Von Bergrettern und Familienhunden: Schweizer Hunderassen
Die Schweiz hat acht anerkannte Hunderassen hervorgebracht – vom bekannten Bernhardiner bis zu spezialisierten Laufhunden für die Parforcejagd.
Inhalt
Ein Bernhardiner mit Fässchen am Halsband – dieses Bild kennt jeder. Aber die Schweiz hat acht anerkannte Hunderassen hervorgebracht, die alle für Arbeit in den Alpen gezüchtet wurden. Manche eignen sich heute als Familienhunde, andere bleiben spezialisierte Arbeitstiere.
Welche Sennenhunde sind für Familien geeignet?
Der Berner Sennenhund passt am besten in Familien mit Kindern. Seine durchschnittliche Lebenserwartung von 7-8 Jahren ist allerdings kurz – ein wichtiger Faktor bei der Entscheidung. Der Appenzeller hingegen fixiert sich meist auf eine Person und bellt deutlich mehr.
Alle vier Sennenhunde-Varianten entstanden als Bauernhunde in verschiedenen Kantonen. Der Entlebucher braucht täglich mindestens 2 Stunden intensive Beschäftigung. Der Grosse Schweizer kann bis zu 60 kg schwer werden – in Mietwohnungen wird das schwierig.
Sind Bernhardiner wirklich so entspannt wie ihr Ruf?
Bernhardiner gelten als sanftmütig, können aber extrem stur sein. Ein ausgewachsener Rüde wiegt bis zu 120 kg – wenn er nicht weitergehen will, hilft kein Zerren. Die Zucht am Grossen St. Bernhard begann im 17. Jahrhundert, ursprünglich für Lawinensuchaufgaben.
Das berühmte Schnapsfässchen ist übrigens ein Mythos. Die Mönche benutzten nie Alkohol bei Rettungen – zu gefährlich bei Unterkühlung.
Warum sind Schweizer Laufhunde so unbekannt?
Jura Laufhund und Schweizer Niederlaufhund wurden für die Parforcejagd in bergigem Gelände entwickelt. Sie können stundenlang einer Fährte folgen, ohne zu ermüden. In Deutschland sind sie praktisch unbekannt, weil sie nur in der Schweiz und Frankreich jagdlich geführt werden.
Beide Rassen brauchen täglich 3-4 Stunden Bewegung. Als reine Familienhunde funktionieren sie nicht – der Jagdinstinkt lässt sich nicht „abtrainieren“.
Was unterscheidet den Berger Blanc Suisse vom Deutschen Schäferhund?
Genetisch sind beide Rassen eng verwandt. Der Berger Blanc Suisse entwickelte sich aus weissen Deutschen Schäferhunden, die in Deutschland nicht erwünscht waren. Die Schweizer Zuchtlinie gilt als gesünder – weniger Hüftdysplasie, stabileres Nervenkostüm.
Charakterlich sind Berger Blanc Suisse ausgeglichener und weniger territorial als Deutsche Schäferhunde. Sie eignen sich deshalb besser für Hundeanfänger.
Welche Schweizer Rasse braucht am wenigsten Auslauf?
Keiner dieser acht Hunde ist ein Sofahund. Der Berner Sennenhund kommt noch am besten mit weniger Bewegung zurecht – 1,5 Stunden täglich reichen aus. Alle anderen Rassen brauchen deutlich mehr Beschäftigung.
Besonders die Laufhunde und der Entlebucher sind nichts für bequeme Hundehalter. Sie wurden für Dauerleistung gezüchtet.
Sind Schweizer Hunderassen für Anfänger geeignet?
Der Berner Sennenhund und der Berger Blanc Suisse sind die einzigen Schweizer Rassen, die Hundeanfänger stemmen können. Alle anderen brauchen erfahrene Hundeführer.
Wie alt werden Schweizer Hunderassen im Durchschnitt?
Die grossen Sennenhunde leben 7-9 Jahre, der Bernhardiner 8-10 Jahre. Die Laufhunde erreichen 12-14 Jahre, der Berger Blanc Suisse etwa 12 Jahre.
Brauchen alle Schweizer Rassen viel Fellpflege?
Nur der Berner Sennenhund muss täglich gebürstet werden. Alle anderen haben pflegeleichtes Kurzhaar, das wöchentliches Bürsten reicht.