Wiki · Gesundheit & Pflege

Adams-Stokes-Anfälle

3 Min Lesezeit
Adams-Stokes-Anfälle
Definition

Adams-Stokes-Anfälle beim Hund sind plötzliche Ohnmachtsanfälle, die durch schwere Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden – meist durch komplette Herzblockaden oder extreme Bradykardie.

Inhalt
  1. Warum sind Adams-Stokes-Anfälle für Hundehalter relevant?
  2. Was passiert während eines Adams-Stokes-Anfalls beim Hund?
  3. Wie unterscheiden sich Adams-Stokes-Anfälle von Epilepsie?
  4. Welche Rassen sind häufiger betroffen?
  5. Was tun, wenn der Hund einen Adams-Stokes-Anfall hat?
  6. Wie wird die Diagnose gestellt?
  7. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
  8. Wie ist die Prognose?

Adams-Stokes-Anfälle beim Hund sind plötzliche Ohnmachtsanfälle, die durch schwere Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden – meist durch komplette Herzblockaden oder extreme Bradykardie.

Warum sind Adams-Stokes-Anfälle für Hundehalter relevant?

Diese Anfälle treten ohne Vorwarnung auf und können lebensbedrohlich sein. Ein Hund bricht einfach zusammen – oft während normaler Aktivität. Viele Halter verwechseln das mit Epilepsie oder Kreislaufproblemen.

Der entscheidende Unterschied: Bei Adams-Stokes-Anfällen stoppt das Herz kurzzeitig oder schlägt extrem langsam. Das Gehirn bekommt keinen Sauerstoff – Bewusstlosigkeit folgt binnen Sekunden.

Was passiert während eines Adams-Stokes-Anfalls beim Hund?

Der Anfall verläuft typischerweise in drei Phasen. Zuerst der plötzliche Kollaps – der Hund fällt seitlich um, oft mitten in der Bewegung. Die Schleimhäute werden blass bis bläulich.

Dann folgt die Bewusstlosigkeit, meist 10-30 Sekunden. Der Puls ist nicht fühlbar oder extrem schwach. Manche Hunde zeigen krampfartige Zuckungen – das ist die Reaktion des Gehirns auf den Sauerstoffmangel.

Die Erholung erfolgt meist schnell. Das Herz findet seinen Rhythmus wieder, die Schleimhäute werden rosa, der Hund steht auf. Viele Hunde wirken danach völlig normal – als wäre nichts passiert.

Wie unterscheiden sich Adams-Stokes-Anfälle von Epilepsie?

Bei Epilepsie beginnt der Anfall meist mit Unruhe oder Desorientierung. Der Hund speichelt stark, paddelt mit den Beinen, kann Kot oder Urin verlieren. Nach dem Anfall ist er oft verwirrt und braucht Zeit zur Orientierung.

Adams-Stokes-Anfälle sind anders: Der Kollaps kommt ohne Ankündigung. Keine Speichelproduktion, kein Paddeln. Die Erholung ist abrupt – der Hund ist sofort wieder da.

Welche Rassen sind häufiger betroffen?

Größere Rassen mit Neigung zu Kardiomyopathie tragen ein höheres Risiko. Dobermänner, Deutsche Doggen, Boxer und Irish Wolfhounds entwickeln öfter die Herzerkrankungen, die zu Adams-Stokes-Anfällen führen können.

Aber auch kleine Rassen sind betroffen – besonders ältere Hunde mit degenerativen Herzveränderungen. Das Alter allein ist allerdings kein Auslöser.

Was tun, wenn der Hund einen Adams-Stokes-Anfall hat?

Ruhe bewahren und den Hund in Seitenlage bringen, falls er nicht schon liegt. Den Kopf leicht überstrecken, damit die Atemwege frei bleiben. Nichts in das Maul einführen.

Zeit stoppen: Dauert die Bewusstlosigkeit länger als eine Minute, sofort zum Tierarzt. Auch bei kürzeren Anfällen ist eine zeitnahe tierärztliche Untersuchung notwendig.

Den Anfall dokumentieren: Uhrzeit, Dauer, Umstände. Diese Informationen helfen dem Tierarzt bei der Diagnose.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Der Tierarzt führt ein EKG durch, oft auch ein Langzeit-EKG über 24 Stunden. Dazu kommen Blutuntersuchungen und meist eine Echokardiographie zur Beurteilung der Herzstruktur.

Die Herausforderung: Adams-Stokes-Anfälle treten unvorhersagbar auf. Das EKG in der Praxis zeigt möglicherweise keine Auffälligkeiten. Daher ist die genaue Beschreibung des Anfalls so wichtig.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Bei bestätigter Diagnose wird meist ein Herzschrittmacher empfohlen. Diese Geräte sind mittlerweile auch für Hunde verfügbar und können das Leben deutlich verlängern.

Medikamentöse Alternativen sind begrenzt und meist weniger erfolgreich. In leichten Fällen können Antiarrhythmika versucht werden – aber sie beheben nicht die Grundursache.

Wie ist die Prognose?

Ohne Behandlung sind Adams-Stokes-Anfälle lebensgefährlich. Mit Herzschrittmacher ist die Prognose gut – viele Hunde leben noch Jahre normal weiter.

Die Entscheidung hängt von Alter, Allgemeinzustand und den Wünschen des Halters ab. Ein Herzschrittmacher ist ein größerer Eingriff mit entsprechenden Kosten.