Unterkühlung
Unterkühlung (Hypothermie) entsteht, wenn die Körpertemperatur eines Hundes unter 37°C fällt – normal sind 38,3 bis 39,2°C.
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Unterkühlung (Hypothermie) entsteht, wenn die Körpertemperatur eines Hundes unter 37°C fällt – normal sind 38,3 bis 39,2°C. Ab diesem Punkt können lebenswichtige Körperfunktionen versagen.
Wann wird Unterkühlung gefährlich?
Kritisch wird es bei Temperaturen unter 36°C. Dann arbeitet das Herz langsamer, die Atmung wird flach. Unter 35°C droht Bewusstlosigkeit – hier zählt jede Minute.
Besonders schnell unterkühlen kleine Rassen, Welpen unter 12 Wochen und Hunde über 8 Jahre. Ein 3-Kilo-Chihuahua verliert bei 0°C und Nässe seine Körperwärme fünfmal schneller als ein 30-Kilo-Labrador.
Wie erkenne ich eine Unterkühlung beim Hund?
Zittern ist das erste Warnsignal – der Körper versucht, Wärme zu erzeugen. Werden die Gliedmassen kalt und die Schleimhäute bläulich, ist der Hund bereits stark unterkühlt.
Bei fortgeschrittener Hypothermie wird das Zittern paradoxerweise schwächer oder stoppt ganz. Das bedeutet nicht Besserung, sondern dass die Muskeln zu schwach geworden sind. Der Hund wirkt dann apathisch und koordiniert schlecht.
Was verursacht Unterkühlung bei Hunden?
Nasses Fell verstärkt den Wärmeverlust um das Zehnfache. Darum sind Hunde nach dem Baden im kalten See oder bei Regen besonders gefährdet. Wind beschleunigt den Prozess zusätzlich.
Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion machen manche Hunde anfälliger. Diese Tiere frieren schon bei Temperaturen, die gesunde Hunde problemlos vertragen.
Erste Hilfe: In welcher Reihenfolge wiedererwärmen?
Zuerst den Hund aus der kalten Umgebung bringen und nasses Fell vorsichtig abtupfen – nicht rubbeln. Dann den Rumpf mit trockenen Handtüchern umwickeln, die Beine zunächst frei lassen.
Die Wiedererwärmung muss langsam erfolgen: maximal 1-2°C pro Stunde. Zu schnelle Erwärmung kann einen Schock auslösen. Wärmflaschen oder Heizdecken nur indirekt über Handtücher anwenden – nie direkt auf die Haut.
Nach 20-30 Minuten die Gliedmassen mit einwickeln. Wenn der Hund bei Bewusstsein ist, kann warmes (nicht heisses) Wasser angeboten werden. Zwinge ihn aber nicht zum Trinken.
Wann sofort zum Tierarzt bei Unterkühlung?
Bei bläulichen Schleimhäuten oder wenn das Zittern aufhört, ist die Unterkühlung lebensbedrohlich. Hier reichen häusliche Massnahmen nicht mehr – der Tierarzt muss die Körpertemperatur medizinisch überwachen und gegebenenfalls warme Infusionen geben.
Auch wenn sich die Körpertemperatur nach einer Stunde Wiedererwärmung nicht merklich erhöht hat, solltest du tierärztliche Hilfe suchen. Manche Hunde entwickeln Stunden später noch Komplikationen.
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