Ohrenpflege beim Hund – Ein Leitfaden
Hängende Ohren brauchen mehr Pflege als Stehohren. Du reinigst nur bei sichtbarem Schmutz – mit fusselfreiem Tuch und lauwarmem Wasser.
Inhalt
Braucht mein Hund überhaupt Ohrenpflege?
Ein Cocker Spaniel mit seinen langen Schlappohren sammelt mehr Dreck als ein Deutscher Schäferhund mit Stehohren. Das liegt daran, dass hängende Ohren weniger Luftzirkulation haben und Feuchtigkeit stauen.
Bei Stehohren reicht eine wöchentliche Sichtkontrolle. Hängeohren wie bei Golden Retrievern, Basset Hounds oder Beagles kontrollierst du besser zweimal pro Woche. Pudel und andere Rassen mit behaarten Gehörgängen brauchen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit.
Wann muss ich die Ohren meines Hundes reinigen?
Nur bei sichtbarer Verschmutzung. Ein gesundes Hundeohr reinigt sich selbst durch natürlichen Ohrenschmalz und Bewegung beim Kopfschütteln.
Diese Anzeichen sprechen für eine Reinigung: bräunlicher oder schwarzer Belag im äußeren Ohr, klebriger Schmalz oder ein muffiger Geruch. Bei üblem Gestank, rötlichen Verfärbungen oder wenn dein Hund ständig den Kopf schüttelt, gehst du zum Tierarzt.
Was brauche ich für die Ohrenreinigung?
Ein fusselfreies, weiches Tuch und lauwarmes Wasser genügen. Mikrofasertücher funktionieren gut, weil sie nicht fusseln und Schmutz effektiv aufnehmen.
Spezielle Ohrenreiniger aus der Tierhandlung enthalten meist milde Tenside und pH-neutrale Lösungen. Lies die Inhaltsstoffe – Alkohol oder aggressive Duftstoffe haben dort nichts verloren.
Niemals Wattestäbchen verwenden! Du schiebst Schmutz nur tiefer ins Ohr und riskierst Verletzungen. Auch Wasser aus dem Hahn gehört nicht ins Hundeohr – Feuchtigkeit fördert Bakterienwachstum.
Wie gewöhne ich meinen Hund an die Ohrenkontrolle?
Fang mit positiven Berührungen an. Streichle die Ohren während entspannter Momente – beim Fernsehen oder nach dem Füttern. Viele Hunde mögen sanfte Ohrmassagen.
Hebe die Ohrmuschel nur leicht an und schaue hinein, ohne zu manipulieren. Belohne ruhiges Verhalten sofort mit einem Leckerli. Nach ein paar Tagen wischst du vorsichtig mit dem Tuch über die sichtbaren Bereiche.
Zwinge nie. Ein gestresster Hund macht die ganze Prozedur schwieriger und unangenehmer für euch beide.
Wie oft sollte ich die Ohren meines Hundes kontrollieren?
Stehohren: einmal wöchentlich. Hängeohren und behaarte Gehörgänge: zweimal pro Woche.
Darf ich Ohrenspray vom Tierarzt selbst anwenden?
Nur nach Anweisung deines Tierarztes. Medizinische Ohrenreiniger enthalten oft Wirkstoffe gegen Bakterien oder Pilze und gehören nicht in gesunde Ohren.
Was mache ich, wenn mein Hund sich nicht anfassen lässt?
Gehe schrittweise vor: erst nur die Ohren berühren, dann kurz anheben, später mit dem Tuch in der Nähe sein. Jeder Schritt wird belohnt.
Kann ich menschliche Ohrenreiniger verwenden?
Nein. Der pH-Wert von Hundeohren unterscheidet sich von menschlichen Ohren. Produkte für Menschen können Reizungen verursachen.