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Myelopathie

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Myelopathie
Definition

Myelopathie ist eine Erkrankung des Rückenmarks, die bei Hunden zu fortschreitender Schwäche und Bewegungsstörungen führt.

Inhalt
  1. Formen der Myelopathie
  2. Symptome und erste Anzeichen
  3. Diagnose
  4. Behandlungsmöglichkeiten
  5. Prognose

Myelopathie ist eine Erkrankung des Rückenmarks, die bei Hunden zu fortschreitender Schwäche und Bewegungsstörungen führt.

Das Rückenmark verbindet Gehirn und Körper. Bei Schädigung kommt es zu neurologischen Ausfällen. Bei den meisten betroffenen Hunden beginnt die Schwäche in den Hinterbeinen und schreitet nach vorne fort.

Formen der Myelopathie

Die degenerative Myelopathie ist die häufigste Form bei Hunden über acht Jahren. Etwa 85% der Fälle sind degenerativ bedingt – das Rückenmark baut sich ohne erkennbare äussere Ursache ab. Deutsche Schäferhunde, Welsh Corgis und Boxer sind überrepräsentiert, aber die Erkrankung tritt mittlerweile bei über 120 Rassen auf.

Andere Formen entstehen durch:

  • Bandscheibenvorfälle: Mechanischer Druck auf das Rückenmark, oft reversibel wenn schnell behandelt
  • Traumata: Wirbelsäulenverletzungen nach Unfällen oder Stürzen
  • Tumore: Primäre Rückenmarkstumore oder Metastasen anderer Krebsarten
  • Entzündungen: Autoimmunreaktionen oder Infektionen, die das Nervengewebe angreifen

Symptome und erste Anzeichen

Ein veränderter Gang der Hinterbeine ist meist das erste Symptom. Der Hund schleift die Pfoten beim Laufen oder „kreuzt“ die Beine beim Gehen. Beim Aufstehen braucht er mehrere Anläufe. Auf glatten Böden rutscht er häufiger weg als früher.

Im weiteren Verlauf:

  • Schwankender, unsicherer Gang (Ataxie)
  • Zunehmende Schwäche bis zur Lähmung
  • Muskelschwund an den Hinterbeinen
  • Verlust der Blasen- und Darmkontrolle

Hunde mit degenerativer Myelopathie zeigen dabei meist keine Schmerzen – das unterscheidet sie von Bandscheibenproblemen.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt durch Ausschlussverfahren. Es gibt keinen direkten Test für degenerative Myelopathie.

Der Tierarzt prüft zunächst Reflexe und Gangbild. MRT oder CT zeigen, ob Bandscheiben oder Tumore das Rückenmark bedrängen. Sind diese Strukturen unauffällig, deutet das auf eine degenerative Form hin.

Ein Gentest kann die Veranlagung nachweisen – etwa 90% der betroffenen Hunde tragen Mutationen im SOD1-Gen. Nicht jeder Hund mit dieser Mutation erkrankt tatsächlich.

Behandlungsmöglichkeiten

Eine Heilung der degenerativen Myelopathie ist nicht möglich, aber der Verlauf lässt sich verlangsamen.

Physiotherapie steht im Zentrum jeder Behandlung. Kontrollierte Bewegung erhält Muskelkraft und Koordination länger. Schwimmen oder Laufbandtraining sind besonders effektiv.

Hilfsmittel zur Verlängerung der Mobilität:

  • Rutschfeste Matten für sicheren Halt
  • Stützgeschirre für die Hinterbeine
  • Rollwagen für fortgeschrittene Fälle

Bei anderen Myelopathie-Formen gibt es spezifische Therapien: Operationen bei Bandscheibenvorfällen, Kortison bei Entzündungen oder Chemotherapie bei Tumoren.

Prognose

Die degenerative Myelopathie schreitet unaufhaltsam fort – meist über 6 bis 24 Monate.

Von den ersten Symptomen bis zur Lähmung der Hinterbeine vergehen durchschnittlich 12 Monate. Erreicht die Schwäche die Vorderbeine, verschlechtert sich die Prognose deutlich.

Viele Halter entscheiden sich für die Einschläferung, wenn der Hund seine Blase nicht mehr kontrollieren kann oder das Atmen schwerfällt. Das geschieht meist 18 bis 36 Monate nach Symptombeginn.

Bei anderen Myelopathie-Formen hängt die Prognose von der schnellen Behandlung ab. Bandscheibenvorfälle können bei rechtzeitiger Operation vollständig ausheilen.