Gliazellen
Gliazellen sind spezialisierte Zellen im Nervensystem deines Hundes, die als Stützgerüst und Beschützer der eigentlichen Nervenzellen (Neuronen) funktionieren.
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Gliazellen sind spezialisierte Zellen im Nervensystem deines Hundes, die als Stützgerüst und Beschützer der eigentlichen Nervenzellen (Neuronen) funktionieren. Sie machen etwa 90 Prozent aller Zellen im Hundegehirn aus und sind bei vielen neurologischen Problemen der entscheidende Faktor.
Warum sind Gliazellen für Hundehalter relevant?
Bei deinem Hund zeigen sich Probleme mit den Gliazellen oft als erste Anzeichen neurologischer Erkrankungen. Ein Hund mit beginnender Epilepsie zeigt möglicherweise zunächst nur leichte Verhaltensänderungen – die Gliazellen reagieren bereits, bevor die großen Krampfanfälle auftreten.
Entzündungen der Gliazellen (Gliose) entstehen bei Hunden häufig durch Virusinfektionen wie Staupe oder nach Kopfverletzungen. Die Zellen schwellen an und können dann ihre Schutzfunktion nicht mehr erfüllen.
Die vier Haupttypen beim Hund
Astrozyten versorgen die Nervenzellen mit Nährstoffen und regulieren den Wasserhaushalt im Gehirn. Bei Hunden mit Wasserkopf (Hydrocephalus) – besonders häufig bei Chihuahuas und anderen kleinen Rassen – sind diese Zellen überfordert.
Oligodendrozyten bilden die Isolierschicht (Myelinscheiden) um die Nervenfasern. Degenerative Myelopathie, eine fortschreitende Rückenmarkserkrankung bei älteren Schäferhunden, beginnt mit dem Abbau dieser Schichten.
Mikrogliazellen funktionieren als Immunsystem des Gehirns. Sie werden bei Hundedemenz (canine cognitive dysfunction) überaktiv und greifen gesunde Nervenzellen an.
Schwann-Zellen im peripheren Nervensystem ermöglichen die Regeneration verletzter Nerven. Nach Bissverletzungen oder Operationen bestimmen sie, ob dein Hund wieder normale Beweglichkeit erlangt.
Häufige Gliazellen-Erkrankungen beim Hund
Gliome sind Hirntumore, die aus entarteten Gliazellen entstehen. Boxer und Boston Terrier haben ein erhöhtes Risiko. Erste Anzeichen sind oft Kreislaufen oder Kopfpressen gegen Wände.
Necrotisierende Meningoencephalitis (NME) trifft vor allem Mops, Yorkshire Terrier und Chihuahua. Die Erkrankung führt zum Tod von Gliazellen in bestimmten Hirnregionen.
Bei idiopathischer Epilepsie – der häufigsten Epilepsieform bei Hunden – verändern sich die Gliazellen um die epileptischen Herde und können die Anfälle verstärken oder abschwächen.
Was bedeutet eine Gliazellen-Diagnose?
Wenn der Tierarzt von „Gliose“ oder „reaktiven Gliazellen“ spricht, bedeutet das eine Entzündungsreaktion im Nervensystem. Das ist noch keine eigenständige Krankheit, sondern ein Hinweis auf eine zugrundeliegende Störung.
Die Prognose hängt stark davon ab, welche Gliazellen betroffen sind und ob die Ursache behandelbar ist. Schwann-Zellen regenerieren sich gut – deshalb erholen sich Hunde nach peripheren Nervenverletzungen oft vollständig. Oligodendrozyten im Rückenmark regenerieren schlecht – degenerative Myelopathie ist daher nicht heilbar.
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