Tierschutz

Tag des Artenschutzes und was das mit deinem Hund zu tun hat

5 Min Lesezeit
Tag des Artenschutzes und was das mit deinem Hund zu tun hat
Inhalt
  1. 03.03.: Tag des Artenschutzes
  2. Helfen Hunde beim Artenschutz?
  3. Wenn Hunde eine Bedrohung für den Artenschutz sind
  4. Was du mit deinem Hund für den Artenschutz tun kannst

Der Tag des Artenschutzes erinnert uns jedes Jahr daran, wie es um bedrohte Tier- und Pflanzenarten steht – und was auf dem Spiel steht, wenn wir nichts tun. Aber was hat das eigentlich mit unseren Hunden zu tun? Ehrlich gesagt: eine ganze Menge. Hunde tauchen im Artenschutz als echte Helfer auf – manchmal aber auch als Problem, das man lieber nicht ignoriert.

03.03.: Tag des Artenschutzes

Jedes Jahr am 3. März begehen die Vereinten Nationen den Weltartenschutztag. Das Datum ist kein Zufall: Am 3. März 1973 wurde in Washington das Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterzeichnet – bekannt als CITES. Es ist bis heute eines der tragendsten internationalen Abkommen überhaupt, wenn es um den Schutz gefährdeter Arten geht.

Was steckt hinter CITES?

CITES steht für Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora und regelt, ganz konkret, den internationalen Handel mit bedrohten Arten. Was das in der Praxis bedeutet:

  • Rund 38’000 Arten stehen unter Schutz – Elefanten, Tiger und Nashörner ebenso wie viele Pflanzen, etwa Orchideen.
  • Grenzkontrollen und Handelsregeln sollen verhindern, dass Wilderei oder Übernutzung Arten in den Abgrund treiben.
  • Je nach Gefährdungsgrad gelten unterschiedliche Schutzstufen.

Ausserdem steht der Tag jedes Jahr unter einem eigenen Motto, das bestimmte Themen in den Vordergrund rückt – mal waren es grosse Raubtiere, mal Meerestiere, mal der Schutz wildlebender Tiere ganz allgemein.

Warum braucht es diesen Tag überhaupt?

  • Über eine Million Tier- und Pflanzenarten weltweit sind vom Aussterben bedroht.
  • Lebensräume schwinden – durch Abholzung, Umweltverschmutzung, Klimawandel.
  • Wilderei und illegaler Tierhandel sind nach dem Drogen- und Waffenhandel eine der grössten kriminellen Industrien der Welt.

Der Tag soll wachrütteln – und zeigen, dass jeder etwas tun kann: beim Einkaufen, durch Spenden, oder schlicht dadurch, Produkte aus gefährdeten Arten zu meiden. Tropenholz, Elfenbein, Haifischflossensuppe – all das hat reale Konsequenzen für reale Tiere.

Helfen Hunde beim Artenschutz?

Ja, und das in einem Ausmass, das viele überrascht. Dank ihres aussergewöhnlichen Geruchssinns und ihrer Vielseitigkeit werden Hunde gezielt ausgebildet, um bedrohte Arten und ihre Lebensräume zu schützen.

  • Spürhunde für den Wildtierschutz: Hunde können auf bestimmte Tierarten trainiert werden – ganz ohne direkten Kontakt, der die Tiere stören würde. Weltweit suchen sie nach Meeresschildkröten, Koalas oder seltenen Fröschen in Gebieten, die für Menschen kaum zugänglich sind.
    • Nach den verheerenden Buschbränden in Australien 2019/2020 spürten Hunde verletzte Koalas in verbrannten Wäldern auf – anhand von Kot oder Fellgeruch. So konnten Wildhüter überleben­de Tiere retten, die sie sonst nie gefunden hätten.
  • Hunde gegen die Wilderei: Wilderei zählt zu den grössten Bedrohungen für viele Tierarten. Speziell ausgebildete Hunde helfen, Wilderer aufzuspüren, Schmuggelware aufzudecken und den illegalen Handel zu bekämpfen.
    • In Afrika durchsuchen Antiwilderei-Teams mit Hunden Flughäfen und Grenzübergänge nach Elfenbein, Nashornhorn oder geschmuggelten Lebendtieren. Manche Hunde verfolgen sogar die Spuren von Wilderern direkt bis zu den Tätern.
  • Herdenschutzhunde – wenn Schutz Konflikte verhindert: Wo Wölfe oder Bären Nutztiere reissen, greifen Landwirte manchmal zur Waffe. Herdenschutzhunde sind eine bessere Antwort auf diesen Konflikt.
    • In der Schweiz, Österreich, Italien und Deutschland schützen Herdenschutzhunde Weidetiere vor dem Wolf – und nehmen Bauern damit einen Grund, Abschüsse zu fordern. Herdenschutz und Wolfsschutz greifen hier direkt ineinander.

