Tierschutz

Studie enthüllt traurige Wahrheiten über Social Media Hundewelpen

Vier Pfoten Studie warnt: Ein Drittel der über Social Media gekauften Welpen erkrankt nach dem Kauf. Instagram ist besonders riskant für Spontankäufe.

3 Min Lesezeit
Studie enthüllt traurige Wahrheiten über Social Media Hundewelpen
Inhalt
  1. Corona und der Online-Welpenhandel
  2. Warum werden so viele online gekaufte Welpen krank?
  3. Seriöse Züchter im Netz erkennen
  4. Alternative: Tierheim statt Online-Kauf
  5. Häufige Fragen zum Online-Welpenkauf

Du scrollst durch Instagram, siehst Welpenfotos mit diesen weichen Kulleraugen – und dann steht da: „sofort verfügbar“. Klingt harmlos. Ist es aber oft nicht. Laut einer Studie von Vier Pfoten erkrankt gut ein Drittel der Welpen, die über Social Media den Besitzer wechseln, kurz nach dem Kauf. Ein Drittel. Das ist keine Randnotiz.

Corona und der Online-Welpenhandel

Die Vier-Pfoten-Studie hat Daten von über 2.000 Hundehaltern aus sieben europäischen Ländern ausgewertet – Deutschland, Österreich und die Schweiz waren dabei. Befragt wurden Käufe zwischen 2020 und Februar 2022, also mitten durch die Pandemie hindurch.

Was sich in dieser Zeit verändert hat, ist eigentlich nicht überraschend: Viele Menschen kauften sich einen Hund nicht mehr aus langem Familienentscheid heraus, sondern weil sie einsam waren oder schlicht etwas brauchten, das ihren Tag strukturiert. Genau diese Verletzlichkeit haben unseriöse Händler gezielt genutzt. Klingt zynisch – ist es auch.

Instagram wurde in dieser Phase zum wichtigsten Umschlagplatz für Welpenverkäufe. Die Plattform ist dafür wie gemacht: emotionale Bilder, Direktnachricht in Sekunden, kaum Kontrolle darüber, was im Hintergrund wirklich passiert.

Warum werden so viele online gekaufte Welpen krank?

33 Prozent der online erworbenen Welpen erkrankten kurz nach dem Kauf. Mehr als die Hälfte dieser Tiere stammte direkt aus Social-Media-Geschäften. Das sind keine Ausreisser – das ist ein Muster.

Ein zentrales Problem ist das Alter. 25 Prozent der über Online-Kanäle verkauften Welpen waren jünger als sieben Wochen – das ist in Deutschland illegal und obendrein schlicht schädlich. Welpen brauchen mindestens acht Wochen bei der Mutter, damit das Immunsystem vernünftig anlaufen kann. Wer das abkürzt, spart auf Kosten des Tieres.

Dazu kommt, wie die meisten Leute entscheiden: rein nach Optik, ohne sich über Rasse, Züchter oder Gesundheitsuntersuchungen auch nur grob zu informieren. Verständlich – aber teuer.

4 Prozent der Befragten haben ihren Welpen heute nicht mehr. Das Tier ist gestorben oder wurde abgegeben, meistens weil die Tierarztkosten nicht mehr zu stemmen waren.

Seriöse Züchter im Netz erkennen

Es gibt sie, die seriösen Züchter, die auch online aktiv sind. Woran erkennst du sie? Sie zeigen dir die Mutterhündin – persönlich, nicht nur auf einem Foto. Sie laden dich ein, den Welpen mehrmals zu besuchen, bevor du irgendwas unterschreibst. Und sie stellen dir so viele Fragen, wie du ihnen. Sie wollen wissen, ob du der richtige Mensch für ihren Wurf bist. Das nervt manchmal. Ist aber ein gutes Zeichen.

Zuchtverband-Mitgliedschaft und Gesundheitszeugnisse sind Pflicht, keine Kür.

Warnsignale dagegen: „Sofort abholbereit“, Treffpunkt Parkplatz, keine Papiere, Preis weit unter Markt. Wenn jemand gleichzeitig drei verschiedene Rassen anbietet – Finger weg. Und emotionale Druckgeschichten wie „muss schnell weg“ oder „Allergie in der Familie“ sind klassische Maschen, die seit Jahren funktionieren, weil sie auf Mitleid zielen.

Alternative: Tierheim statt Online-Kauf

Tierheime sind voll. Wirklich voll. Hunde in jedem Alter, manche davon Welpen, die bereits geimpft, entwurmt und sozialisiert sind. Die Vermittlungsgebühr ist ein Bruchteil dessen, was ein Züchter verlangt.

Was das Tierheim ausserdem bietet: Die Mitarbeiter kennen ihre Schützlinge. Die können dir ehrlich sagen, welcher Hund zu einer Familie mit kleinen Kindern passt – und welcher eher nicht. Das ist echtes Wissen, kein Verkaufsgespräch.

Häufige Fragen zum Online-Welpenkauf

Ist der Online-Welpenkauf grundsätzlich unseriös?

Nein, pauschal nicht. Aber die Chancen stehen schlecht. Die Studie zeigt, dass Social-Media-Plattformen überproportional von unseriösen Händlern bespielt werden. Wer seriös züchtet, setzt eher auf die eigene Website oder auf Portale von Zuchtverbänden – nicht auf Instagram-Stories.

Ab welchem Alter dürfen Welpen verkauft werden?

In Deutschland frühestens mit acht Wochen. Viele seriöse Züchter warten sogar bis zur zehnten oder zwölften Woche – dann ist die Grundimmunisierung durch, und der Welpe ist stabiler.

Wie viel sollte ein Rassewelpe kosten?

Seriöse Zucht kostet: Gesundheitsuntersuchungen, Futter, Tierarzttermine, Wurmkuren, Impfungen. Liegt der Preis deutlich unter 800 bis 1.500 Euro – je nach Rasse –, sollte das ein Warnsignal sein, kein Schnäppchen-Alarm.