Allergie beim Hund: Ein tieferer Einblick
Allergien beim Hund zeigen sich meist über die Haut: anhaltender Juckreiz, rote Stellen oder obsessives Lecken der Pfoten. Bei Futtermittelallergien kommen Verdauungsprobleme dazu.
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Dein Hund kratzt sich seit Wochen blutig, obwohl du kein Ungeziefer findest. Oder er bekommt nach dem Futter regelmässig Durchfall – aber nur manchmal. Solche Rätsel löst oft eine Allergie. Das Immunsystem stuft harmlose Stoffe als Feinde ein und bekämpft sie mit allen Mitteln.
Woran erkenne ich eine Allergie bei meinem Hund?
Die Haut zeigt es zuerst. Ein allergischer Hund kratzt sich an immer denselben Stellen – oft bis die Haut gerötet ist oder blutet. Typische Problemzonen: Pfoten, Bauch, Innenseite der Ohren.
Bei Futtermittelallergien kommen Verdauungsprobleme dazu. Weicher Kot, der nach dem gleichen Futter auftritt. Blähungen ohne ersichtlichen Grund. Manchmal erbricht der Hund innerhalb weniger Stunden nach dem Fressen.
Umweltallergien zeigen sich meist saisonal. Im Frühjahr tränende Augen und häufiges Niesen – wie beim Menschen. Manche Hunde lecken ihre Pfoten nach Spaziergängen obsessiv sauber.
Welche Allergietests gibt es für Hunde?
Der Pricktest bringt bei Hunden schnelle Klarheit. Der Tierarzt trägt verdünnte Allergene auf eine rasierte Hautstelle auf und prüft nach 15 Minuten die Reaktion. Schwellungen oder Rötungen verraten den Übeltäter.
Bluttests messen Antikörper gegen spezifische Allergene. Das Labor testet bis zu 40 verschiedene Substanzen gleichzeitig. Die Kosten liegen zwischen 150 und 300 Franken, je nach Umfang.
Bei Verdacht auf Futtermittelallergie funktioniert nur die Ausschlussdiät zuverlässig. Acht Wochen lang bekommt der Hund ausschliesslich eine Proteinquelle und eine Kohlenhydratquelle, die er noch nie gefressen hat. Hirsch mit Süsskartoffeln zum Beispiel.
Kann eine Hundeallergie wieder verschwinden?
Allergien bleiben lebenslang bestehen. Aber ihre Intensität schwankt. Ein Hund mit Gräserallergie leidet im verregneten Sommer weniger als in trockenen Jahren mit hohem Pollenflug.
Die Hyposensibilisierung kann bei Umweltallergien helfen. Dabei spritzt der Tierarzt über Monate hinweg steigende Dosen des Allergens. Das Immunsystem gewöhnt sich daran und reagiert schwächer. Bei 60 Prozent der behandelten Hunde verbessern sich die Symptome deutlich.
Bei Futtermittelallergien bleibt nur die strikte Vermeidung. Ein Hund mit Rindfleischallergie kann nie wieder Rindfleisch fressen – auch nicht in winzigen Mengen als „Leckerli“.
Was hilft meinem allergischen Hund sofort?
Gegen akuten Juckreiz wirken kühle, feuchte Umschläge auf die betroffenen Stellen. Zehn Minuten reichen meist. Kamillentee abgekühlt als Spülung beruhigt gereizte Haut zwischen den Zehen.
Antihistaminika für Hunde dämpfen allergische Reaktionen innerhalb von ein bis zwei Stunden. Cetirizin in angepasster Dosierung verschreibt der Tierarzt bei akuten Schüben. Bei chronischen Verläufen kommen stärkere Medikamente wie Apoquel zum Einsatz.
Die Umgebung anpassen bringt langfristig mehr. Häufigeres Staubsaugen reduziert Hausstaubmilben. Nach Spaziergängen die Pfoten mit lauwarmem Wasser abspülen entfernt Pollen und andere Allergene.
Kann ich selbst testen, worauf mein Hund allergisch ist?
Nein, zuverlässige Allergietests gibt es nur beim Tierarzt. Online-Tests analysieren meist nur Futtergewohnheiten, keine echten Allergene.
Sind bestimmte Rassen anfälliger für Allergien?
Golden Retriever, West Highland White Terrier und Französische Bulldoggen entwickeln überdurchschnittlich oft Allergien. Die Veranlagung wird vererbt.
Kann eine Allergie durch Stress ausgelöst werden?
Stress verstärkt allergische Reaktionen, löst sie aber nicht aus. Ein entspannter Hund kratzt sich auch mit Pollenallergie weniger heftig.
Hilft Fellpflege gegen Allergiesymptome?
Regelmässiges Bürsten entfernt Allergene aus dem Fell, bevor sie die Haut reizen. Bei Umweltallergien täglich bürsten, bei Futtermittelallergien bringt es nichts.
Können Welpen schon Allergien haben?
Echte Allergien entwickeln sich erst nach wiederholtem Kontakt mit dem Allergen, meist ab dem sechsten Lebensmonat. Hautprobleme bei jüngeren Welpen haben andere Ursachen.