Haltung & Alltag

Heimtierchip in Deutschland, Österreich und der Schweiz: der ultimative Ratgeber

Heimtierchips sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz gesetzlich vorgeschrieben. Die Kosten liegen zwischen 25-80 Euro, die Registrierung erfolgt bei TASSO, dem Deutschen Haustierregister oder der jeweiligen Landesbehörde.

4 Min Lesezeit
Heimtierchip in Deutschland, Österreich und der Schweiz: der ultimative Ratgeber
Inhalt
  1. Was genau ist ein Heimtierchip und wie funktioniert er?
  2. Welche Chip-Pflicht gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
  3. Wie läuft das Implantieren des Chips beim Tierarzt ab?
  4. Bei welchen Registern meldest du deinen Hund an?
  5. Was kostet das Chippen und wer zahlt?
  6. Wie erkennst du die Herkunft anhand der Chipnummer?
  7. Ersetzen GPS-Tracker oder ID-Anhänger den Chip?

Dein Hund läuft weg – und ohne Heimtierchip wird die Suche zur Nadel im Heuhaufen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Chippen mittlerweile gesetzliche Pflicht, aber die Regelungen unterscheiden sich erheblich.

Was genau ist ein Heimtierchip und wie funktioniert er?

Ein Heimtierchip ist ein reiskorngrosser Transponder, der eine 15-stellige Nummer speichert. Diese Nummer ist weltweit einmalig und mit den Daten des Halters verknüpft. Der Chip selbst enthält keine persönlichen Informationen – die stehen in der Datenbank des Registers, bei dem du deinen Hund anmeldest.

Tierärzte, Tierheime und Behörden können die Chipnummer mit einem Lesegerät auslesen. Damit finden sie in Sekunden heraus, wem der Hund gehört. Medizinische Daten speichert der Chip nicht – das ist ein verbreiteter Irrtum.

Welche Chip-Pflicht gilt in Deutschland, Österreich und der Schweiz?

Die Chip-Pflicht unterscheidet sich zwischen den drei Ländern deutlich.

Deutschland: Seit 2019 müssen alle Hunde gechipt und bei einem Register angemeldet sein. Verstösse können mit Bussgeldern bis 25.000 Euro geahndet werden – die Höhe variiert zwischen den Bundesländern.

Österreich: Chip-Pflicht besteht seit 2010. Die Registrierung bei der Behörde kostet zusätzlich 14,50 Euro pro Hund. Wer seinen Hund nicht meldet, zahlt bis zu 3.600 Euro Strafe.

Schweiz: Seit 2006 müssen Hunde identifizierbar sein – per Chip oder Tätowierung. Katzen sind seit 2020 ebenfalls chip-pflichtig. Die Anmeldung bei ANIS (Schweizer Heimtierdatenbank) kostet 35 Franken.

Wie läuft das Implantieren des Chips beim Tierarzt ab?

Das Chippen dauert wenige Sekunden und ähnelt einer normalen Impfung. Der Tierarzt spritzt den Chip mit einer dickeren Nadel unter die Haut – meist links zwischen die Schulterblätter. Eine Narkose ist nicht nötig.

Dein Hund spürt einen kurzen Stich, dann ist es vorbei. Welpen können ab der achten Lebenswoche gechipt werden. Nach dem Einsetzen prüft der Tierarzt sofort mit dem Lesegerät, ob der Chip funktioniert und an der richtigen Stelle sitzt.

Komplikationen sind selten: Gelegentlich wandert der Chip unter der Haut, verliert aber seine Funktion nicht. Infektionen kommen bei unter einem Prozent der Eingriffe vor.

Bei welchen Registern meldest du deinen Hund an?

Nach dem Chippen musst du deinen Hund registrieren. Hier die Anlaufstellen:

Deutschland: TASSO e.V. (kostenlos) oder das Deutsche Haustierregister (kostenlos). Beide arbeiten mit Tierärzten und Behörden zusammen.

