebiet zu suchen. Viele Tierheime und Tierschutzorganisationen stellen ihre Hunde online vor, sodass du dir bereits einen ersten Überblick verschaffen kannst.
Der persönliche Besuch ist trotzdem entscheidend. Die Beschreibung auf der Website kann dir einen ersten Eindruck vermitteln, ersetzt aber nicht das Gespräch mit den Mitarbeitern und das Kennenlernen des Hundes.
Überlege dir vorab möglichst ehrlich, welche Voraussetzungen du mitbringst. Wie viel Zeit hast du für den Hund? Wie lange müsste er allein bleiben? Leben Kinder oder andere Tiere im Haushalt? Suchst du einen aktiven Begleiter oder eher einen ruhigen Hund? Und bist du bereit, dich auf einen Hund mit einer unbekannten Vorgeschichte oder besonderen Bedürfnissen einzustellen?
Je genauer du deine eigene Situation einschätzen kannst, desto leichter kann das Tierheim beurteilen, welcher Hund zu dir passen könnte.
Was, wenn ich im Tierheim keinen Hund bekomme?
Nicht jeder Interessent bekommt den Hund, für den er sich interessiert. Das kann enttäuschend sein und sorgt immer wieder für Frust. Aussagen wie „Das Tierheim hat viel zu hohe Ansprüche“ oder „Ich wurde vom Tierheim abgewiesen“ sind deshalb häufig zu lesen.
Eine Absage bedeutet jedoch nicht automatisch, dass du als Halter ungeeignet bist. Oft geht es um die Anforderungen dieses einen Hundes. Ein Hund kann beispielsweise nicht mit kleinen Kindern zusammenleben, braucht einen Haushalt ohne andere Tiere oder benötigt Menschen mit Erfahrung im Umgang mit bestimmten Verhaltensproblemen. Auch die Arbeitszeiten, Wohnsituation oder körperlichen Möglichkeiten eines Interessenten können eine Rolle spielen.
Tierheime versuchen, einen Platz zu finden, der für den jeweiligen Hund langfristig funktioniert. Das kann dazu führen, dass eine Vermittlung trotz guter Absichten nicht zustande kommt.
Wenn du eine Absage erhältst, ist es immer sinnvoll, nach den Gründen zu fragen. Vielleicht passt ein anderer Hund im gleichen Tierheim besser zu dir. Oder deine Vorstellungen und die Anforderungen des Tierheims lassen sich zu einem späteren Zeitpunkt besser zusammenbringen.
Du kannst dich ausserdem bei mehreren Tierheimen als Interessent registrieren oder dich aktiv nach anderen passenden Hunden umsehen. Eine Absage für einen bestimmten Hund bedeutet nicht, dass du grundsätzlich keinen Hund aus dem Tierschutz bekommen kannst!
Wichtig ist, dass die Enttäuschung nicht dazu führt, bei der nächsten Onlineanzeige weniger genau hinzuschauen. Wenn es mit einem Tierheim nicht klappt, gibt es weitere seriöse Möglichkeiten.
Wie finde ich seriöse Auslandsvermittlungsstellen?
Auch Hunde aus dem Ausland können über seriöse Tierschutzorganisationen ein neues Zuhause in der Schweiz finden. Gerade hier solltest du allerdings genau hinsehen. Nicht jede Organisation, die Hunde aus dem Ausland vermittelt, arbeitet nach den gleichen Standards.
Eine seriöse Vermittlungsstelle kann nachvollziehbar erklären, woher die Hunde stammen, wer sie vor Ort betreut und welche medizinische Versorgung sie erhalten. Sie kennt die Vorgeschichte der Hunde so gut wie möglich und macht keine unrealistischen Versprechungen über deren Verhalten oder Gesundheit.
Frage nach dem Charakter des Hundes, seinem bisherigen Umfeld, möglichen Verhaltensauffälligkeiten und gesundheitlichen Problemen. Eine seriöse Organisation wird auch deine Lebenssituation kennen wollen und prüfen, ob der Hund tatsächlich zu dir passt.
Besonders wichtig sind ausserdem die gesetzlichen Vorgaben für die Einreise in die Schweiz. Hunde benötigen je nach Herkunftsland unter anderem die vorgeschriebenen Kennzeichnungen und Dokumente. Bei bestimmten Herkunftsländern gelten zusätzliche Anforderungen. Die Einreise sollte deshalb nicht einfach schnellstmöglich organisiert werden, sondern von Anfang an korrekt geplant sein.
Wenn du eine Auslandsvermittlung in Betracht ziehst, solltest du dir deshalb nicht nur den einzelnen Hund, sondern die Organisation dahinter genau ansehen. Transparente Informationen, nachvollziehbare Abläufe und eine ehrliche Einschätzung der Hunde sind dabei wichtiger als eine möglichst grosse Auswahl an Tieren.
Auch hier gilt: Eine seriöse Vermittlung will einen Hund nicht möglichst schnell vermitteln. Sie will den passenden Hund an den passenden Platz bringen.
Quellen und weiterführende Informationen
Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV, Hunde: Kauf und Handel, u.a. Fachinformationen zur Bewilligungs- und Ausbildungspflicht für das Züchten von Heimtieren in gewerbsmässigem Umfang; Ausbildungs- und Bewilligungspflicht für Tierbörsen, Kleintiermärkte und weitere Veranstaltungen mit Tierhandel: https://www.blv.admin.ch/de/hunde
Zürcher Tierschutz: Missstände – Das Leiden der Welpen
Diese Webseite entstand im Rahmen eines Sensibilisierungsprojekts des Zürcher Tierschutz gegen den illegalen Welpenhandel und in Zusammenarbeit mit rundum.dog.: https://traumhund-kaufen.ch/