Initiative des BMEL: Illegaler Welpenhandel soll endlich aufhören
Das BMEL startet die Initiative gegen illegalen Welpenhandel. So erkennst du unseriöse Anbieter und schützt dich vor kranken Welpen und rechtlichen Problemen.
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Du scrollst durch Kleinanzeigen, siehst einen Haufen flauschiger Welpenbilder – und plötzlich: 290 Franken für einen Französischen Bulldoggenwelpen. Das klingt nach Glück. Ist es aber selten. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat genau dafür die Initiative „STOPP dem illegalen Welpenhandel“ ins Leben gerufen, mit einer Checkliste, die dir hilft, Schein von Wirklichkeit zu trennen.
Warum ist illegaler Welpenhandel so gefährlich – für dich und deinen Welpen?
Das Tückische: Meistens merkst du es nicht sofort. Der Welpe liegt putzmunter in deinem Auto, und erst zwei Wochen später fängt das Drama an.
Gesundheitlich ist das Risiko enorm. Viele dieser Tiere haben keine Grundimmunisierung, sind bereits mit Parvovirose oder Staupe infiziert, kommen aus Puppymills mit Zuständen, die man sich lieber nicht vorstellt. Tierarztkosten von 3000 bis 5000 Franken sind in solchen Fällen keine Ausnahme – vorausgesetzt, der Welpe überlebt überhaupt.
Verhaltenstechnisch sieht es nicht besser aus. Welpen, die zu früh von der Mutter getrennt wurden, tragen das ihr Leben lang mit sich. Angststörungen, Aggressionen, niemals wirklich stubenrein – was in den ersten acht Lebenswochen an Sozialisierung fehlt, bekommt man später kaum noch aufgeholt. Manche Hundehalter kämpfen jahrelang damit.
Wie erkennst du unseriöse Welpenhändler im Internet?
Ein seriöser Züchter kennt seine Rasse in- und auswendig, züchtet meist nur eine davon, und verkauft selten mehr als zwei Würfe im Jahr. Wenn du also auf einen Anbieter stösst, der gerade Labradorwelpen, Mopse und Chihuahuas gleichzeitig im Angebot hat – und das zu Preisen, die deutlich unter dem Marktüblichen liegen – dann ist das kein Schnäppchen. Das ist ein Warnsignal.
Weitere Zeichen, bei denen du hellhörig werden solltest: Die Anzeige nennt keinen Züchternamen, keine Adresse, nur eine Handynummer. Es gibt kein einziges Foto vom Muttertier oder der Aufzuchtumgebung. Und das Alter des Welpen wird so vage angegeben wie „etwa 8 Wochen“ – statt eines konkreten Geburtsdatums.
Besonders perfide ist die emotionale Masche: „Welpe muss schnell weg, Besitzer liegt im Krankenhaus.“ Klingt nach Notfall, ist aber ein klassisches Verkaufsmuster aus dem Lehrbuch des illegalen Handels. Seriöse Züchter brauchen kein Mitleid als Verkaufsargument.
Das eindeutigste Alarmsignal überhaupt: Der Anbieter will den Welpen liefern oder an irgendeinem Parkplatz übergeben. Kein legaler Züchter macht das. Jeder, der sauber arbeitet, besteht darauf, dass du die Zuchtumgebung besichtigst und das Muttertier selbst siehst.
Was passiert rechtlich beim illegalen Welpenhandel?
Wer gewerblich Welpen verkauft, ohne die nötige Erlaubnis nach §11 Tierschutzgesetz zu haben, riskiert Bussgeld bis zu 25 000 Euro. Dazu kommen mögliche Strafanzeigen wegen Verstössen gegen Einfuhrbestimmungen oder Steuergesetze.
Als Käufer stehst du dabei oft mit leeren Händen da. Stirbt der Welpe oder ist er von Anfang an krank, hast du selten eine realistische Chance auf Schadenersatz – erst recht nicht, wenn der Verkäufer im Ausland sitzt oder schlicht nicht mehr auffindbar ist.
Was tust du bei Verdacht auf illegalen Welpenhandel?
Melde verdächtige Anzeigen direkt beim Veterinäramt deines Landkreises. Mach vorher Screenshots der Anzeige und sichere die gesamte Kommunikation mit dem Anbieter – das erleichtert die Strafverfolgung erheblich.
Die Initiative „STOPP dem illegalen Welpenhandel“ des BMEL betreibt eine eigene Meldestelle für auffällige Online-Anzeigen. Auch Tierschutzorganisationen nehmen Hinweise entgegen und gehen systematisch gegen Händlerringe vor.
Woher bekomme ich einen seriösen Welpen?
VDH-Züchter oder Züchter, die einem anerkannten Rasseclub angehören – etwa dem Klub für Terrier – sind die verlässlichste Wahl. Sie werden regelmässig kontrolliert und sind an klare Zuchtstandards gebunden.
Wie teuer ist ein Welpe aus seriöser Zucht?
Je nach Rasse solltest du mit 800 bis 2500 Euro rechnen. Alles, was deutlich darunter liegt, ist in den meisten Fällen kein Zufall. Seriöse Aufzucht kostet – und das zu Recht.
Kann ich einen Welpen aus dem Ausland legal kaufen?
Ja, das ist möglich. Aber nur mit EU-Heimtierausweis, gültiger Tollwutimpfung und Mikrochip-Kennzeichnung. Ausserdem muss der Welpe mindestens 15 Wochen alt sein – jünger geht schlicht nicht legal.