Gesundheit & Pflege

Gefährliche Grannen: Was Hundebesitzer wissen müssen

Grannen sind winzige Pflanzensamen, die sich durch Hundefell bohren und ernsthafte Verletzungen verursachen können. Rechtzeitiges Erkennen und Handeln verhindert teure Tierarztbehandlungen.

3 Min Lesezeit
Gefährliche Grannen: Was Hundebesitzer wissen müssen
Inhalt
  1. Wie erkenne ich eine Granne beim Hund?
  2. Welche Symptome zeigt mein Hund bei einer Granne?
  3. Was mache ich, wenn ich eine Granne vermute?
  4. Wie verhindere ich Grannen-Verletzungen?
  5. Sind manche Hunderassen anfälliger für Grannen?
  6. Kann ich Grannen-Schutzkleidung verwenden?

Nach dem Spaziergang leckt dein Hund obsessiv an der Vorderpfote. Zwischen den Zehen zeigt sich eine kleine Schwellung. Mögliche Ursache: eine Granne – ein winziges Pflanzenteil, das sich durch die Haut bohrt und ernsthafte Probleme verursacht.

Wie erkenne ich eine Granne beim Hund?

Grannen sind die spitzen, borstigen Samen bestimmter Grasarten, vor allem von Gerste, Weizen und wilden Gräsern. Sie tragen winzige Widerhaken, die ein Rückwärtsbewegen unmöglich machen. Einmal in der Haut, arbeiten sie sich immer tiefer ins Gewebe vor.

Die kritische Zeit läuft von Mai bis September, wenn die Gräser ihre Samen abwerfen. Nach trockenen Tagen brechen die Grannen besonders leicht ab und bleiben im Hundefell hängen.

Welche Symptome zeigt mein Hund bei einer Granne?

Die Anzeichen hängen davon ab, wo sich die Granne festgesetzt hat.

Pfoten: Der Hund leckt eine bestimmte Stelle permanent, humpelt oder zeigt Druckempfindlichkeit zwischen den Zehen. Eine kleine, gerötete Öffnung in der Haut ist oft der Einstichpunkt.

Ohren: Heftiges Kopfschütteln, Kratzen am betroffenen Ohr und ein muffiger Geruch aus dem Gehörgang. Der Hund lässt sich ungern am Kopf berühren.

Nase: Anfallsartiges Niesen, Nasenreiben am Boden oder blutiger Ausfluss aus einem Nasenloch. Anders als bei normalem Niesen hört es nicht auf.

Augen: Tränenfluss, Blinzeln und Reiben mit der Pfote am Auge. Das betroffene Auge ist gerötet und geschwollen.

Was mache ich, wenn ich eine Granne vermute?

Jede Stunde zählt. Eine Granne wandert stündlich tiefer und kann binnen Tagen lebensgefährliche Organe erreichen.

Sofort-Massnahmen: Halte deinen Hund ruhig und untersuche die betroffene Stelle bei gutem Licht. Ist die Granne sichtbar und nur oberflächlich eingedrungen, kannst du sie mit einer Pinzette greifen und gerade herausziehen – nie drehen oder brechen.

Wann zum Tierarzt: Immer, wenn du die Granne nicht sofort und vollständig entfernen kannst. Bei Ohren und Nase niemals selbst versuchen – hier ist die Verletzungsgefahr zu hoch.

Eine übersehene Granne kann Abszesse, Lungenentzündungen oder Hirnhautentzündungen auslösen. Die Behandlung wird dann aufwendig und kostet mehrere hundert Franken.

Wie verhindere ich Grannen-Verletzungen?

Nach jedem Spaziergang solltest du deinen Hund systematisch absuchen. Zwei Minuten Kontrolle können Stunden beim Tierarzt ersparen.

Kontrollpunkte: Pfoten (besonders zwischen den Zehen), Ohren, Achselhöhlen, Bauch und die Bereiche um Augen und Nase. Grannen fühlen sich wie kleine, harte Stacheln an.

Fell-Management: Kürze das Fell an Pfoten und Ohren während der Grannen-Saison. Bei langhaarigen Rassen verhindert das die Ansammlung von Pflanzenresten.

Routenwahl: Meide zur Hochzeit (Juli bis August) Feldränder und verwilderte Wiesen. Asphaltierte Wege und kurzgemähte Parks sind grannenarm.

Hunde mit dichtem Fell oder langen Ohren tragen ein höheres Risiko. Bei ihnen gehört die tägliche Kontrolle während der Grannen-Saison zur Pflicht.

Sind manche Hunderassen anfälliger für Grannen?

Bestimmte Rassen tragen ein erhöhtes Risiko. Hunde mit hängenden Ohren wie Cocker Spaniel oder Golden Retriever haben schlechtere Ohrenbelüftung – Grannen bleiben länger unentdeckt.

Langhaarige Rassen wie Deutsche Schäferhunde oder Berner Sennenhunde sammeln mehr Pflanzenreste im Fell. Bei ihnen verstecken sich Grannen leichter.

Kleine Hunde mit dichtem Bodenkontakt wie Dackel oder Jack Russell Terrier laufen durch das hohe Gras und sammeln dabei zwangsläufig mehr Grannen.

Kann ich Grannen-Schutzkleidung verwenden?

Spezielle Hundeschuhe schützen die Pfoten effektiv vor Grannen. Sie eignen sich für Spaziergänge in stark betroffenen Gebieten.

Ohrenschutz in Form von Hundehauben ist erhältlich, in der Praxis aber unpraktisch. Die meisten Hunde tolerieren die Einschränkung schlecht.

Die Zeit ist besser in gründliche Nachkontrollen investiert als in Schutzkleidung. Diese lohnt sich nur bei extremer Grannen-Belastung.