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Rettungshund

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Definition

Ein Rettungshund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der vermisste oder verschüttete Menschen über den Geruchssinn aufspürt und ehrenamtlich in einer Rettungshundestaffel im echten Einsatz arbeitet, im Unterschied zum Rettungshundesport, der dieselben Disziplinen als Wettkampf betreibt.

Inhalt
  1. Was ist ein Rettungshund?
  2. Die Einsatzbereiche von Rettungshunden
  3. Welche Hunde eignen sich als Rettungshund?
  4. Ausbildung und Prüfung
  5. Rettungshunde-Organisationen im D-A-CH-Raum
  6. Rettungshund oder Rettungshundesport?
  7. Häufige Fragen zum Rettungshund

Ein Rettungshund ist ein speziell ausgebildeter Hund, der Menschen in Not aufspürt. Er findet vermisste Personen im Gelände, Verschüttete unter Trümmern oder Lawinen, und Ertrinkende im Wasser. Anders als beim Hundesport zählt hier der echte Einsatz. Der Hund arbeitet ehrenamtlich mit seinem Hundeführer in einer Rettungshundestaffel. Behörden alarmieren das Team, wenn ein Mensch verschwunden ist.

Rettungshundearbeit verbindet feine Nasenleistung mit Nervenstärke, Ausdauer und einer engen Bindung zwischen Hund und Mensch. Bis ein Team einsatzfähig ist, vergehen meist mehrere Jahre Training. Am Ende steht kein Pokal, sondern eine bestandene Einsatzprüfung und die Chance, Leben zu retten.

Was ist ein Rettungshund?

Ein Rettungshund ist ein Hund, der auf den menschlichen Geruch trainiert ist. Er findet vermisste oder verschüttete Personen und zeigt den Fund an. Er ergänzt technische Suchmittel: Eine gut ausgebildete Hundenase durchsucht ein grosses Waldstück in einem Bruchteil der Zeit einer menschlichen Suchkette.

Der Hund zeigt den Fund selbstständig an: durch anhaltendes Bellen am Fundort, durch Bringselverweisen (der Hund nimmt ein am Halsband befestigtes Bringsel ins Maul und führt den Hundeführer zurück) oder durch Freiverweisen (er pendelt sichtbar zwischen Fundstelle und Hundeführer). Welche Anzeige trainiert wird, hängt von der Disziplin und der Staffel ab.

Die Einsatzbereiche von Rettungshunden

Rettungshunde werden je nach Aufgabe in unterschiedlichen Sparten ausgebildet. Ein Hund spezialisiert sich meist auf eine Disziplin, weil die Sucharbeit im Wald anders funktioniert als die unter Beton.

  • Flächensuche: Der Hund durchkämmt grosse, unübersichtliche Flächen wie Wälder, Felder oder Parks nach vermissten Personen. Er nimmt jede menschliche Witterung in der Luft auf, unabhängig von einer bestimmten Person.
  • Trümmersuche: Nach Einstürzen oder Erdbeben ortet der Hund Verschüttete unter Beton, Schutt und Hohlräumen. Diese Arbeit verlangt Trittsicherheit auf instabilem Untergrund und absolute Konzentration im Lärm der Einsatzstelle.
  • Lawinensuche: Lawinenhunde finden unter meterhohem Schnee verschüttete Menschen. Weil die Überlebenschance mit jeder Minute sinkt, gehören sie zu den am schnellsten alarmierten Rettungsmitteln im alpinen Raum.
  • Wasserortung: Vom Boot oder Ufer aus zeigt der Hund an, wo sich eine Person unter Wasser befindet. Er nimmt dazu den aufsteigenden Geruch an der Wasseroberfläche wahr.
  • Mantrailing: Der Hund verfolgt die individuelle Geruchsspur einer bestimmten Person, etwa eines vermissten Kindes oder eines an Demenz erkrankten Menschen, anhand eines Geruchsträgers wie eines Kleidungsstücks.
  • Fährtenarbeit: Der Hund arbeitet eine am Boden liegende Spur konzentriert Schritt für Schritt aus und zeigt dabei auch verlorene Gegenstände an.

Eine Sonderrolle nehmen Leichensuchhunde (Cadaver-Hunde) ein. Sie werden nicht auf lebende Vermisste, sondern gezielt auf menschliche Verwesungsgerüche konditioniert und unterstützen Polizei und Behörden bei der Suche nach Verstorbenen.

Welche Hunde eignen sich als Rettungshund?

Entscheidend ist das Wesen, nicht die Rasse. Ein guter Rettungshund bringt einen ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb mit. Er ist nervenstark, menschenfreundlich und körperlich fit und arbeitet gern eng mit seinem Menschen zusammen. Der Hund sucht aus Freude an der Aufgabe, nicht aus Zwang.

Häufig geführt werden mittelgrosse, wendige Hunde wie Border Collies, Australian Shepherds, Labrador und Golden Retriever, Malinois oder Deutsche Schäferhunde sowie Hovawarte. Ebenso oft leisten Mischlinge hervorragende Arbeit, darunter Hunde aus dem Tierschutz mit passenden Anlagen. Für die Trümmersuche sind eher kompakte, bewegliche Hunde gefragt, die sich durch enge Hohlräume bewegen können. Ungeeignet sind Hunde, die schreckhaft, geräuschempfindlich oder wenig belastbar sind. Für sie ist die Arbeit eine Überforderung.

