Notfallkarte
Eine Notfallkarte berechtigt fremde Personen dazu, sich im Ernstfall um deinen Hund zu kümmern, ohne dass rechtliche Probleme entstehen.
Inhalt
Du erleidest einen Unfall, wirst bewusstlos ins Krankenhaus gebracht. Niemand weiss von deinem Hund zu Hause. Die Polizei bricht deine Wohnung auf, findet das Tier, aber wer darf es mitnehmen? Ohne schriftliche Vollmacht: niemand.
Was muss rechtlich auf die Notfallkarte?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gilt: Ohne schriftliche Vollmacht darf niemand über fremdes Eigentum verfügen. Dein Hund ist rechtlich Eigentum.
Die Karte braucht diese Formulierung: „Hiermit bevollmächtige ich [Name der Vertrauensperson] zur Übernahme und Versorgung meines Hundes [Name] in Notfällen. Diese Vollmacht umfasst tierärztliche Behandlungen bis 500 Euro.“ Unterschrift und Datum nicht vergessen.
Meiner Einschätzung nach reicht eine handschriftliche Notiz. Ein Notar ist übertrieben, aber die Polizei oder Rettungskräfte müssen eine klare Berechtigung erkennen können.
Welche Informationen gehören auf die Karte?
Deine Daten: Name, Adresse, Handynummer. Damit Rettungskräfte dich zuordnen können.
Hund: Name, Rasse, Alter, Geschlecht, Chip-Nummer. Besonderheiten: „Lila, Golden Retriever, 7 Jahre, weiblich, sehr ängstlich bei Fremden, braucht Herzmedikament morgens.“
Vertrauensperson mit Vollmacht: Name, Handynummer, Adresse. Am besten jemand aus der Nachbarschaft, nicht deine Schwester, die 300 Kilometer entfernt wohnt.
Tierarzt: Praxisname, Adresse, Telefon und Notdienst-Nummer. Dein Tierarzt kennt die Krankengeschichte. Das spart Zeit.
Wo trägst du die Karte am besten?
Geldbörse funktioniert, aber nur wenn die Polizei sie durchsucht. Besser: Handyhülle oder separates Fach im Portemonnaie mit Aufschrift „Notfall Hund“.
Zweites Exemplar an der Wohnungstür (innen) anbringen. Mit Tesafilm auf Augenhöhe. Rettungskräfte finden es sofort.
Drittes Exemplar beim Nachbarn deponieren. Der hat einen Wohnungsschlüssel und kann sofort handeln.
Was passiert ohne Notfallkarte?
Dein Hund kommt ins Tierheim. Dort bleibt er bis du wieder handlungsfähig bist. Kosten: 15-25 Euro pro Tag. Bei einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt summiert sich das.
Schlimmer: Ist das Tierheim voll, kann der Hund in ein weit entferntes Heim gebracht werden. Die Wiederbeschaffung wird kompliziert.
Muss die Karte erneuert werden?
Ja, jährlich überprüfen. Telefonnummern ändern sich, Vertrauenspersonen ziehen weg, der Hund bekommt neue Medikamente.
Bei Umzug sofort aktualisieren. Die alte Adresse hilft niemandem.
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