Larynxparalyse
Larynxparalyse ist eine Erkrankung, bei der die Nerven der Kehlkopfmuskulatur geschädigt sind und die Stimmbänder den Atemweg teilweise blockieren.
Inhalt
Was passiert bei einer Larynxparalyse?
Bei der Larynxparalyse sind die Nerven, die die Stimmbandmuskulatur steuern, geschädigt oder ausgefallen. Die Stimmbänder können sich dadurch nicht mehr richtig öffnen und verschliessen den Atemweg teilweise. Der Hund kommt schlechter zu Luft – besonders bei Anstrengung oder Hitze.
Die Erkrankung entwickelt sich meist schleichend über Monate. Oft bemerkt ein Halter zuerst die veränderte Stimme, bevor die Atemnot auffällt.
Welche Hunderassen sind besonders betroffen?
Grosse Hunderassen entwickeln deutlich häufiger eine Larynxparalyse als kleine. Besonders gefährdet sind Labrador Retriever, Golden Retriever, Deutsche Schäferhunde, Rottweiler und Afghanen. Bei diesen Rassen tritt die Erkrankung meist zwischen dem 8. und 12. Lebensjahr auf.
Beim Bouvier des Flandres und einigen Husky-Linien liegt eine erbliche Form vor, die bereits junge Hunde treffen kann. Ursache ist ein Gendefekt, der die Nervenentwicklung stört.
Woran erkennst du eine Larynxparalyse?
Das erste Anzeichen ist meist eine heisere, raue Stimme. Dein Hund bellt anders als früher – tiefer und kraftloser. Bei fortgeschrittener Lähmung kommt ein charakteristisches inspiratorisches Stridor dazu: ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen.
Typisch ist auch, dass sich die Symptome bei Stress, Hitze oder Anstrengung verschlechtern. Der Hund hechelt übermässig, zeigt bläuliche Schleimhäute und kann in schweren Fällen kollabieren.
Wie wird die Erkrankung diagnostiziert?
Die Diagnose erfolgt durch eine Laryngoskopie unter leichter Sedation. Der Tierarzt betrachtet dabei mit einem Endoskop direkt die Stimmbänder und prüft deren Beweglichkeit. Gesunde Stimmbänder öffnen sich synchron bei der Einatmung – bei Larynxparalyse bleiben sie starr oder bewegen sich nur einseitig.
Röntgenbilder zeigen meist normale Befunde, sind aber nötig, um andere Atemwegserkrankungen auszuschliessen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Die einzige dauerhafte Lösung ist eine Operation. Der häufigste Eingriff ist die Aryknorpel-Lateralisation: Dabei wird ein Stimmband dauerhaft zur Seite fixiert, sodass eine Atemöffnung entsteht. Diese OP verbessert die Atmung bei etwa 90 Prozent der Hunde deutlich.
Eine Alternative ist die partielle Aryektomie, bei der Knorpelteile entfernt werden. Beide Verfahren tragen ein Risiko: Durch die dauerhaft offene Stimmritze können Speichel oder Futter in die Luftröhre gelangen.
Wie ist die Prognose nach der Operation?
Die meisten Hunde erholen sich gut von der OP und können wieder normal aktiv sein. Das Bellen bleibt aber dauerhaft verändert – meist deutlich leiser. Ein Risiko bleibt die Aspirationspneumonie: Einem Teil der operierten Hunde – Schätzungen nennen rund 15–20 Prozent – wird diese Komplikation innerhalb der ersten zwei Jahre diagnostiziert.
Ohne Operation verschlechtert sich der Zustand kontinuierlich. Unbehandelt kann die Larynxparalyse zu lebensbedrohlichen Atemnotfällen führen.
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