Hyposensibilisierung
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Was ist eine Hyposensibilisierung (Spezifische Immuntherapie, SIT) bei Tieren?
Die Hyposensibilisierung bei Tieren, auch Spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, ist eine langfristige Therapie gegen Allergien und allergiebedingten Hautkrankheiten. Der Tierarzt spritzt dabei regelmässig kleine Mengen der Allergene, auf die das Tier reagiert, um das Immunsystem schrittweise daran zu gewöhnen. Ziel ist es, die Überempfindlichkeit gegenüber diesen Allergenen dauerhaft zu senken.
Wie wird eine Hyposensibilisierung bei Tieren durchgeführt?
Die Therapie startet mit der Steigerungsphase: Der Tierarzt erhöht die Allergen-Dosis in kurzen Abständen, bis die höchstmögliche Dosis erreicht ist. In der anschliessenden Erhaltungsphase bleibt die Dosis konstant, und die Abstände zwischen den Injektionen werden verlängert, das Tier erhält die Spritze dann etwa alle vier Wochen.
Nach jeder Injektion sollte das Tier mindestens 30 Minuten beobachtet werden, damit bei Nebenwirkungen rasch gehandelt werden kann. Während einer Erkrankung, besonders bei Fieber, sind Hyposensibilisierungsspritzen nicht angezeigt. Auch direkt vor oder nach dem Fressen sowie vor starker körperlicher Aktivität sollten die Injektionen nicht verabreicht werden.
Treten Nebenwirkungen auf, muss dies dem Tierarzt gemeldet werden, damit er die Dosis gegebenenfalls anpasst. Die Wirkung zeigt sich in der Regel innerhalb von sechs Monaten. Bei manchen Tieren bessern sich die Symptome rasch, bei anderen kann es bis zu acht Monate dauern.
Wann wird eine Hyposensibilisierung bei Tieren angewandt?
Eine Hyposensibilisierung kommt infrage, wenn das Tier an Allergien leidet, die sich durch das Meiden der Allergene nicht kontrollieren lassen. Sie ist vor allem dann eine Option, wenn Medikamente keine ausreichende Wirkung zeigen.
Besonders wirksam ist die SIT bei Umweltallergenen wie Pollen, Gräsern und Hausstaubmilben. Bei Kontakt- und Nahrungsmittelallergien kann sie weniger zuverlässig wirken. Voraussetzung ist in jedem Fall eine genaue Diagnose mit Identifikation der auslösenden Allergene, bevor die Therapie in Betracht gezogen wird.
Welche Risiken birgt eine Hyposensibilisierung bei Tieren?
Die Hyposensibilisierung ist kostspielig und sollte lebenslang fortgeführt werden, um Rückfälle zu vermeiden. Werden die Behandlungen unterbrochen, kehren die Allergiesymptome häufig zurück, und ein zweiter Therapieversuch kann weniger erfolgreich verlaufen.
Als Nebenwirkungen sind lokale Hautreaktionen an der Injektionsstelle möglich: Rötungen, Schwellungen und Juckreiz. Diese sind meist harmlos und lassen sich durch Kühlen oder Antihistaminika lindern. Schwere Reaktionen wie ein anaphylaktischer Schock sind selten, aber lebensbedrohlich und erfordern sofortige tierärztliche Behandlung. Anzeichen dafür sind Ruhelosigkeit, Durchfall, Erbrechen, Kreislaufprobleme bis hin zu Bewusstlosigkeit.
Die Hyposensibilisierung sollte deshalb stets unter tierärztlicher Aufsicht stattfinden, damit im Fall einer schweren Reaktion sofort eingegriffen werden kann.
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