Immunität
Immunität ist die Fähigkeit des Körpers, Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren.
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Immunität ist die Fähigkeit des Körpers, Krankheitserreger zu erkennen und abzuwehren. Beim Hund entsteht sie durch Impfungen oder überstandene Infektionen und schützt vor schweren Krankheiten wie Staupe oder Parvovirose.
Wann ist mein Hund immun gegen Krankheiten?
Dein Hund entwickelt Immunität auf zwei Wegen: durch den ersten Kontakt mit einem Erreger (natürliche Immunität) oder durch Impfungen (künstliche Immunität).
Bei Welpen funktioniert das anders. Sie bekommen in den ersten Lebenswochen Antikörper über die Muttermilch – diese maternale Immunität hält aber nur 6-12 Wochen. Deshalb beginnen Impfungen meist in der 8. Lebenswoche, wenn der mütterliche Schutz nachlässt.
Ein Beispiel: Nach der Grundimmunisierung gegen Parvovirose (3 Impfungen zwischen Woche 8-16) ist dein Welpe etwa 14 Tage nach der letzten Impfung vollständig geschützt.
Welche Arten der Immunität gibt es beim Hund?
Das Immunsystem arbeitet auf zwei Ebenen – angeboren und erworben.
Angeborene Immunität funktioniert wie ein Türsteher: Haut und Schleimhäute halten Eindringlinge draußen, Fresszellen (Makrophagen) vernichten alles Fremde sofort. Diese Abwehr ist unspezifisch aber schnell.
Erworbene Immunität dagegen ist wie ein Detektiv mit Gedächtnis. B-Zellen produzieren passgenaue Antikörper gegen spezifische Erreger. T-Zellen zerstören infizierte Körperzellen. Gedächtniszellen speichern die Information jahrelang.
Der Unterschied zeigt sich praktisch: Gegen neue Viren wie COVID-19 hatte dein Hund zunächst nur angeborene Abwehr. Gegen geimpfte Krankheiten hat er spezifische, lang anhaltende Immunität.
Wie lange hält der Impfschutz bei meinem Hund?
Das hängt vom Erreger ab. Tollwut-Immunität hält 3 Jahre, Zwingerhusten nur 6-12 Monate.
Konkrete Auffrischungsintervalle:
- Staupe, Hepatitis, Parvovirose: alle 3 Jahre
- Leptospirose: jährlich (Bakterien, schwächere Immunität)
- Zwingerhusten: alle 6-12 Monate
- Tollwut: alle 3 Jahre (gesetzlich vorgeschrieben)
Titer-Tests können zeigen, ob noch ausreichend Antikörper vorhanden sind. Kosten: etwa 80-120 Euro, aber nicht für alle Krankheiten verfügbar.
Was sind Immunitätslücken und wie entstehen sie?
Eine Immunitätslücke entsteht, wenn der Schutz nachlässt, bevor er erneuert wird.
Kritische Phasen beim Welpen: Zwischen Woche 6-16 kann es passieren, dass mütterliche Antikörper die Impfung blockieren, aber selbst schon zu schwach zum Schutz sind. Deshalb sind drei Impfungen nötig.
Bei erwachsenen Hunden entstehen Lücken durch vergessene Auffrischungen. Ein Hund, dessen Leptospirose-Impfung 18 Monate zurückliegt, kann sich wieder anstecken – die Immunität hält nur 12 Monate.
Auch Stress schwächt vorhandene Immunität. Hunde in Pension oder nach Umzügen bekommen häufiger Zwingerhusten, obwohl sie geimpft sind.
Woran erkenne ich ein schwaches Immunsystem?
Wiederkehrende Infekte sind das deutlichste Zeichen. Wenn dein Hund mehrmals im Jahr Ohrenentzündungen, Hautprobleme oder Durchfall hat, arbeitet sein Immunsystem nicht optimal.
Weitere Warnsignale: Wunden heilen langsam, kleine Verletzungen entzünden sich schnell, der Hund ist nach Krankheiten lange schwach.
Besonders anfällig sind Welpen unter 4 Monaten, Senioren ab 7-8 Jahren und Hunde mit chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Nierenproblemen.
Wie stärke ich das Immunsystem meines Hundes?
Die Impfungen sind die Basis – aber nicht alles.
Ernährung: Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl, Antioxidantien aus Blaubeeren, hochwertiges Protein. Finger weg von Nahrungsergänzungsmitteln ohne tierärztliche Empfehlung.
Bewegung: Regelmässige, aber nicht erschöpfende Aktivität. Ein überanstrengter Hund ist anfälliger für Infekte.
Stress vermeiden: Feste Routinen, ausreichend Ruhephasen. Dauerstress durch Lärm oder Trennungsangst schwächt nachweislich die Immunabwehr.
Parasitenkontrolle gehört dazu: Flöhe und Würmer kosten Energie und belasten das Immunsystem zusätzlich.
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