Kanton Jura: Ein Schatz der Natur und Kultur in der Schweiz
Der Kanton Jura bietet hundefreundliche Wanderwege, klare Leinenpflicht-Regelungen und naturnahe Ausflugsziele für Vierbeiner. Besonders der Naturpark Doubs und die Gewässer eignen sich für entspannte Touren mit dem Hund.
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Du planst einen Ausflug in den Kanton Jura mit deinem Hund? Die weitläufigen Wälder und Wiesen des jüngsten Schweizer Kantons bieten ideale Bedingungen für Mensch und Vierbeiner – sofern du die lokalen Bestimmungen kennst. Im Nordwesten der Schweiz gelegen, grenzt der Kanton an Frankreich und überrascht mit hundefreundlichen Wanderwegen abseits der Touristenströme.
Welche Leinenpflicht gilt im Kanton Jura?
Im Kanton Jura gilt grundsätzlich Leinenpflicht in bewohnten Gebieten, öffentlichen Verkehrsmitteln und ausgewiesenen Schutzgebieten. In Wäldern und auf Wanderwegen darfst du deinen Hund frei laufen lassen – vorausgesetzt, er ist zuverlässig abrufbar und stört keine Wildtiere. Zwischen April und Juli herrscht in vielen Gebieten verschärfte Leinenpflicht wegen der Brutzeit.
Die Gemeinden können zusätzliche Bestimmungen erlassen. In Porrentruy und Delémont gilt Leinenzwang in Parks und entlang der Flaniermeilen. Die Kontrollen sind selten, aber Bussgelder bei Verstössen betragen bis zu 200 Franken.
Wo kann ich im Jura am besten mit meinem Hund wandern?
Der Naturpark Doubs bietet über 300 Kilometer markierte Wanderwege, die meisten davon hundefreundlich. Besonders lohnend ist der Rundweg um Saint-Ursanne – 8 Kilometer durch Wälder und entlang des Doubs, mit mehreren Badestellen für deinen Hund.
Am Chasseral führt ein breiter Forstweg zum Gipfel, den auch Hunde mit durchschnittlicher Kondition schaffen. Die Aussicht belohnt die zweistündige Wanderung; unterwegs warten schattige Rastplätze. Die steilen Klettersteige solltest du meiden – sie sind für Hunde ungeeignet.
Der Sentier des Gorges du Pichoux ist ein Geheimtipp: ein 5 Kilometer langer Weg durch eine spektakuläre Schlucht, mit Bach zum Trinken für deinen Hund. Die Route ist gut ausgebaut und auch für weniger geübte Wanderer geeignet.
Hundefreundliche Seen und Schwimmplätze
Der Lac de la Gruère ist ein Moorsee mit flachen Ufern – perfekt für Hunde, die gerne baden. Das Wasser bleibt allerdings auch im Sommer kühl. Ein Rundweg von 3 Kilometern führt um den ganzen See, mit mehreren Ein- und Ausstiegsstellen.
Am Doubs findest du zwischen Soubey und Saint-Ursanne mehrere kleine Buchten, wo dein Hund schwimmen kann. Achte auf die Strömung – der Fluss kann nach Regenfällen reissend werden. Die Badestelle beim Camping Saint-Ursanne ist besonders sicher, da sie in einer ruhigen Flussschleife liegt.
Was muss ich über Wildtiere und Weidezäune wissen?
Im Jura leben Rehe, Wildschweine und gelegentlich Luchse. Halte deinen Hund zwischen März und Juni besonders kurz – Rehkitze liegen versteckt im hohen Gras und können von Hunden aufgescheucht werden. Wildschweinen begegnest du meist nur in der Dämmerung, doch sie verteidigen ihre Jungen aggressiv.
Beim Wandern triffst du häufig auf Weidezäune mit Rindern oder Pferden. Die meisten Zäune haben Durchgänge für Wanderer – schliesse sie immer wieder. Rinder sind normalerweise friedlich; führe deinen Hund ruhig und ohne Aufregung an der Herde vorbei.
Hundefreundliche Restaurants und Unterkünfte
Das Restaurant du Doubs in Saint-Ursanne erlaubt Hunde auf der Terrasse und stellt Wassernäpfe bereit. Die Auberge du Boeuf in Porrentruy hat einen Biergarten, wo Hunde willkommen sind. In beiden Lokalen stehen einfache Gerichte zu fairen Preisen auf der Karte.
Für Übernachtungen ist das Hôtel des Deux-Clefs in Saint-Ursanne eine gute Wahl – Hunde sind gegen Aufpreis (20 CHF/Nacht) willkommen. Das Camping Saint-Ursanne akzeptiert Hunde ohne Zusatzkosten und liegt direkt am Doubs.
Besondere Bestimmungen für bestimmte Hunderassen
Der Kanton Jura führt keine Rasseliste, aber für Hunde über 25 Kilogramm oder mit auffälligem Verhalten kann die Gemeinde einen Maulkorb verlangen. American Staffordshire Terrier, Rottweiler und ähnliche Rassen müssen einen Sachkundenachweis des Halters vorweisen – den du als Tourist normalerweise nicht benötigst, solange sich dein Hund unauffällig verhält.
In öffentlichen Verkehrsmitteln benötigen grosse Hunde (ab 30 cm Schulterhöhe) ein Ticket zum halben Preis. Kleine Hunde reisen kostenlos, müssen aber in einer Transportbox oder auf dem Schoß mitreisen.
Wie finde ich den nächsten Tierarzt?
In Porrentruy praktiziert Dr. Marie Fleury (Rue des Annonciades 12), die auch am Wochenende Notdienst anbietet. In Delémont ist die Clinique Vétérinaire du Jura (Route de Bâle 52) gut ausgestattet. Beide Praxen sprechen Deutsch und nehmen auch Touristen ohne Anmeldung an.
Welche Impfungen benötigt mein Hund für die Schweiz?
Für die Einreise aus Deutschland oder Österreich genügen Tollwut-Impfung und EU-Heimtierausweis. Eine Entwurmung ist empfehlenswert, aber nicht vorgeschrieben. Zeckenschutz ist zwischen März und Oktober ratsam – im Jura kommt Borreliose häufig vor.
Wo entsorge ich Hundekot im Kanton Jura?
Kotbeutel-Spender findest du in allen grösseren Orten an Parkplätzen und Wanderwegen. Die Entsorgung ist in jedem öffentlichen Mülleimer erlaubt. Auf Wanderwegen ohne Mülleimer gilt: Kotbeutel mitnehmen und im nächsten Ort entsorgen.
Hundeschulen und Trainingsplätze
Der Hundeverein Jura in Courgenay bietet Gasttraining für Besucher an (Samstag 14:00, Anmeldung erwünscht). Die École du Chien in Porrentruy hat einen Agility-Parcours, den du nach Absprache nutzen kannst. Beide Vereine sprechen Französisch und Deutsch.
Was kostet die Hundesteuer für Touristen?
Als Tourist zahlst du im Jura keine Hundesteuer – die ist nur für Einwohner mit Hauptwohnsitz fällig. Bei längerem Aufenthalt (über 3 Monate) kann die Gemeinde eine anteilige Gebühr verlangen, das kommt aber selten vor.