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Zunge

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Zunge
Definition

Die Zunge des Hundes ist ein hochentwickeltes Muskelorgan, das aus über einem Dutzend verschiedener Muskeln besteht und weit mehr leistet als nur Schmecken.

Inhalt
  1. Wie ist die Hundezunge aufgebaut?
  2. Wofür nutzen Hunde ihre Zunge?
  3. Was verrät die Zungenfarbe über die Gesundheit?
  4. Welche Zungenprobleme treten häufig auf?

Die Zunge des Hundes steckt voller Überraschungen – sie besteht aus gut einem Dutzend verschiedener Muskeln und ist gleichzeitig Trinkwerkzeug, Greifhand, Klimaanlage und Geschmacksorgan. Wer seinen Hund einmal beim Wassertrinken beobachtet hat, ahnt, wie viel dahintersteckt.

Wie ist die Hundezunge aufgebaut?

Innen arbeitet ein dichtes Geflecht aus Muskelfasern, das der Zunge Bewegungen in praktisch jede Richtung erlaubt. Auf der Oberfläche gibt es verschiedene Papillentypen, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen: pilzförmige Papillen sind für den Geschmack zuständig, fadenförmige für das taktile Spüren – etwa beim Lecken – und wallförmige für intensive Geschmacksreize. Durchzogen wird das gesamte Gewebe von einem dichten Netz aus Blutgefässen, das beim Hecheln die entscheidende Rolle spielt.

Wofür nutzen Hunde ihre Zunge?

Wer schon mal in Zeitlupe zugeschaut hat, wie ein Hund trinkt, hat das Prinzip vor Augen: Die Zunge rollt sich zur Schöpfkelle, schlägt blitzartig ins Wasser und zieht sich zurück – dabei reisst sie eine Wassersäule mit, die der Hund im richtigen Moment abfängt. Mit menschlichem Saugen hat das nichts zu tun. Beim Fressen übernimmt die Zunge den Job, Brocken in Position zu schieben und Richtung Gaumen zu befördern.

Der Geschmackssinn ist beim Hund deutlich schlichter ausgelegt als beim Menschen: rund 1.700 Geschmacksknospen stehen unseren etwa 10.000 gegenüber. Für die Basics reicht das trotzdem – süss, sauer, salzig und bitter kann ein Hund problemlos unterscheiden. Interessant: Hunde können auch Wasser aktiv schmecken, eine Fähigkeit, die uns Menschen schlicht fehlt.

Die wichtigste Funktion ist aber wohl die Kühlung. Hunde haben kaum Schweissdrüsen – ihr Körper reguliert die Temperatur fast ausschliesslich über das Hecheln. Dabei verdunstet Speichel von der Zungenoberfläche, und das Blut in den dicht darunter liegenden Gefässen kühlt sich ab. Simpel, aber effektiv.

Was verrät die Zungenfarbe über die Gesundheit?

Im Normalfall ist die Hundezunge rosa bis dunkelrosa – das ist der Bereich, in dem alles stimmt. Wird sie blass, kann das auf Anämie oder Kreislaufprobleme hinweisen; dann sollte man nicht lange warten, sondern zum Tierarzt. Eine bläuliche Verfärbung ist ein Warnsignal für Sauerstoffmangel. Ungewöhnlich kräftiges Rot wiederum kann auf Fieber oder Entzündungen hindeuten.

Zwei Ausnahmen kennt jeder, der Chow-Chows oder Shar Peis mag: Bei diesen Rassen ist die Zunge genetisch blau-schwarz gefärbt – völlig normal, kein Grund zur Sorge. Auch bei anderen Hunden können dunkle Flecken auftauchen. Meist sind das harmlose Pigmentansammlungen, ähnlich wie Sommersprossen beim Menschen.

Welche Zungenprobleme treten häufig auf?

Verletzungen passieren schneller als gedacht: scharfkantige Knochen, hartes Spielzeug oder im Winter das Lecken an tiefgefrorenen Metalloberflächen – all das kann kleine Schnitte oder Wunden hinterlassen. Kleinere Verletzungen heilen oft von selbst, grössere sollte ein Tierarzt versorgen.

Entzündungen zeigen sich durch Rötung, Schwellung oder Überempfindlichkeit beim Berühren. Als Auslöser kommen Futterallergien, chemische Reizstoffe oder bakterielle Infektionen infrage. Betroffene Hunde fressen oft nicht mehr richtig oder speicheln stärker als üblich – beides Zeichen, die man ernst nehmen sollte.

Neurologische Probleme äussern sich anders: Die Zunge hängt unkontrolliert heraus oder lässt sich kaum noch bewegen. Das macht die Futteraufnahme schwierig und verlangt eine gründliche Abklärung beim Tierarzt.