Ein Leben lang an der Seite Ihres Hundes: Das „Growing Dog Project“
Das Growing Dog Project des Tierspitals Zürich begleitet Hunde lebenslang mit Untersuchungen und Probenentnahmen. Für Halter aus der Region kann sich die kostenlose Teilnahme lohnen – bei längeren Anfahrten überwiegt der Stress.
Inhalt
Das Universitäre Tierspital Zürich startet eine Langzeitstudie zur Hundegesundheit. Das «Growing Dog Project» begleitet Hunde von der 8. Lebenswoche bis ins Seniorenalter – mit regelmässigen Untersuchungen und Probenentnahmen. Als erste deutschsprachige Studie dieser Art soll sie neue Erkenntnisse über Wachstum und Alterung bei Hunden liefern.
Was passiert bei der Teilnahme am Growing Dog Project?
Hunde, die an der Studie teilnehmen, durchlaufen standardisierte Untersuchungen in verschiedenen Lebensphasen. Dazu gehören körperliche Checks, Fragebögen zu Verhalten und Haltung sowie Probenentnahmen – Blut, Urin und Kot. Die Termine richten sich nach dem Alter: Welpen kommen häufiger, erwachsene Hunde in grösseren Abständen.
Die Forscher dokumentieren Wachstumsparameter, Gesundheitsstatus und Lebensumstände. Ziel ist es, Risikofaktoren für typische Hundekrankheiten zu erkennen und Wege zur Vorbeugung zu entwickeln.
Welcher Zeitaufwand entsteht für Hundehalter?
Pro Termin solltest du rund zwei bis drei Stunden einplanen – inklusive Anfahrt und Wartezeit. In den ersten Lebensmonaten stehen mehrere Besuche an; später reduziert sich die Frequenz auf jährliche oder zweijährliche Kontrollen.
Der Fragebogen zu Hause nimmt etwa eine halbe Stunde in Anspruch. Du beantwortest Fragen zu Futter, Bewegung, Verhalten und gesundheitlichen Auffälligkeiten. Diese Angaben sind für die Studie genauso relevant wie die klinischen Werte.
Entstehen Kosten für die Hundehalter?
Die Grunduntersuchungen sind kostenlos. Du zahlst nur die Anfahrt nach Zürich und allfällige Zusatzleistungen, die über das Studienprogramm hinausgehen. Bei einem positiven Befund übernimmt deine reguläre Tierarztpraxis die weitere Behandlung.
Das Tierspital bewirbt «finanzielle Vergünstigungen» für Teilnehmer, nennt aber keine konkreten Zahlen. Nachfragen lohnt sich – besonders wenn du ohnehin regelmässig teure Vorsorgeuntersuchungen durchführen lässt.
Für wen lohnt sich die Teilnahme nicht?
Lange Anfahrtswege belasten dich und den Hund. Wer mehr als zwei Stunden Fahrtzeit hat, für den überwiegt der Aufwand den Nutzen. Besonders ängstliche oder kranke Hunde leiden unter häufigen Transporten.
Die Studie sammelt Daten, garantiert aber keine bessere Gesundheit für deinen individuellen Hund. Wer bereits eine gute Tierarztbetreuung hat und regelmässige Vorsorge betreibt, zieht aus dem Projekt wenig zusätzlichen Nutzen.
Was unterscheidet diese Studie von anderen?
Die meisten Gesundheitsstudien bei Hunden laufen über wenige Jahre. Das Growing Dog Project plant eine lebenslange Begleitung und sammelt dadurch Daten, die sonst nicht verfügbar sind – etwa zum Zusammenhang zwischen Welpenfutter und Gelenkproblemen im Alter.
Die Schweizer Forscher arbeiten mit einem standardisierten Protokoll, das Vergleiche zwischen verschiedenen Rassen, Haltungsformen und Fütterungskonzepten ermöglicht. Vielen kleineren Studien fehlt genau diese Systematik.
Wie melde ich meinen Hund an?
Die Anmeldung läuft über die Website des Tierspitals Zürich. Du füllst einen Vorab-Fragebogen aus und vereinbarst einen Ersttermin. Wichtig: Die Plätze sind begrenzt, und nicht alle Rassen werden gleich stark gesucht.
Dein Haustierarzt kann die Anmeldung unterstützen und erhält Kopien aller Untersuchungsergebnisse. Die Zusammenarbeit ist erwünscht, aber nicht verpflichtend.