Haltung & Alltag

Ältester Hund der Welt – Guinness ändert den Rekordhalter

3 Min Lesezeit
Ältester Hund der Welt – Guinness ändert den Rekordhalter
Inhalt
  1. Warum der Titel „Ältester Hund der Welt“ so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht
  2. Bobi: Aufstieg und Fall eines Rekordhalters
  3. Jetzt wieder offiziell: Chihuahua „Spike“ ist der älteste Hund der Welt

Im Februar 2023 machte ein Hund namens Bobi weltweit Schlagzeilen. 30 Jahre alt – und damit offiziell der älteste Hund der Welt, zertifiziert von Guinness World Records. Klingt unglaublich? War es wohl auch. Schon kurz nach der Auszeichnung meldeten sich Zweifler zu Wort, und nach einer erneuten Prüfung zog Guinness die Reissleine: Titel aberkannt.

Warum der Titel „Ältester Hund der Welt“ so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht

Ein Eintrag im Guinness-Buch ist nie nur ein Eintrag. Gerade die Kategorie „Ältester Hund der Welt“ löst jedes Mal eine regelrechte Welle aus – internationale Medienberichte, Beiträge in sozialen Netzwerken, und plötzlich diskutieren Hundehalter auf der ganzen Welt darüber, was eigentlich ein langes Hundeleben ausmacht. Rasse? Ernährung? Die Art, wie ein Hund gehalten wird? Tierärztliche Versorgung?

Guinness prüft jährlich unzählige Rekordanträge. Die Rubrik „Ältester Hund“ gehört dabei zu jenen, die zuverlässig für mediale Resonanz sorgen. Und das liegt nicht nur am beeindruckenden Alter – sondern auch an der Frage dahinter: Wie hat dieser Hund das geschafft?

Bobi: Aufstieg und Fall eines Rekordhalters

Bobi war ein reinrassiger Rafeiro do Alentejo aus einem kleinen Dorf in Portugal. Mit angeblichen 30 Jahren übertraf er die übliche Lebenserwartung seiner Rasse – die liegt bei 12 bis 14 Jahren – um mehr als das Doppelte. Sein Besitzer Leonel Costa erklärte das mit dem ruhigen Landleben und damit, dass Bobi frei auf dem Grundstück leben durfte.

Die Geschichte schlug ein. Fotos und Videos kursierten, internationale Medien berichteten. Doch mit der Aufmerksamkeit kamen auch die kritischen Stimmen. Beobachter hinterfragten, ob Bobi wirklich so alt war, wie die Wurfmeldung aus dem Jahr 1992 suggerierte – schliesslich wirkte er für ein Tier seines angeblichen Alters erstaunlich vital. Die Forderungen nach einer genaueren Überprüfung wurden lauter.

Nach Bobis Tod im Oktober 2023 – er soll zu diesem Zeitpunkt 31 Jahre alt gewesen sein – leitete Guinness eine erneute Untersuchung ein. Das Ergebnis: Die vorgelegten Beweise reichten nicht aus, um sein Alter zweifelsfrei zu belegen. Der Titel wurde ihm posthum aberkannt.

Jetzt wieder offiziell: Chihuahua „Spike“ ist der älteste Hund der Welt

Mit Bobis Aberkennung rückt ein anderer Hund in den Vordergrund – und der hat eine Geschichte, die kaum weniger bemerkenswert ist. Spike, ein 23 Jahre alter Chihuahua aus Ohio, USA, trägt nun den offiziellen Titel.

Spike wurde nicht in behüteten Verhältnissen gross. Seine Besitzerin Rita Kimball fand ihn auf einem Supermarktparkplatz – verwahrlost, auf sich allein gestellt. Sie nahm ihn mit nach Hause, auf ihr ländliches Anwesen. Seitdem lebt er dort, bekommt seine täglichen Spaziergänge und wird gut versorgt. Laut Kimball ist er trotz seines Alters noch erstaunlich agil. Guinness World Records bestätigte seinen Titel im Jahr 2023, nachdem alle erforderlichen Altersnachweise vorlagen.

Was steckt hinter einem langen Hundeleben?

Bobi und Spike sind zwei völlig unterschiedliche Hunde mit zwei völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten – und trotzdem haben beide ein Alter erreicht, das weit jenseits des Üblichen liegt. Bobi wuchs in einem portugiesischen Dorf auf, mit viel Auslauf und hausgemachter Ernährung. Spike wurde von der Strasse gerettet und fand in einem fürsorglichen Haushalt ein neues Leben. Dass Chihuahuas generell länger leben als grosse Rassen, ist bekannt – 23 Jahre sind aber selbst für einen Chihuahua aussergewöhnlich.

Was lässt sich daraus ableiten? Vermutlich kein einzelner Zauberfaktor, sondern ein Zusammenspiel: artgerechte Haltung, gutes Futter, verlässliche tierärztliche Versorgung, wenig Stress – und eine enge Bindung zum Menschen. Ob das wirklich der Schlüssel ist, lässt sich schwer beweisen. Aber zumindest bei Spike spricht einiges dafür.