Südtirols Strategie gegen Hundekot: Eine DNA-Datenbank für alle Vierbeiner
Südtirol führt eine DNA-Datenbank für Hunde ein, um Hundekot-Sünder zu überführen. Was das für deutsche Urlauber bedeutet und welche Strafen drohen.
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Du planst einen Südtirol-Urlaub mit Hund? Dann solltest du das wissen: Die Provinz führt seit 2024 eine DNA-Datenbank für alle Hunde ein. Wer seinen Vierbeiner nicht registrieren lässt, zahlt bis zu 1.064 Euro Strafe.
Welche Hunde müssen in die DNA-Datenbank?
Alle in Südtirol gemeldeten Hunde ab dem ersten Lebensjahr. Die Speichelprobe kostet 65 Euro pro Hund und muss beim Tierarzt abgenommen werden. Bisher haben etwa 10.000 der geschätzten 40.000 Hunde ihre genetischen Daten hinterlegt.
Für deutsche Urlauber gilt: Touristen-Hunde müssen nicht erfasst werden. Das schafft ein Schlupfloch, nicht registrierte Hinterlassenschaften lassen sich keinem Halter zuordnen.
Wie funktioniert die Hundekot-Verfolgung konkret?
Gemeindeangestellte sammeln Kotproben von Gehwegen und öffentlichen Plätzen. Im Labor wird die DNA analysiert und mit der Datenbank abgeglichen. Bei einem Treffer erhält der Halter eine Rechnung: 290 Euro für die Laboranalyse plus die reguläre Strafe für nicht entfernten Hundekot.
Das Verfahren dauert etwa zwei Wochen. Meiner Einschätzung nach wirkt das für viele Halter abschreckend, auch wenn die Erfassung längst nicht flächendeckend erfolgt.
Was sagen Tierschützer zu der Massnahme?
Die Kritik ist deutlich. Der italienische Tierschutzverband bemängelt vor allem die hohen Kosten für einkommensschwache Halter. Die Befürchtung: Hunde werden abgegeben oder schlicht nicht angemeldet.
Ein weiteres Problem bleibt bestehen: Nur registrierte Hunde können überführt werden. Hunde von Touristen oder aus anderen Regionen bleiben unentdeckt, das untergräbt das System.
Welche Alternativen zum DNA-System existieren?
Andere Gemeinden setzen auf klassische Methoden. Mehr Mülleimer entlang der Gassirouten, kostenlose Kotbeutel-Spender und Aufklärungskampagnen gehören zum Standardrepertoire. Bozen hat 2023 zusätzliche Hundekot-Stationen installiert, mit messbarem Erfolg bei der Sauberkeit.
Aus unserer Sicht ist der Bildungsansatz nachhaltiger. Wer versteht, warum Hundekot in der Natur problematisch ist, ändert sein Verhalten dauerhaft.
Praktische Tipps für sauberes Gassigehen
Pack immer mehr Kotbeutel ein als du denkst zu benötigen. Ein Ersatzbeutel in jeder Jackentasche verhindert peinliche Situationen. Bei längeren Wanderungen hilft ein kleiner Behälter mit Deckel, so musst du den gefüllten Beutel nicht kilometerweit in der Hand tragen.
In städtischen Gebieten gilt: Auch wenn kein Mülleimer in Sicht ist, den Kot nicht liegen lassen. Meist findest du innerhalb von 200 Metern eine Entsorgungsmöglichkeit.
Droht das DNA-System auch in Deutschland?
Bisher nicht. Deutsche Kommunen experimentieren eher mit Überwachungskameras und höheren Bussgeldern. Die DNA-Erfassung gilt als zu aufwendig und rechtlich umstritten.
Was kostet die DNA-Registrierung genau?
65 Euro für die Ersterfassung beim Tierarzt. Zusätzlich fallen die üblichen Tierarztkosten an. Bei Verweigerung droht eine Strafe von 106 bis 1.064 Euro.
Können auch alte Kotproben analysiert werden?
Ja, DNA bleibt mehrere Wochen nachweisbar. Nicht jede gefundene Probe wird untersucht, das wäre zu teuer. Die Gemeinden sammeln gezielt an Problemstellen.