Wiki · Gesundheit & Pflege

TPLO (Tibia plateau leveling osteotomy)

2 Min Lesezeit
TPLO (Tibia plateau leveling osteotomy)
Definition

Die TPLO (Tibia Plateau Leveling Osteotomy) ist ein chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Kreuzbandrissen beim Hund, bei dem das Schienbein-Plateau abgeflacht wird, um die Kniegelenk-Stabilität ohne das gerissene Band wiederherzustellen.

Inhalt
  1. Wann wird eine TPLO empfohlen?
  2. Wie funktioniert die TPLO-Operation?
  3. Was kostet eine TPLO?
  4. Wie verläuft die Heilung nach der TPLO?
  5. Welche Alternativen gibt es zur TPLO?
  6. Welche Risiken hat die TPLO?

Die TPLO (Tibia Plateau Leveling Osteotomy) ist ein chirurgisches Verfahren zur Behandlung von Kreuzbandrissen beim Hund. Dabei wird das Schienbein-Plateau abgeflacht, damit das Kniegelenk auch ohne das gerissene Band stabil bleibt.

Wann wird eine TPLO empfohlen?

Dein Tierarzt schlägt eine TPLO vor, wenn dein Hund einen vollständigen Kreuzbandriss hat und mehr als 20 kg wiegt. Bei kleineren Hunden reichen oft konservative Methoden aus.

Besonders bei aktiven Hunden ist die OP sinnvoll, weil sie eine Rückkehr zur normalen Belastung ermöglicht. Ein angerissenes Band heilt selten von selbst, ohne Behandlung verschlechtert sich die Arthrose stetig weiter.

Wie funktioniert die TPLO-Operation?

Der Chirurg sägt einen bogenförmigen Schnitt in das obere Ende des Schienbeins und dreht das Plateau um etwa 5 Grad. Eine Titan-Platte fixiert den Knochen in der neuen Position.

Der Eingriff dauert rund 60 bis 90 Minuten. Durch die veränderte Geometrie rutscht der Oberschenkelknochen nicht mehr nach vorn, die Funktion des gerissenen Kreuzbands wird damit überflüssig.

Was kostet eine TPLO?

Die Gesamtkosten liegen in der Regel zwischen 2’000 und 4’000 Euro. Darin enthalten sind Voruntersuchung, Operation, Nachkontrollen und Röntgenbilder zur Heilungskontrolle.

Hinzu kommen Kosten für Physiotherapie (etwa 50 bis 80 Euro pro Sitzung) und Schmerzmittel. Manche Tierkrankenversicherungen übernehmen 80 bis 100 Prozent der Kosten, allerdings meist nur bei Unfällen, nicht bei degenerativen Kreuzbandrissen.

Wie verläuft die Heilung nach der TPLO?

Die Heilung dauert etwa 12 Wochen. In den ersten 8 Wochen darf dein Hund nur an der kurzen Leine spazieren, 5 Minuten alle 4 Stunden sind das Maximum.

Ab Woche 3 beginnt kontrollierte Physiotherapie: Unterwasserlaufband, Massagen und passive Bewegungsübungen. Nach 8 Wochen zeigt ein Röntgenbild, ob der Knochen stabil verheilt ist. Dann sind längere Spaziergänge erlaubt.

85 bis 95 Prozent der Hunde erreichen nach 4 bis 6 Monaten wieder ihre normale Aktivität. Für einen vollständigen Sporteinsatz solltest du rund 6 Monate einplanen.

Welche Alternativen gibt es zur TPLO?

Bei Hunden unter 20 kg kann eine konservative Behandlung mit 6 bis 8 Wochen strikter Ruhe ausreichen. Die Erfolgsrate liegt dabei bei 60 bis 70 Prozent.

Als chirurgische Alternative existiert die TTA (Tibial Tuberosity Advancement), ein ähnliches Verfahren mit vergleichbaren Ergebnissen. Welches Vorgehen passt, hängt von der individuellen Anatomie deines Hundes ab.

Welche Risiken hat die TPLO?

Komplikationen treten bei 5 bis 15 Prozent der Eingriffe auf. Am häufigsten sind Infektionen an der Platte (rund 2 bis 3 Prozent) oder eine verzögerte Knochenheilung.

Das Implantat verbleibt lebenslang im Hund, eine Entfernung ist nur nötig, wenn Probleme auftreten. Die Arthrose schreitet trotz erfolgreicher OP langsam voran, aber deutlich verlangsamt gegenüber unbehandelten Fällen.