Pilze
Pilze sind für Hunde eine unsichtbare Gefahr, weil bereits kleinste Mengen tödliche Vergiftungen auslösen können – und weil Hunde instinktiv schnüffeln und probieren, was am Wegesrand wächst.
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Pilze sind für Hunde eine unsichtbare Gefahr: Schon kleinste Mengen können tödliche Vergiftungen auslösen – und Hunde schnüffeln und probieren instinktiv, was am Wegesrand wächst.
Das Tückische daran: Selbst Pilzexperten verwechseln essbare mit giftigen Arten. Für Hundehalter gilt deshalb eine klare Regel – alle Wildpilze sind tabu.
Welche Pilze sind für Hunde am gefährlichsten?
Der Knollenblätterpilz steht ganz oben auf der Todesliste. Schon wenige Gramm können einen 30-Kilo-Hund töten. Die Amatoxine in diesem grünlich-weissen Pilz zerstören die Leber innerhalb von Stunden.
Ebenfalls häufig und hochgiftig ist der Fliegenpilz. Seine rote Kappe mit weissen Punkten macht ihn unverwechselbar – trotzdem fressen Hunde ihn. Das enthaltene Muscimol löst Krämpfe und Atemlähmung aus.
Der Pantherpilz sieht dem essbaren Perlpilz zum Verwechseln ähnlich, enthält aber dieselben Nervengifte wie der Fliegenpilz. Er wächst in Nadelwäldern und wird oft übersehen.
Auf diese drei Arten gehen 90 Prozent aller schweren Pilzvergiftungen bei Hunden in Deutschland zurück.
Woran erkenne ich eine Pilzvergiftung beim Hund?
Die ersten Anzeichen treten meist innerhalb weniger Stunden nach dem Fressen auf: explosionsartiges Erbrechen und wässriger, oft blutiger Durchfall.
Bei Nervengiften – Fliegenpilz und Pantherpilz – kommen Torkeln, Zittern und glasige Augen dazu. Der Hund wirkt wie betrunken oder überdreht.
Knollenblätterpilz-Vergiftungen haben eine besonders gefährliche Eigenheit: Nach den ersten Symptomen folgt eine scheinbare Erholung, die einen halben bis ganzen Tag anhalten kann. Dann bricht die Leber zusammen – Augen und Zahnfleisch färben sich gelb.
Starker Speichelfluss, Bauchkrämpfe und Teilnahmslosigkeit verstärken den Verdacht auf eine Vergiftung.
Was muss ich im Notfall sofort tun?
Ruf den Tierarzt an, noch bevor du das Haus verlässt. Jede Minute zählt.
Sammle Pilzreste oder fotografiere die Stelle, an der der Hund gefressen hat. Die Pilzart zu kennen, entscheidet über die Behandlung.
Provoziere niemals Erbrechen – ausser der Tierarzt fordert dich am Telefon dazu auf. Bei manchen Vergiftungen verschlimmert das die Situation.
Fahre ruhig, aber zügig. Sprich beruhigend mit dem Hund, auch wenn er bereits bewusstlos ist.
Wie verhindere ich Pilzvergiftungen?
Trainiere „Aus“ und „Lass das“ bis zur Perfektion. In pilzreichen Gebieten – besonders von September bis November – geht der Hund an die Leine.
Kontrolliere deinen Garten regelmässig. Pilze wachsen nach Regenfällen über Nacht, besonders unter Bäumen und in feuchten Ecken.
Entferne alle Pilze sofort und gründlich. Auch verrottende Reste können noch giftig sein.
Bei sehr verfressenen Hunden hilft ein Maulkorb während der Pilzsaison – das klingt drastisch, kann aber Leben retten.
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