Illegaler Welpenhandel 2025: 737 Tiere entdeckt – Bayern bleibt Hotspot, Pudel stark im Trend
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Hamburg, 8. Januar 2026 – Der illegale Welpenhandel bleibt auch 2025 ein gravierendes Tierschutzproblem in Deutschland. Nach aktuellen Erhebungen von VIER PFOTEN wurden im vergangenen Jahr insgesamt 737 Tiere aus illegalem Handel, verbotenen Transporten oder nicht genehmigten Zuchten entdeckt. Darunter befanden sich 631 Hunde und 106 Katzen, aufgegriffen in 81 dokumentierten Fällen.
Die Auswertung basiert auf Medienberichten, Hinweisen aus dem VIER-PFOTEN-Meldetool sowie eigenen Einsätzen der Tierschutzorganisation.
Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg besonders betroffen
Mit 41 Prozent aller registrierten Fälle bleibt Bayern der bundesweite Schwerpunkt des illegalen Welpenhandels. Allein hier wurden 183 Tiere in 33 Fällen sichergestellt. Nordrhein-Westfalen (148 Tiere in 10 Fällen) und Baden-Württemberg (42 Tiere in 9 Fällen) folgen mit ebenfalls hohen Aufgriffszahlen.
Bayern liegt an einer zentralen Transportroute aus osteuropäischen Herkunftsländern wie Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Moldau oder Tschechien.
Zu jung, krank, nicht geimpft – Welpen leiden massiv
Viele der sichergestellten Tiere waren bei ihrer Entdeckung viel zu jung, gesundheitlich angeschlagen oder nicht ausreichend geimpft. In Bayern wurden Welpen aufgegriffen, die gerade einmal drei Wochen alt waren.
Rechtlich ist die Lage eindeutig: Welpen dürfen erst ab einem Alter von 15 Wochen aus EU-Ländern nach Deutschland einreisen. Voraussetzung ist eine gültige Tollwutimpfung, die frühestens ab der zwölften Lebenswoche möglich ist, sowie eine anschliessende Wartefrist von drei Wochen. Für Tiere aus nicht gelisteten Drittländern gelten noch strengere Vorgaben, hier sind mindestens sieben Monate vorgeschrieben.
Viele Welpen werden unter tierschutzwidrigen Bedingungen geboren, zu früh von der Mutter getrennt und schlecht versorgt. Chronische Erkrankungen und schwere Verhaltensprobleme sind häufige Folgen.
Neue Trendrasse im illegalen Handel: Pudel und Pudelmischlinge
Auffällig ist 2025 der Anstieg bei den betroffenen Rassen. In 16 Prozent aller Fälle waren Pudel oder Pudelmischlinge wie Maltipoos involviert. Die steigende Nachfrage nach vermeintlich allergikerfreundlichen Familienhunden macht sie für den illegalen Markt attraktiv.
Kleine Rassen bleiben generell gefragt, darunter Dackel, Pomeranians und Französische Bulldoggen. Bei den Katzenwelpen waren vor allem Rassekatzen betroffen: 46 Prozent der entdeckten Katzen gehörten zur Rasse Scottish Fold, einer Qualzucht, deren Zucht in Deutschland gesetzlich verboten ist.
Deutschland als Absatz- und Transitland
Deutschland spielte auch 2025 eine doppelte Rolle im illegalen Welpenhandel. In 86 Prozent der Fälle waren die Tiere für den Verkauf innerhalb Deutschlands bestimmt. In den übrigen Fällen nutzten kriminelle Netzwerke das Land als Transitroute, vor allem in Richtung Belgien und Frankreich.
Gesetzliche Fortschritte reichen noch nicht aus
Auf EU-Ebene wurde 2025 zwar eine neue Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen beschlossen, die voraussichtlich 2026 final verabschiedet wird. Erst mit ihrem Inkrafttreten sollen illegale Zucht- und Handelsstrukturen europaweit wirksamer bekämpft werden.
VIER PFOTEN fordert von der deutschen Bundesregierung, zentrale Schutzmassnahmen wie die verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung aller Hunde und Katzen schneller umzusetzen und die Kontrolle grenzüberschreitender Transporte konsequent zu verschärfen.
Quelle: Medienmitteilung von VIER PFOTEN, Januar 2026