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Enorchismus

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Enorchismus
Definition

Enorchismus bezeichnet das vollständige Fehlen eines oder beider Hoden beim Hund – entweder von Geburt an oder durch spätere Entfernung.

Inhalt
  1. Wie erkenne ich Enorchismus bei meinem Hund?
  2. Was sind die Ursachen für fehlende Hoden?
  3. Welche Auswirkungen hat Enorchismus auf meinen Hund?
  4. Wie diagnostiziert der Tierarzt Enorchismus?
  5. Braucht mein Hund eine Behandlung?
  6. Ist Enorchismus vererbbar?

Enorchismus bezeichnet das vollständige Fehlen eines oder beider Hoden beim Hund – entweder von Geburt an oder durch spätere Entfernung. Im Gegensatz zum Kryptorchismus, wo die Hoden im Körper vorhanden sind aber nicht absteigen, ist beim Enorchismus das Hodengewebe tatsächlich nicht angelegt oder wurde entfernt.

Wie erkenne ich Enorchismus bei meinem Hund?

Du findest im Hodensack entweder gar keinen oder nur einen Hoden. Bei jungen Rüden kann das zunächst normal sein – die Hoden steigen meist bis zum 6. Lebensmonat ab. Bleibt der Hodensack nach diesem Zeitpunkt leer oder einseitig leer, liegt vermutlich Enorchismus vor.

Ein wichtiger Unterschied: Beim Kryptorchismus sind die Hoden da, aber „versteckt“ im Bauchraum. Beim Enorchismus fehlen sie komplett. Nur eine tierärztliche Untersuchung mit Ultraschall kann das sicher unterscheiden.

Was sind die Ursachen für fehlende Hoden?

Angeborener Enorchismus entsteht durch Entwicklungsstörungen im Mutterleib. Die Hodenanlagen bilden sich nicht oder nur unvollständig aus. Das passiert bei etwa 1-2% aller Rüden, wobei kleine Rassen häufiger betroffen sind.

Erworbener Enorchismus kann durch Unfälle, schwere Hodenentzündungen oder Tumore entstehen, die eine operative Entfernung nötig machen. Auch nach einer Kastration spricht man technisch von Enorchismus – hier ist er allerdings gewollt.

Welche Auswirkungen hat Enorchismus auf meinen Hund?

Bei einseitigem Enorchismus produziert der verbliebene Hoden meist genug Testosteron für normales Verhalten und Entwicklung. Dein Hund kann allerdings weniger fruchtbar sein oder ganz unfruchtbar werden.

Beidseitiger Enorchismus führt zu Testosteronmangel. Betroffene Rüden bleiben oft kindlicher im Verhalten, entwickeln weniger Muskelmasse und zeigen kaum territoriales oder sexuelles Verhalten. Das ist nicht schädlich – nur anders.

Wie diagnostiziert der Tierarzt Enorchismus?

Der Tierarzt tastet zunächst den Hodensack und die Leistengegend ab. Ein Ultraschall des Bauchraums zeigt, ob sich Hoden im Körperinneren verstecken. Ist das der Fall, liegt Kryptorchismus vor, nicht Enorchismus.

Ein Bluttest kann den Testosteronspiegel messen. Ist er sehr niedrig oder nicht nachweisbar, spricht das für beidseitigen Enorchismus. Bei einseitigem Enorchismus sind die Werte oft noch im Normalbereich.

Braucht mein Hund eine Behandlung?

Angeborener Enorchismus ist keine Krankheit, die behandelt werden muss. Dein Hund kann ein völlig normales Leben führen. Bei einseitigem Enorchismus empfehlen manche Tierärzte die Kastration des verbliebenen Hodens, um Verhaltensprobleme oder ungewollte Fortpflanzung zu vermeiden.

Wurde Enorchismus durch Kryptorchismus verursacht und ein Hoden befindet sich im Bauchraum, sollte dieser operativ entfernt werden. Solche „Bauchhoden“ entwickeln deutlich häufiger Tumore.

Ist Enorchismus vererbbar?

Ja, angeborener Enorchismus hat eine genetische Komponente. Seriöse Züchter schließen betroffene Rüden von der Zucht aus. Falls du einen Welpen kaufst, achte darauf, dass beim Vater beide Hoden normal entwickelt sind.

Die genauen Vererbungsmuster sind noch nicht vollständig verstanden, aber die Neigung zu Entwicklungsstörungen der Geschlechtsorgane kann definitiv weitergegeben werden.