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Zirkumanaldrüsen

Zirkumanaldrüsen sind spezialisierte Hautdrüsen, die kreisförmig um den After in der Perianalregion von Hunden angeordnet sind.

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Zirkumanaldrüsen
Inhalt
  1. Anatomische Lage und Aufbau
  2. Funktion
  3. Klinische Bedeutung
  4. Zirkumanaldrüsen und Hundekommunikation
  5. Pflege und Vorsorge

Zirkumanaldrüsen, auch hepatoide Drüsen oder Perianaldrüsen genannt, sind spezialisierte Hautdrüsen des Hundes, die vor allem in der Haut rund um den After vorkommen. Sie gehören zu den Hautdrüsen des Hundes und unterscheiden sich anatomisch und funktionell von den Analbeuteln (Analdrüsen).

Die genaue Funktion der Zirkumanaldrüsen ist wissenschaftlich nicht vollständig geklärt. Ihre Sekrete enthalten verschiedene Proteine und weitere Substanzen und sind unter anderem an der chemischen Kommunikation sowie am Schutz der Haut beteiligt.

Anatomische Lage und Aufbau

Zirkumanaldrüsen liegen überwiegend in der Haut der Perianalregion und sind eng mit den Haarfollikeln verbunden. Sie unterscheiden sich histologisch von gewöhnlichen Talg- und Schweissdrüsen und werden als hepatoide Drüsen bezeichnet, weil ihre Zellen unter dem Mikroskop eine gewisse Ähnlichkeit mit Leberzellen aufweisen.

Die Drüsen sind bei Rüden im Durchschnitt stärker ausgeprägt als bei Hündinnen. Ihre Entwicklung und Aktivität unterliegen hormonellen Einflüssen. Insbesondere Androgene spielen eine Rolle bei der Entwicklung der hepatoiden Drüsen und ihrer Veränderungen.

Unterschied zu den Analdrüsen

Zirkumanaldrüsen und Analdrüsen sind nicht dasselbe:

Zirkumanaldrüsen liegen in der Haut der Region rund um den After. Analdrüsen beziehungsweise Analbeutel liegen paarig seitlich des Afters und geben ihr Sekret über Ausführungsgänge in den Bereich des Afters ab.

Beide Strukturen können an der chemischen Kommunikation beteiligt sein, erfüllen jedoch unterschiedliche anatomische Funktionen.

Funktion

Die genaue biologische Funktion der Zirkumanaldrüsen ist nicht abschliessend geklärt. Untersuchungen zeigen, dass ihre Sekrete verschiedene Proteine und weitere Substanzen enthalten. Einige Forschungsarbeiten gehen davon aus, dass die Sekrete eine Funktion bei der chemischen Kommunikation von Hunden und anderen Caniden haben.

Andere Untersuchungen weisen auf mögliche Schutzfunktionen hin. In den Drüsen wurden unter anderem Lysozym, Lactoferrin und Beta-Defensine nachgewiesen, die an der Abwehr von Mikroorganismen beteiligt sein können.

Die Zirkumanaldrüsen sollten deshalb nicht pauschal als reine „Duftdrüsen“ bezeichnet werden. Welche Bedeutung ihre Sekrete für die Kommunikation zwischen Hunden tatsächlich haben, ist noch nicht vollständig geklärt.

Klinische Bedeutung

Tumoren der Zirkumanaldrüsen

Hepatoide Drüsentumoren gehören zu den häufigeren Hauttumoren des Hundes. Sie entstehen aus den hepatoiden Drüsen und treten besonders häufig in der Perianalregion auf. Neben gutartigen Adenomen kommen unter anderem Adenokarzinome und weitere Tumorformen vor.

Ein deutlicher Zusammenhang besteht mit dem Hormonstatus. Gutartige und bösartige Tumoren der hepatoiden Drüsen treten wesentlich häufiger bei unkastrierten Rüden auf. Androgene fördern die Entwicklung dieser Drüsen und können auch das Wachstum entsprechender Tumoren beeinflussen.

Knoten, Schwellungen oder andere Veränderungen rund um den After sollten tierärztlich untersucht werden. Eine sichere Unterscheidung zwischen verschiedenen Tumorarten ist anhand des äusseren Erscheinungsbildes allein nicht möglich.

Weitere Veränderungen

Neben Tumoren können auch andere Veränderungen des Drüsengewebes auftreten, beispielsweise Hyperplasien oder Zysten. Die Bedeutung solcher Veränderungen hängt vom jeweiligen Befund ab.

Zirkumanaldrüsen und Hundekommunikation

Hunde nutzen verschiedene Geruchs- und Sekretquellen zur chemischen Kommunikation. Dazu gehören unter anderem die Analbeutel und verschiedene Hautdrüsen. Beim gegenseitigen Beschnuppern der Anal- und Genitalregion nehmen Hunde zahlreiche Geruchsstoffe auf.

Auch die Sekrete der Zirkumanaldrüsen können zu diesem individuellen Geruchsprofil beitragen.

Pflege und Vorsorge

Eine besondere Pflege der Zirkumanaldrüsen ist bei gesunden Hunden normalerweise nicht erforderlich. Die Drüsen liegen in der Haut und werden nicht wie die Analbeutel regelmässig entleert.

Bei Knoten, Schwellungen, Rötungen, Blutungen oder anderen Veränderungen der Haut rund um den After sollte eine tierärztliche Untersuchung erfolgen. Dies gilt insbesondere bei älteren Hunden, da hepatoide Drüsentumoren mit zunehmendem Alter häufiger auftreten können.