Was kann man bei Schwimmersyndrom für Hunde tun?
Das Schwimmersyndrom ist eine Entwicklungsstörung bei Welpen, die zu dauerhaft gespreizten Beinen führt. Mit früher Diagnose und physiotherapeutischer Behandlung können die meisten Hunde normal laufen lernen.
Inhalt
Ein Welpe liegt mit weit gespreizten Beinen da, als würde er schwimmen. Diese auffällige Haltung kann ein Anzeichen für das Schwimmersyndrom sein, eine Entwicklungsstörung, die hauptsächlich junge Hunde betrifft.
Was ist das Schwimmersyndrom beim Hund?
Das Schwimmersyndrom ist eine Entwicklungsstörung, bei der Welpen ihre Beine nicht normal unter den Körper bringen können. Die Beine bleiben seitlich abgespreizt, daher der Name, weil die Haltung an schwimmende Bewegungen erinnert.
Die Störung betrifft meist beide Hinterläufe, manchmal auch alle vier Gliedmassen. Betroffene Welpen können nicht richtig stehen oder laufen. Im schlimmsten Fall bleiben sie dauerhaft auf die seitliche Bauchlage angewiesen.
Anders als bei anderen Bewegungsstörungen entwickelt sich das Schwimmersyndrom bereits in den ersten Lebenswochen. Die kritische Phase liegt zwischen der zweiten und achten Lebenswoche, genau dann, wenn Welpen normalerweise laufen lernen.
Welche Ursachen hat das Schwimmersyndrom?
Die Wissenschaft kann noch nicht abschliessend erklären, warum manche Welpen das Schwimmersyndrom entwickeln. Es handelt sich um eine Entwicklungsstörung, nicht um eine Krankheit im klassischen Sinne.
Am wahrscheinlichsten sind Probleme beim Aufbau der Muskulatur in den ersten Lebenswochen. Welpen, die überwiegend auf glatten Oberflächen liegen, können möglicherweise nicht genug Muskelkraft entwickeln, um ihre Beine richtig zu positionieren.
Übergewicht verstärkt das Problem. Schwere Welpen haben es zusätzlich schwer, ihre Gliedmassen zu kontrollieren. Auch bestimmte Rassen mit breitem Brustkorb und kurzen Beinen scheinen häufiger betroffen zu sein, allerdings gibt es dazu keine belastbaren Studien.
Genetische Faktoren werden diskutiert, sind aber nicht bewiesen. Das Syndrom tritt nicht gehäuft in bestimmten Zuchtlinien auf.
Wie lässt sich das Schwimmersyndrom bei Welpen erkennen?
Das Hauptsymptom ist unübersehbar: Der Welpe liegt mit weit abgespreizten Beinen auf dem Bauch. Die Pfoten zeigen nach aussen, als würde er schwimmen wollen.
Weitere Anzeichen sind Schwierigkeiten beim Aufstehen und unsicheres Gehen mit gespreizten Beinen. Manche Welpen entwickeln eine flache Brust, weil sie ständig auf dem Bauch liegen.
Das Problem wird meist zwischen der dritten und sechsten Lebenswoche sichtbar. Während gesunde Wurfgeschwister bereits herumtollen, bleibt der betroffene Welpe oft am Platz liegen.
Das Schwimmersyndrom sollte nicht mit normalen Entwicklungsphasen verwechselt werden. Gesunde Welpen haben in den ersten Wochen ebenfalls noch unsichere Bewegungen, aber sie können ihre Beine unter den Körper bringen.
Sofortmassnahmen bis zum Tierarztbesuch
Einen Tierarztbesuch ersetzt nichts, aber der Welpe lässt sich die Zeit bis dahin erleichtern. Rutschfester Untergrund ist wichtig. Handtücher oder dünne Gummimatten geben besseren Halt als glatte Fliesen oder Laminat.
Ein erhöhter Liegeplatz hilft: Ein zusammengerolltes Handtuch unter dem Bauch des Welpen sorgt dafür, dass die Beine natürlich nach unten hängen, statt seitlich abzuspreizen.
Beim Stehen und Gehen kann ein weiches Tuch unter dem Bauch unterstützen, wie eine sanfte Gehhilfe. Der Welpe sollte aber nie zu Bewegungen gezwungen werden, die ihm schwerfallen.
Welche Behandlung hilft beim Schwimmersyndrom?
Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Der Tierarzt wird zunächst andere Ursachen ausschliessen, etwa Gelenkfehlbildungen oder neurologische Störungen.
Die Hauptbehandlung besteht aus Physiotherapie. Spezielle Übungen stärken die Muskulatur und trainieren die richtige Beinstellung. Manche Tierärzte verwenden auch Taping-Techniken, um die Beine in der korrekten Position zu halten.
Bei übergewichtigen Welpen ist eine kontrollierte Gewichtsreduktion Teil der Therapie. Leichtere Welpen haben es einfacher, ihre Bewegungen zu koordinieren.
Die Behandlung dauert meist mehrere Wochen bis Monate. Mit konsequenter Therapie können viele betroffene Hunde ein normales Leben führen.
Kann Massage die Behandlung unterstützen?
Sanfte Massagen können die tierärztliche Behandlung unterstützen, ersetzen sie aber nicht. Vorsichtiges Streichen entlang der Wirbelsäule regt die Durchblutung an.
Wie sind die Heilungschancen beim Schwimmersyndrom?
Bei früher Diagnose und konsequenter Behandlung können etwa 80 Prozent der betroffenen Welpen normal laufen lernen. Unbehandelt bleiben die Hunde oft dauerhaft bewegungseingeschränkt.
Welche Hunderassen sind besonders gefährdet?
Bulldoggen, Möpse und andere brachycephale Rassen scheinen häufiger betroffen zu sein. Belastbare Studien zur Rassenverteilung gibt es aber nicht.