Gesundheit & Pflege

Neue Zeckenart auch beim Hund – die Hirschlausfliege

Die Hirschlausfliege befällt Hunde zwischen Juli und Oktober und zeigt charakteristische Symptome. Richtige Erkennung und Entfernung mit konkreten Schritten.

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Neue Zeckenart auch beim Hund – die Hirschlausfliege
Inhalt
  1. Ist die Hirschlausfliege wirklich eine Zecke?
  2. Wie erkenne ich einen Befall beim Hund?
  3. Wie entferne ich Hirschlausfliegen richtig?
  4. Wann muss ich mit dem Hund zum Tierarzt?

Dein Hund dreht sich beim Spaziergang plötzlich zur Rute, will nicht weiterlaufen und leckt panisch eine Stelle am Körper? Möglicherweise hat ihn eine Hirschlausfliege gebissen – ein Parasit, der zwischen Juli und Oktober aktiv ist.

Ist die Hirschlausfliege wirklich eine Zecke?

Nein, trotz ihres irreführenden Namens gehört die Hirschlausfliege (Lipoptena cervi) nicht zu den Zecken, sondern zur Familie der Lausfliegen. Der Spitzname „fliegende Zecke“ entsteht durch ihr Verhalten: Sie fliegt ihr Opfer an, wirft nach der Landung die Flügel ab und saugt dann wie eine Zecke Blut.

Der etwa fünf bis sieben Millimeter grosse Parasit unterscheidet sich deutlich von echten Zecken. Hirschlausfliegen haben zunächst Flügel, einen abgeflachten Körper und bewegen sich schnell seitlich durch das Fell.

Wie erkenne ich einen Befall beim Hund?

Hunde zeigen bei einem Befall charakteristische Reaktionen: Sie drehen sich panisch zur befallenen Stelle, wollen nicht weitergehen und lecken intensiv die Bissstelle. Anders als beim Menschen, wo Kopf und Nacken bevorzugte Stellen sind, befällt die Hirschlausfliege Hunde am ganzen Körper.

Die Bissdauer beträgt etwa 20 Minuten. In dieser Zeit überträgt der Parasit möglicherweise Bartonella schoenbuchensis – Bakterien, die eitrige Hauterkrankungen verursachen können. Erste Symptome zeigen sich oft erst Stunden später durch Juckreiz oder Hautausschlag.

Wie entferne ich Hirschlausfliegen richtig?

Ein Flohkamm mit engstehenden Zinken ist das wirksamste Werkzeug. Kämme das gesamte Fell systematisch durch – die Parasiten bewegen sich schnell und verstecken sich gern in dichteren Fellpartien.

Zusätzlich hilft das Abspritzen mit kaltem Wasser aus dem Gartenschlauch. Die Hirschlausfliegen lassen sich dadurch oft aus dem Fell spülen und der Juckreiz lässt nach.

Meiner Erfahrung nach ist die mechanische Entfernung direkt nach dem Spaziergang am effektivsten – bevor sich die Parasiten tief ins Fell zurückziehen.

Wann muss ich mit dem Hund zum Tierarzt?

Bei diesen Symptomen solltest du nicht warten: Fieber, anhaltender Ausschlag an der Bissstelle oder eitrige Entzündungen der Haut. Auch wenn dein Hund apathisch wird oder das Futter verweigert, ist ein Tierarztbesuch nötig.

Die Bartonella-Bakterien können ernsthafte Hautinfektionen verursachen, die antibiotisch behandelt werden müssen.

Wann ist die Hirschlausfliege aktiv?

Die Hauptaktivität liegt zwischen Juli und Oktober, mit Spitzenzeiten im August und September.

Befällt die Hirschlausfliege nur Hunde?

Nein, sie befällt alle Säugetiere – Hirsche, Rehe, Hunde, Katzen und auch Menschen.

Kann ich den Befall vorbeugen?

Herkömmliche Zeckenschutzmittel wirken nur begrenzt. Am besten: sofort nach Waldspaziergängen das Fell kontrollieren und kämmen.