Wenn Hunde eine Bedrohung für den Artenschutz sind

Das klingt vielleicht hart, aber es stimmt: Hunde können wildlebenden Tieren und ganzen Ökosystemen erheblich schaden. Vor allem verwilderte Hunde, Strassenhunde und unkontrolliert freilaufende Haustiere sind das Problem.

  • Verwilderte oder streunende Hunde als Gefahr: In vielen Ländern gibt es grosse Populationen herrenloser Hunde, die sich unkontrolliert vermehren und wie Wildtiere agieren. Sie jagen, bedrängen oder töten andere Tiere – und haben in manchen Regionen bereits zum Rückgang bestimmter Arten beigetragen.
    • In Teilen Indiens jagen verwilderte Hunde bedrohte Antilopen oder seltene Bodenbrüter.
    • In Australien gehören streunende Hunde neben verwilderten Katzen zu den Hauptbedrohungen für Beuteltiere wie Kängurus oder Wombats.
  • Krankheitsübertragung auf Wildtiere: Hunde schleppen Tollwut, Staupe, Würmer und Räude mit sich – Krankheiten, gegen die viele Wildtierarten schlicht keine Immunität besitzen.
    • Auf Madagaskar haben streunende Hunde Lemuren mit Parasiten infiziert. Die Folge: drastische Bestandsrückgänge bei einer ohnehin bedrohten Affengruppe.
  • Störung und Jagd – auch durch Haushunde: Nicht nur verwilderte Hunde sind das Problem. Auch gut gepflegte Haushunde mit starkem Jagdinstinkt können in Naturschutzgebieten erheblichen Schaden anrichten.
    • Bodenbrütende Vögel: Ein schnüffelnder Hund reicht, damit Vögel ihr Gelege verlassen.
    • Rehkitze und Hirschkälber: Hunde hetzen sie oft zu Tode – nicht aus Hunger, sondern aus Instinkt.
    • Hasen und Kaninchen: Viele Hunde jagen sie, ohne gross nachzudenken.
    • Füchse und Wölfe: Konflikte mit Beutegreifern können auch Schutzprogramme gefährden.
    • Amphibien und Reptilien: Hunde graben – und vergraben dabei manchmal geschützte Arten.
    • Winterschlaf haltende Tiere: Wer einen Bären oder ein Murmeltier aus dem Winterschlaf reisst, gefährdet deren Überleben unmittelbar.

Was du mit deinem Hund für den Artenschutz tun kannst

Hunde sind keine Bedrohung von Natur aus – aber Verantwortung macht den Unterschied. Auch ohne Spürhundausbildung oder Herdenschutzeinsatz kannst du mit deinem Hund aktiv dazu beitragen, dass die Natur nicht leidet.

  • Leine anlegen in Naturschutzgebieten – Bodenbrüter und Rehkitze reagieren extrem sensibel auf Störungen. Ein freilaufender Hund kann in wenigen Minuten Schaden anrichten, den du gar nicht siehst.
  • Auf den Wegen bleiben – Hunde, die durchs Unterholz streifen, scheuchen Tiere auf, die dort brüten oder rasten.
  • Impfen und entwurmen – Ein gesunder Hund überträgt keine Staupe oder Räude auf Wildtiere. Das klingt banal, ist aber ernsthafter Artenschutz.
  • Kot mitnehmen – Hundekot enthält Parasiten, die für Wildtiere gefährlich werden können. Tüte einpacken, fertig.
  • Keine Essensreste in der Natur lassen – Hundefutter oder Snacks locken Wildtiere an und verändern ihr natürliches Verhalten.
  • Nachhaltige Ausrüstung wählen – Es gibt gute Leinen, Spielzeug und Näpfe aus recycelten Materialien oder Naturstoffen. Kein Hexenwerk, aber ein Beitrag.
  • Futter bewusst einkaufen – Produkte aus nachhaltiger Herstellung oder mit Bio-Zertifizierung schonen Ressourcen und Lebensräume.
  • Artenschutzprojekte unterstützen – Eine Patenschaft oder Spende an eine Wildtierschutzorganisation wirkt weit über den eigenen Spaziergang hinaus.

Jeder Ausflug mit dem Hund ist eine kleine Entscheidung. Leine dran, auf dem Weg bleiben, Augen offen – das ist kein grosser Aufwand, aber es macht einen echten Unterschied. Und manchmal ist Achtsamkeit der erste Schritt zu etwas, das weit grösser ist als man selbst.