Haltung & Alltag

Woher kommt der Begriff Hundstage?

Die Hundstage dauern vom 23. Juli bis 23. August und sind für Hunde besonders gefährlich. Der Name kommt vom Sternbild "Großer Hund", hat aber praktische Bedeutung für jeden Hundehalter.

4 Min Lesezeit
Woher kommt der Begriff Hundstage?
Inhalt
  1. Warum heissen die heissesten Wochen „Hundstage“?
  2. Ab welcher Temperatur wird es gefährlich für Hunde?
  3. Woran erkenne ich einen Hitzschlag beim Hund?
  4. Wie schütze ich meinen Hund in den Hundstagen?
  5. Welche Abkühlung hilft wirklich?
  6. Wie lange dauern die Hundstage genau?

Ab 30°C wird dein Hund träge, ab 35°C kann Gassi gehen lebensgefährlich werden. Die Hundstage zwischen dem 23. Juli und 23. August gelten als heisseste Zeit des Jahres – aber woher kommt eigentlich der Name?

Warum heissen die heissesten Wochen „Hundstage“?

Der Begriff kommt vom Sternbild „Grosser Hund“ (Canis Major) mit dem hellsten Stern Sirius. Die alten Römer nannten die Zeit „dies caniculares“ (Hundstage), weil Sirius in dieser Periode am Himmel aufgeht. Sie glaubten fälschlicherweise, der „Hundsstern“ verstärke die Sommerhitze.

Mit echten Hunden hat der Name also nichts zu tun. Trotzdem ist die Zeit für Hundehalter kritisch: In den Hundstagen steigen die Temperaturen in Deutschland oft über 30°C, in Österreich und der Schweiz sogar über 35°C.

Ab welcher Temperatur wird es gefährlich für Hunde?

Hunde können nicht schwitzen wie Menschen. Sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschliesslich durch Hecheln. Ab 25°C Aussentemperatur beginnt der Organismus zu arbeiten, ab 30°C wird es anstrengend.

Kritisch wird es ab 35°C Lufttemperatur oder 50°C Bodentemperatur. Dann droht ein Hitzschlag – bei kleinen, alten oder kranken Hunden schon früher. Besonders gefährdet sind brachyzephale Rassen wie Bulldoggen oder Möpse, deren verkürzte Atemwege das Hecheln erschweren.

Die Faustregel: Wenn du deine Hand fünf Sekunden nicht auf dem Asphalt lassen kannst, ist er zu heiss für Hundepfoten.

Woran erkenne ich einen Hitzschlag beim Hund?

Ein Hitzschlag entwickelt sich schnell. Erste Anzeichen: übermässiges Hecheln mit heraushängender Zunge, starker Speichelfluss und Unruhe. Der Hund sucht verzweifelt Schatten.

Akute Warnsignale sind tiefrotes Zahnfleisch, Erbrechen, Durchfall und Schwanken. Bei diesen Symptomen sofort handeln: Hund in den Schatten bringen, mit lauwarmem (nicht kaltem!) Wasser kühlen und umgehend zum Tierarzt fahren.

Zwischen den ersten Symptomen und einem lebensbedrohlichen Zustand können nur Minuten liegen – viele Halter unterschätzen das Tempo, mit dem sich ein Hitzschlag entwickelt.

Wie schütze ich meinen Hund in den Hundstagen?

Gassi-Zeiten anpassen: vor 8 Uhr morgens und nach 20 Uhr abends. Mittags maximal zum Lösen in den Schatten. Viele Halter unterschätzen, wie lange Asphalt heiss bleibt – auch um 19 Uhr kann er noch 40°C haben.

Wasserschalen mehrmals täglich auffüllen. Hunde trinken bei Hitze das Doppelte bis Dreifache der normalen Menge. Unterwegs eine zusammenfaltbare Silikonschale mitnehmen.

Niemals im Auto lassen – auch nicht „nur kurz“. Bei 25°C Aussentemperatur heizt sich das Wageninnere in zehn Minuten auf 40°C auf, nach einer halben Stunde auf über 50°C. Ein Spaltbreit geöffnetes Fenster reicht nicht.

Welche Abkühlung hilft wirklich?

Kühlmatten aus dem Zoofachhandel bringen 5-8°C Temperaturunterschied. Sie funktionieren ohne Strom und sind ideal für Wohnung und Auto. Ein feuchtes Handtuch über den Rücken kühlt ebenfalls, muss aber regelmässig erneuert werden.

Baden im See oder Fluss: ja, aber kontrolliert. Nicht alle Hunde können schwimmen, und zu kaltes Wasser kann einen Schock auslösen. Den Hund langsam ins Wasser führen und dabei bleiben.

Ein Planschbecken im Garten ist optimal. Viele Hunde stellen sich gerne mit den Pfoten hinein und kühlen sich so von unten. Das klappt auch auf dem Balkon mit einer grossen Wanne.

Wie lange dauern die Hundstage genau?

Die Hundstage dauern vom 23. Juli bis zum 23. August – exakt 32 Tage. Dieser Zeitraum ist kalendarisch festgelegt und orientiert sich nicht mehr am tatsächlichen Siriusaufgang, der sich durch die Erdrotation verschoben hat.

Meteorologisch gesehen fallen die heissesten Tage in Deutschland aber oft in die erste Augusthälfte. In Österreich und der Schweiz können Hitzewellen auch bis in den September reichen – besonders im Oberrheingraben und in den Alpentälern.

Wann ist es am heissesten für Hunde?

Die kritischsten Stunden sind zwischen 12 und 16 Uhr. Aber Vorsicht: Asphalt kann bis 22 Uhr heiss bleiben.

Können Hunde Sonnenbrand bekommen?

Ja, besonders an Nase, Ohrenspitzen und Bauch. Hunde mit hellem oder dünnem Fell brauchen Sonnenschutz – spezielle Hundesonnencreme ohne Zinkoxid verwenden.

Wie kühle ich einen überhitzten Hund richtig?

Mit lauwarmem Wasser von den Pfoten aufwärts. Nie eiskalt – das kann zu einem Kreislaufschock führen. Erst die Beine, dann Bauch und Rücken.

Brauchen alle Hunde gleich viel Hitzeschutz?

Nein. Nordische Rassen, alte Hunde, Welpen und brachyzephale Rassen sind besonders hitzeempfindlich. Schwarze Hunde heizen sich schneller auf als helle.

Was tun, wenn der Hund nicht trinkt?

Wasser mit etwas Hühnerbrühe (salzarm) schmackhaft machen oder Eiswürfel anbieten. Viele Hunde lecken gerne daran und nehmen so Flüssigkeit auf.