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Kairomonen

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Kairomonen
Inhalt
  1. Was sind Kairomone?
  2. Beispiele für Kairomone
  3. Abgrenzung zu anderen Semiochemikalien
  4. Rolle in Ökosystemen
  5. Forschung und Anwendung

Kairomone sind chemische Botenstoffe, die ein Organismus abgibt und die auf Individuen einer anderen Art wirken. Im Gegensatz zu Pheromonen, die innerhalb derselben Art kommunizieren, und Allomonen, die dem Sender nutzen, verschaffen Kairomone in erster Linie dem Empfänger einen Vorteil. Sie gehören zur Gruppe der Semiochemikalien.

Was sind Kairomone?

Der Begriff „Kairomon“ stammt vom griechischen Wort kairos („günstige Gelegenheit“). Ein Kairomon ist eine chemische Substanz, die ein Organismus (Sender) in die Umwelt abgibt, von Individuen einer anderen Art wahrgenommen wird und ausschliesslich dem Empfänger, nicht dem Sender, nützt.

Beispiele für Kairomone

Parasiten und Wirte

Mücken orientieren sich an Kohlendioxid und Körpergeruch von Säugetieren, um Blutwirte zu finden. Flöhe und Zecken nutzen Körperwärme und Duftstoffe von Hunden, um ihre Wirte zu lokalisieren.

Räuber und Beute

Räuberische Insekten spüren ihre Beute über deren Duftstoffe oder Kot auf. Raubtiere können über Gerüche geschwächte oder verletzte Tiere leichter ausfindig machen.

Hund und Umwelt

Viele Parasiten nutzen Geruchsstoffe von Hunden als Kairomone, um den Wirt zu finden, etwa Sandmücken bei der Übertragung von Leishmaniose. Umgekehrt können Hunde bestimmte Kairomone anderer Arten wahrnehmen und daraus Informationen ziehen, zum Beispiel Angstschweiß von Menschen oder Fluchtstoffe von Beutetieren.

Abgrenzung zu anderen Semiochemikalien

  • Pheromone: wirken innerhalb derselben Art und steuern Sozial- oder Sexualverhalten.
  • Allomone: wirken zwischen Arten, nützen dem Sender.
  • Kairomone: wirken zwischen Arten, nützen dem Empfänger.

Rolle in Ökosystemen

Kairomone prägen die chemische Kommunikation zwischen Arten auf mehreren Ebenen. Bei der Parasiten- und Krankheitsübertragung finden Vektoren wie Zecken oder Mücken ihre Wirte über kairomone Signale. In Räuber-Beute-Beziehungen steuern chemische Signale, wer wen findet und wann. Auf der Ebene der Anpassung können Senderorganismen die Abgabe von Kairomonen reduzieren, während Empfänger ihre Sensitivität erhöhen.

Forschung und Anwendung

In der Parasitologie werden Präventionsmethoden gegen Parasitenbefall entwickelt, die auf einer Blockade der Kairomon-Wahrnehmung beruhen. Die Vektorbekämpfung setzt künstliche Kairomone in Fallen ein, um Mücken oder Flöhe von Hunden fernzuhalten. Die Verhaltensforschung untersucht, wie Hunde Kairomone anderer Tiere interpretieren und in ihr Verhalten integrieren.