Verwechslungsgefahr Tollwut: Pseudowut Aujeszky beim Hund
Die Krankheit, um die es heute geht, trägt gleich mehrere Namen: Aujeszky, Aujeszkyscher Krankheit bei Hunden – oder schlicht Pseudowut. Wer den Begriff noch nie gehört hat, ist damit nicht allein. Und genau das ist das Problem.
Es handelt sich um eine Virusinfektion, die für betroffene Tiere tödlich ist. Schweine gelten als Hauptwirt des Erregers. Hunde stecken sich an, wenn sie rohes Schweinefleisch fressen.
Die Aujeszky-Krankheit – warum eigentlich Pseudowut?
Der im Alltag gebräuchlichere Begriff lautet Pseudowut – und der Name ist Programm. Die Krankheit sieht der Tollwut so ähnlich, dass selbst erfahrene Tierhalter ins Zweifeln geraten können. Kein Wunder: Auffälliger Juckreiz, teils aggressives Verhalten, im Endstadium Lähmungen und Krämpfe. Das Endstadium kommt dabei erschreckend schnell – oft bereits nach wenigen Tagen.
In den allermeisten Fällen verläuft die Pseudowut bei Hunden tödlich. Das ist keine Übertreibung, sondern Realität.
Unterschied zwischen Pseudowut und Tollwut
Der entscheidende Unterschied zur echten Tollwut: Das Virus weist eine extrem geringe Pathogenität beim Menschen auf. Es überträgt sich unter normalen Umständen nicht auf den Menschen – das ist zumindest der aktuelle Wissensstand.
Seltenheit macht es nicht ungefährlicher
Die Aujeszky-Krankheit ist in Deutschland als Tierseuche eingestuft und damit anzeigepflichtig – geregelt unter anderem im Tiergesundheitsgesetz (TierGesG). Betroffene oder gefährdete Schweinehaltungsbetriebe werden in der Regel schnell identifiziert und eingedämmt. Dazu kommt: Gesetzliche Vorgaben für Massentierhaltung und Schlachtung machen derartige Betriebe in entwickelten Ländern insgesamt wenig anfällig.
Trotzdem wäre es ein Fehler, das Thema auf die leichte Schulter zu nehmen. Das Virus kann latent im Körper verweilen – ohne gezielte Tests bleibt eine Infektion unentdeckt, eine Meldung unmöglich. Es gab Fälle, in denen Jagdhunde nach Kontakt mit Wildschweinen starben, ohne vorher auch nur ein einziges akutes Symptom gezeigt zu haben. Einfach so. Das verdeutlicht, womit wir es hier zu tun haben.
Kein rohes Schweinefleisch für Hunde
Die einzige wirksame Schutzmaßnahme ist konsequent: Hunden grundsätzlich kein rohes Schweinefleisch geben. Einen Impfschutz gegen die Pseudowut gibt es nicht.
Erhitzen tötet das Virus ab – gegarte oder gekochte Fleischprodukte sind insofern unbedenklich. Wer einen Jagdhund hält, sollte besonders wachsam sein. Jäger tun gut daran, darauf zu achten, dass ihr Hund bei der Jagd keine Wildtiere beisst oder anderweitig unkontrolliert Fleisch aufnimmt. Das klingt nach einer Selbstverständlichkeit. Ist es aber nicht immer.