Wiki · Gesundheit & Pflege

Alkohol

3 Min Lesezeit
Alkohol
Definition

Alkohol bezeichnet eine Gruppe organischer Verbindungen. Im Zusammenhang mit Getränken und Vergiftungen ist vor allem Ethanol gemeint, das in alkoholischen Getränken wie Bier, Wein und Spirituosen enthalten ist und für Hunde giftig ist.

Inhalt
  1. Warum ist Alkohol für Hunde gefährlich?
  2. Symptome einer Alkoholvergiftung beim Hund
  3. Wo kann Alkohol enthalten sein?
  4. Was tun, wenn der Hund Alkohol aufgenommen hat?

Hunde dürfen keinen Alkohol trinken. Ethanol, also der Alkohol in Bier, Wein und Spirituosen, wird nach der Aufnahme rasch über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen und kann bereits innerhalb kurzer Zeit zu einer Vergiftung führen.

Warum ist Alkohol für Hunde gefährlich?

Ethanol wirkt vor allem auf das zentrale Nervensystem. Nach der Aufnahme gelangt es schnell ins Blut und anschliessend ins Gehirn. Dadurch kann es zu einer zunehmenden Dämpfung des Nervensystems kommen.

Zu den typischen ersten Anzeichen gehören Müdigkeit, Benommenheit, Taumeln und Koordinationsstörungen. Bei stärkerer Vergiftung können Unterkühlung, Unterzuckerung, Atemdepression, Kreislaufstörungen, Krampfanfälle und Bewusstlosigkeit auftreten. In schweren Fällen kann eine Ethanolvergiftung tödlich verlaufen.

Eine besondere Gefahr besteht bei kleinen Hunden und Welpen, weil bereits eine geringe Alkoholmenge zu einer hohen Dosis bezogen auf das Körpergewicht führen kann.

Symptome einer Alkoholvergiftung beim Hund

Wirkung auf das zentrale Nervensystem

Schwere Vergiftungen können zu einer ausgeprägten Dämpfung des zentralen Nervensystems und einer Atemdepression führen. Eine zusätzlich mögliche Komplikation ist eine Aspirationspneumonie, wenn ein stark benommener Hund Erbrochenes einatmet.

  • Koordinationsprobleme (Schwanken, Taumeln)
  • Schwäche und Zittern
  • Erbrechen
  • Benommenheit, Apathie, Desorientierung
  • Schnelles oder unregelmässiges Atmen
  • Unterkühlung (niedrige Körpertemperatur)
  • Unterzuckerung
  • Niedriger Blutdruck und verlangsamter Herzschlag
  • Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma

Wo kann Alkohol enthalten sein?

Die offensichtlichste Quelle sind alkoholische Getränke wie Bier, Wein, Spirituosen und Cocktails. Ethanol kommt jedoch auch in anderen Produkten vor.

  • Lebensmittel mit Alkohol: Hefegebäck, Desserts, manche Saucen und Marinaden
  • Hygieneprodukte: Mundspülungen, Handdesinfektionsmittel, bestimmte Reinigungsmittel. Nicht immer ist es nur Ethanol – Desinfektionsmittel z.B. enthalten oft Isopropanol – ein Alkohol, der für Hunde ebenfalls giftig ist.
  • Bestimmte Medikamente: Menschliche Medikamente sind ohnehin nicht für Tiere gedacht. Einige davon enhalten alkoholische Bestandteile.
  • Gärende Lebensmittel: Überreifes Obst oder roher Hefeteig – beides kann bei der Gärung Alkohol erzeugen

Eine unterschätzte Quelle ist roher Hefeteig. Die Hefe vergärt Zucker und bildet dabei Ethanol und Kohlendioxid. Nach der Aufnahme kann der Alkohol deshalb im Magen des Hundes entstehen und zu einer Ethanolvergiftung führen. Zusätzlich kann sich der Teig im Magen ausdehnen und dadurch eine gefährliche Magenüberdehnung verursachen.

Was tun, wenn der Hund Alkohol aufgenommen hat?

Sofort zum Tierarzt

Nicht abwarten, nicht beobachten. Wenn ein Hund eine relevante Menge Alkohol oder ein alkoholhaltiges Produkt aufgenommen hat, sollte umgehend eine Tierarztpraxis oder Tierklinik kontaktiert werden.

Keine Hausmittel einsetzen

Kein Erbrechen auf eigene Faust auslösen. Bei bereits einsetzender Dämpfung des zentralen Nervensystems besteht die Gefahr, dass der Hund Erbrochenes einatmet. Ob und welche Massnahmen zur Dekontamination sinnvoll sind, muss tierärztlich beurteilt werden.

Die Behandlung einer Alkoholvergiftung richtet sich nach dem Zustand des Hundes. Im Vordergrund stehen die Stabilisierung von Atmung und Kreislauf sowie die Kontrolle von Körpertemperatur und Blutzucker. Bei schweren Vergiftungen können eine intensive Überwachung und weiterführende Massnahmen erforderlich sein.

Wie eine Alkoholvergiftung verläuft, hängt vor allem von der aufgenommenen Menge und der Schwere der Vergiftung ab. Bei frühzeitiger tierärztlicher Behandlung können sich Hunde auch von schweren Ethanolvergiftungen wieder vollständig erholen.

Schwere Verläufe mit Koma, ausgeprägter Unterkühlung, Krampfanfällen oder Atemdepression können jedoch lebensbedrohlich sein.