Hundekrankheiten
Hundekrankheiten sind Gesundheitsstörungen, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität deines Hundes beeinträchtigen können – von harmlosen Verdauungsproblemen bis zu lebensbedrohlichen Infektionen.
Inhalt
Hundekrankheiten reichen von lästigen Verdauungsproblemen bis zu ernsthaften Infektionen, die das Leben deines Hundes gefährden können. Das Gute: Viele davon lassen sich mit Früherkennung und ein bisschen Aufmerksamkeit abfangen, bevor sie eskalieren.
Als Halter kennst du deinen Hund am besten – und genau das ist dein größter Vorteil. Die Frage ist nur, wann ein komisches Verhalten noch „normal“ ist und wann du hellhörig werden solltest.
Welche Infektionskrankheiten solltest du kennen?
Staupe, Parvovirose, Tollwut – das sind die klassischen Namen, die jedem Hundehalter irgendwann unterkommen. Sie klingen bedrohlich, und das zurecht. Aber: Alle drei sind durch Impfung vermeidbar. Gefährlicher ist oft, was weniger bekannt ist.
Leptospirose zum Beispiel. Die Erreger stecken in Pfützen und Seen – übertragen über Rattenurin, den man natürlich nicht sieht. Dein Hund kann sich beim Schnuppern anstecken, während du nichts ahnst. Am Anfang zeigt sich kaum etwas: ein bisschen Müdigkeit, weniger Hunger. Erst später kommen Erbrechen und die typische Gelbfärbung der Schleimhäute dazu – und dann ist meist schon Zeit vergangen.
Zwingerhusten klingt so, als hätte dein Hund etwas Falsches geschluckt und versucht, es wieder rauszuwürgen – ein bellender, trockener Husten, der einen nervös macht. Der Name führt übrigens in die Irre: Auch Hunde, die nie einen Zwinger von innen gesehen haben, können sich anstecken. Hundeschule, Park, Begegnung mit einem anderen Hund – das reicht.
Staupe ist heute zum Glück selten – aber nicht weg. Ungeimpfte Welpen tragen das größte Risiko. Die Krankheit schleicht sich in Phasen heran: erst Fieber und Abgeschlagenheit, dann Atemwegsprobleme, am Ende neurologische Ausfälle. Ein Verlauf, den man wirklich nicht erleben möchte.
Woran erkennst du Parasitenbefall frühzeitig?
Herzwürmer sind in Deutschland noch die Ausnahme – aber Reisehunde aus Südeuropa bringen sie gelegentlich mit. Tückisch daran: Bis die ersten Symptome auftauchen, können durchaus Jahre vergehen. Wer mit seinem Hund in den Süden reist, sollte das im Blick haben.
Giardien erkennst du oft am Kot: gelblich, schmierig, manchmal mit Schleim durchzogen. Nicht jeder weiche Stuhlgang ist gleich Giardiose – aber wenn das länger als drei Tage anhält, ist eine Kotprobe beim Tierarzt die richtige nächste Maßnahme.
Flöhe und Zecken machen sich meist durch Kratzen bemerkbar. Manche Hunde reagieren dabei verzögert allergisch auf Flohspeichel – dann siehst du rote, entzündete Hautstellen, obwohl du keinen einzigen Floh findest. Das verwirrt, ist aber erklärbar.
Wie äussern sich chronische Erkrankungen im Alltag?
Arthritis ist nicht immer gleich Hinken. Viele Hunde werden einfach stiller: weniger Lust auf Bewegung, morgens steifer beim Aufstehen, ein kurzes Zögern vor der Treppe. Das fällt oft erst auf, wenn man gezielt drauf achtet.
Hüftdysplasie zeigt sich bei jungen Hunden manchmal daran, dass sie die Hinterbeine beim Laufen gleichzeitig absetzen – dieser charakteristische Hasengalopp. Bei älteren Hunden ist es eher das Aufstehen nach dem Liegen, das sie verrät.
Nierenprobleme entwickeln sich schleichend, das ist das Heimtückische daran. Erhöhter Durst gilt als Warnzeichen – aber erst, wenn bereits etwa 75 % der Nierenfunktion verloren sind, zeigt er sich überhaupt. Deshalb sind regelmäßige Blutuntersuchungen ab dem siebten Lebensjahr keine Übervorsicht, sondern echte Vorsorge.
Diabetes erkennst du an einer bestimmten Kombination: mehr trinken, häufiger urinieren, trotzdem abnehmen – obwohl der Appetit stimmt. Wenn diese drei Punkte zusammen auftreten, ist ein Tierarztbesuch dringend.
Was steckt hinter Hautproblemen?
Futterallergien entwickeln sich oft erst nach Monaten – manchmal Jahren – mit demselben Protein. Das ist kontraintuitiv, denn das Futter hat „ja immer funktioniert“. Typisch ist Juckreiz an Pfoten, Ohren und Bauch, weniger am Rücken.
Hot Spots entstehen schnell. Wirklich schnell – manchmal innerhalb weniger Stunden aus einer harmlosen Kratzstelle. Die betroffene Stelle wird rot, nass, und riecht unangenehm. Was dann hilft: Haare rund um die Stelle kürzen, desinfizieren, Halskrause anlegen. Je früher, desto besser.
Bei bakteriellen Hautinfektionen siehst du kleine eitrige Pickelchen, häufig am Bauch oder zwischen den Zehen. Diese sogenannte Pyodermie tritt oft als Folge anderer Hautprobleme auf – also eher Symptom eines Symptoms als eigenständige Erkrankung.
Wann werden Atemprobleme gefährlich?
Gesunde Hunde atmen in Ruhe 10 bis 30 Mal pro Minute. Alles darüber – ohne vorherige Anstrengung – ist ein Zeichen, das man ernst nehmen sollte. Eine Lungenentzündung erkennst du genau daran: schnellere Atmung selbst im Liegen.
Trachealkollaps betrifft vor allem kleine Rassen. Der Husten klingt ein bisschen wie das Schnattern einer Gans – auffällig besonders bei Aufregung oder körperlicher Belastung. Ein Geschirr statt Halsband kann die Symptome spürbar lindern, weil der Druck auf die Luftröhre entfällt.
Wie beugst du am besten vor?
Die Grundimmunisierung mit 8, 12 und 16 Wochen plus Tollwutimpfung ist Pflicht – daran führt kein Weg vorbei. Bei den Auffrischungen sieht es anders aus: Bei den meisten Impfstoffen reichen dreijährige Intervalle aus. Die oft beworbenen jährlichen Auffrischungen sind in vielen Fällen nicht nötig.
Entwurmen nach fester Routine – egal ob Befall vorhanden oder nicht – macht wenig Sinn. Effektiver sind Kotuntersuchungen alle drei Monate. Nur wenn ein Befund positiv ausfällt, wird gezielt behandelt. Das schont den Hund und ist trotzdem sicher.
Gewichtskontrolle klingt komplizierter als sie ist. Faustregel: Du solltest die Rippen deines Hundes mit leichtem Druck ertasten können – aber nicht sehen. Sieht man sie schon von außen (bei kurzem Fell), ist er zu dünn. Spürt man sie gar nicht, ist er zu dick. Das klappt auch ohne Waage.
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