Muss mein Hund im Wald an die Leine?
Die Leinenpflicht im Wald ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich geregelt – pauschale Aussagen greifen zu kurz.
Inhalt
Die Leinenpflicht im Wald ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedlich geregelt – pauschale Aussagen greifen zu kurz.
Welche Leinenpflicht gilt in deutschen Wäldern?
In Deutschland entscheidet das jeweilige Bundesland über die Leinenpflicht. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern haben ganzjährige Leinenpflicht im Wald. In Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern dürfen Hunde ausserhalb der Brut- und Setzzeit (1. April bis 15. Juli) frei laufen – sofern sie abrufbar sind.
Die Bussgelder variieren stark: Von 5 Euro in manchen Gemeinden bis 25.000 Euro bei Wilderei durch den Hund. In Bayern kostet das Freilaufenlassen im Wald zwischen 50 und 150 Euro.
Wie ist die Rechtslage in österreichischen Wäldern?
Österreich regelt die Leinenpflicht über die Landesjagdgesetze. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland herrscht ganzjährige Leinenpflicht im Wald. Oberösterreich, Salzburg und Tirol erlauben Freilauf ausserhalb der Setz- und Brutzeit (1. April bis 31. Juli). Die Strafen beginnen bei 150 Euro und können bis 7.500 Euro betragen.
Besonderheit: In Nationalparks gilt immer Leinenpflicht – unabhängig vom Bundesland.
Was regelt die Schweiz bezüglich Leinenpflicht?
Die Schweizer Kantone handhaben das unterschiedlich. Zürich, Bern und Basel-Stadt haben ganzjährige Leinenpflicht in Naturschutzgebieten und während der Brut- und Setzzeit (15. April bis 31. Juli) generell im Wald. Graubünden und Wallis sind liberaler – hier reicht oft die Kontrolle über den Hund.
Bussgelder starten bei 40 Franken und können bei Wildschäden mehrere Tausend Franken erreichen.
Warum existiert die Leinenpflicht im Wald?
Der Hauptgrund ist der Wildtierschutz. Ein freilaufender Hund kann Rehe, Hirsche oder Wildvögel hetzen – auch wenn er nicht zubeisst. Diese Störung kostet die Tiere Energie, die sie für Aufzucht oder Überleben brauchen.
Dazu kommt der Schutz des Hundes selbst. Wildschweine mit Frischlingen greifen Hunde an. Fallen, Giftköder oder unübersichtliches Gelände stellen weitere Risiken dar.
Welche Ausnahmen gibt es bei der Leinenpflicht?
Jagdhunde im Einsatz sind meist von der Leinenpflicht befreit. Rettungshunde bei Sucheinsätzen ebenfalls. Manche Gemeinden haben spezielle Hundefreilaufzonen ausgewiesen – auch in Waldgebieten.
Private Waldbesitzer können eigene Regeln aufstellen, sofern sie nicht strenger sind als die gesetzlichen Vorgaben.
Mehr aus dem Wiki
Alle Wiki-Einträge →Lautjagd
Lautjagd bezeichnet die Verfolgung von Wild durch einen Hund, der dabei Laut gibt und dem Jäger …
Brackieren
Brackieren ist eine Jagdart, bei der ein spurlauter Hund Wild selbstständig sucht und auf seiner Spur …
Schweissarbeit
Schweissarbeit ist die gezielte Arbeit eines ausgebildeten Jagdhundes auf der Wundfährte eines verletzten Wildtieres.
Nachsuche
Die Nachsuche ist die gezielte Suche nach verletztem oder verendetem Wild mit einem ausgebildeten Jagdhund.