Ausbildung und Prüfung

Die Ausbildung zum Rettungshund dauert je nach Sparte und Team meist zwei bis drei Jahre und findet fast immer ehrenamtlich in einer Rettungshundestaffel statt. Hund und Hundeführer trainieren als festes Team. Der Mensch lernt, die feinen Anzeigen seines Hundes zu lesen. Der Hund lernt, unter realen Einsatzbedingungen zuverlässig zu suchen.

Am Ende steht die Einsatzprüfung. Erst wer sie besteht, darf zu echten Einsätzen alarmiert werden. Diese Prüfung muss in regelmässigen Abständen wiederholt werden, damit ein Team einsatzfähig bleibt. Prüfungsordnungen und Standards prägt im deutschsprachigen Raum wesentlich die Internationale Rettungshunde-Organisation (IRO). Sie wurde 1993 mit Sitz in Österreich gegründet und vereint Rettungshunde-Verbände aus vielen Ländern unter einem Dach.

Rettungshunde-Organisationen im D-A-CH-Raum

Rettungshundearbeit ist im deutschsprachigen Raum fast durchgehend ehrenamtlich organisiert und an Hilfsorganisationen angebunden.

  • Schweiz: Der Verein Redog bildet Such- und Rettungshunde für Flächen-, Trümmer- und Lawinensuche aus und arbeitet eng mit der Rettungskette Schweiz zusammen. Im Gebirge stellen zudem die alpinen Rettungsdienste Lawinenhunde.
  • Deutschland: Getragen wird die Arbeit von Rettungshundestaffeln der Hilfsorganisationen, darunter Malteser, Johanniter, DRK und ASB, sowie vom Bundesverband Rettungshunde (BRH). Die Wasserrettung deckt vor allem die DLRG ab.
  • Österreich: Aktiv sind unter anderem die Österreichische Rettungshundebrigade (ÖRHB) und der Rettungshunde Verband Österreich (RHVÖ). Die Lawinensuche im Gebirge tragen vor allem die Hundeteams des Österreichischen Bergrettungsdienstes (ÖBRD).

Alarmiert werden diese Teams in der Regel über Polizei, Feuerwehr oder Leitstellen. Einsatzgründe sind etwa vermisste Kinder, verwirrte oder an Demenz erkrankte Menschen, Unfälle oder Katastrophen im In- und Ausland.

Rettungshund oder Rettungshundesport?

Der Unterschied liegt im Ziel. Rettungshundesport bildet dieselben Disziplinen wie die echte Rettungshundearbeit nach, betreibt sie aber als Wettkampf. Es geht um Meisterschaften, Ranglisten und den Ehrgeiz, sauber und schnell zu suchen. Ein einsatzfähiger Rettungshund dagegen hat eine Einsatzprüfung bestanden. Er wird zu realen Notlagen gerufen, bei jedem Wetter, oft mitten in der Nacht.

Beide Wege gehören zusammen: Viele Teams beginnen im Sport, entdecken die Freude an der Sucharbeit und wachsen von dort in den ehrenamtlichen Einsatzdienst hinein. Nicht jeder Sporthund wird zum Einsatzhund. Schon die Beschäftigung mit der Nasenarbeit ist für viele Hunde eine sinnvolle Auslastung.

Häufige Fragen zum Rettungshund

Wie lange dauert die Ausbildung zum Rettungshund?

In der Regel zwei bis drei Jahre, bis Hund und Hundeführer die Einsatzprüfung bestehen und alarmiert werden dürfen. Die Dauer hängt von der Sparte, dem Talent des Hundes und dem Trainingsaufwand des Teams ab. Weil die Ausbildung fast immer ehrenamtlich in einer Staffel läuft, trainieren die Teams regelmässig in ihrer Freizeit. Nach der ersten Prüfung ist die Arbeit nicht abgeschlossen: Die Einsatzfähigkeit muss in festen Abständen erneut nachgewiesen werden.

Welche Rasse eignet sich am besten als Rettungshund?

Es gibt keine beste Rasse. Ausschlaggebend sind Wesen und Arbeitsfreude: ein starker Spiel- und Suchtrieb, Nervenstärke, Menschenfreundlichkeit und körperliche Fitness. Border Collies, Retriever, Australian Shepherds, Malinois, Schäferhunde und Hovawarte sind häufig vertreten, ebenso viele Mischlinge. Ein wesensfester Mischling aus dem Tierschutz kann ein ebenso guter Rettungshund sein wie ein Hund mit Papieren. Entscheidend ist, dass die Arbeit zu seinem Charakter passt.

Werden Rettungshundeteams bezahlt?

Nein. Rettungshundearbeit ist im deutschsprachigen Raum fast durchgehend ehrenamtlich. Hundeführer investieren ihre Freizeit, tragen einen Teil der Kosten für Ausbildung und Ausrüstung selbst und stehen für Alarmierungen bereit, ohne dafür ein Gehalt zu erhalten.