Österreich: Bei der Gemeinde oder Stadt, wo du wohnst. Die Meldung läuft über das zentrale Heimtierregister des Bundes.

Schweiz: Nur bei ANIS, der offiziellen Schweizer Heimtierdatenbank. Private Register sind nicht anerkannt.

Du bekommst nach der Anmeldung einen Heimtierausweis mit der Chipnummer. Bewahre diesen sicher auf – bei Reisen ins Ausland ist er oft Pflicht.

Was kostet das Chippen und wer zahlt?

Die Kosten trägt grundsätzlich der Halter.

Deutschland: 25-45 Euro beim Tierarzt. TASSO-Registrierung ist kostenlos, andere Register verlangen teilweise Gebühren.

Österreich: 30-50 Euro für das Chippen, plus 14,50 Euro Registrierungsgebühr bei der Gemeinde.

Schweiz: 50-80 Franken beim Tierarzt, plus 35 Franken für die ANIS-Registrierung.

Tierheime übernehmen die Kosten meist vor der Vermittlung. Bei Diensthunden zahlt der Dienstherr.

Wie erkennst du die Herkunft anhand der Chipnummer?

Die 15-stellige Chipnummer verrät die Herkunft deines Hundes. Die ersten drei Ziffern zeigen entweder den Ländercode oder den Herstellercode.

Deutsche Chips: beginnen meist mit 276 (Ländercode Deutschland)
Österreichische Chips: starten mit 040 (Ländercode Österreich)
Schweizer Chips: beginnen mit 756 (Ländercode Schweiz)

Chips mit 991 als Anfangsziffer stammen von internationalen Herstellern – typisch bei Auslandshunden aus dem Tierschutz.

Auf europetnet.com kannst du jede Chipnummer nachschlagen und erfährst, in welchem Register der Hund gemeldet sein müsste.

Ersetzen GPS-Tracker oder ID-Anhänger den Chip?

Nein, sie ergänzen ihn höchstens. Die gesetzliche Chip-Pflicht lässt keine Alternative zu.

GPS-Tracker zeigen dir den aktuellen Standort deines Hundes – aber nur solange der Akku hält und der Tracker am Halsband bleibt. ID-Anhänger am Halsband gehen leicht verloren oder werden abgerissen.

Der Chip sitzt dauerhaft unter der Haut und funktioniert ohne Batterie ein Hundeleben lang.

Muss ich die Chipnummer bei Umzug oder Verkauf aktualisieren?

Ja, unbedingt. Bei Adressänderung, Handynummer-Wechsel oder Besitzerwechsel meldest du die Änderung beim Register. Das geht meist online und dauert wenige Minuten.

Können alle Tierärzte jeden Chip auslesen?

Moderne Lesegeräte erkennen alle gängigen Chip-Standards. Alte Geräte haben manchmal Probleme mit Chips aus anderen Ländern – deshalb solltest du bei Auslandshunden den Heimtierausweis immer mitführen.

Was passiert wenn der Chip defekt ist?

Chips fallen extrem selten aus. Wenn das Lesegerät keine Nummer anzeigt, sitzt der Chip möglicherweise an einer anderen Stelle. Der Tierarzt kann mit dem Lesegerät systematisch suchen.

Schadet der Chip der Gesundheit meines Hundes?

Nein, der Chip ist biologisch inert und löst keine Reaktionen aus. Er enthält keine Batterie und sendet nur beim Auslesen ein Signal. Krebsfälle in Zusammenhang mit Chips sind bei Millionen gechippter Tiere nicht dokumentiert.

Kann ich die Chipnummer meines Hundes selbst auslesen?

Nur mit einem Chiplesegerät. Manche Tierarztpraxen leihen diese aus oder du kaufst ein einfaches Gerät für 20-30 Euro online. Das macht Sinn wenn du mehrere Tiere hast oder züchtest.