Was ist aus der Feuerwerksinitiative geworden?
Inhalt
Die eidgenössische Volksinitiative „Für eine Einschränkung von Feuerwerk“ wurde am 3. November 2023 beim Bund eingereicht – und seitdem ist es ziemlich ruhig geworden. Nicht auf den Strassen, das schon. Aber in der öffentlichen Debatte. Silvester rückt wieder näher, und viele Hundehalter fragen sich dasselbe wie letztes Jahr: Wird es wieder knallen, bis sich der Hund zitternd unterm Bett versteckt?
Entstehung und Werdegang der „Feuerwerksinitiative“
Die Feuerwerksinitiative will den Verkauf und die Verwendung lauter Feuerwerkskörper für Privatpersonen beschränken – zum Schutz von Mensch, Tier und Umwelt. Die offizielle Webseite der Initiative findest du hier: https://www.feuerwerksinitiative.ch/
So lief es bisher ab:
- Mai 2022: Die Unterschriftensammlung startet offiziell unter dem Namen „Für eine Einschränkung von Feuerwerk“.
- Mai 2023: Bereits über 75’000 Unterschriften sind zusammen – ein deutliches Zeichen, dass das Thema viele bewegt.
- November 2023: Schluss mit sammeln. Rund 140’000 Stimmen wurden gezählt, die Initiative wird beim Bundesrat eingereicht.
- Januar 2024: Der Bundesrat empfiehlt dem Parlament die Ablehnung – ohne Gegenentwurf.
- Oktober 2024: Botschaft und Empfehlung gehen ans Parlament zur Beratung.
Aktuell liegt die Initiative im Parlament. Was auch immer dort entschieden wird – das Schweizer Stimmvolk bekommt am Ende das letzte Wort.
Häufige Fragen & Antworten zur Feuerwerksinitiative
Worum geht es konkret? Die Initiative will lautes Feuerwerk für Privatpersonen stark einschränken. Knaller, Raketen und alles, was einen ordentlichen Krach macht, soll nicht mehr frei im Laden stehen. Gezündet werden dürfte solches Feuerwerk dann nur noch bei bewilligten Veranstaltungen – und von Fachleuten.
Was hat die Initiative überhaupt ausgelöst?
Wer einen Hund oder eine Katze hat, kennt das: Silvester ist kein Fest, sondern eine Zitterpartie. Viele Tiere – Haustiere wie Wildtiere – geraten durch das Geballer in echte Panik. Dazu kommen Menschen mit PTSD oder Angststörungen, für die die Knallerei alles andere als Feststimmung bedeutet. Und dann wäre da noch der Feinstaub, der in der Silvesternacht kurzzeitig Werte erreicht wie kaum zu einem anderen Zeitpunkt im Jahr.
Die Initiative will einen Schritt in Richtung ruhigere, umweltschonendere Alternativen machen. Kein komplettes Verbot – aber eine klare Einschränkung.
Wie stehen die Chancen auf Erfolg?
Ehrlich gesagt: nicht einfach. Der Bundesrat hat Nein gesagt, und als Hauptargument brachte er vor, die bestehenden Regeln zur Feuerwerksreglementierung seien bereits ausreichend. Dazu kommt, dass Feuerwerk für viele Leute einfach zur Tradition gehört – Neujahr, Nationalfeiertag, das ist halt so.
Trotzdem sollte man die Initiative nicht abschreiben. Der Tierschutz– und Umweltaspekt trifft bei immer mehr Menschen einen Nerv – gerade weil sie es selbst erlebt haben: der zitternde Hund, der Vogel, der gegen die Fensterscheibe fliegt, die Abfälle am nächsten Morgen. Volksinitiativen mit starkem Tier- und Umweltbezug haben in der Schweizer Geschichte schon öfter überraschend gut abgeschnitten. Es kommt auf die Debatte an – und wie gut die Initianten in der Abstimmungsphase informieren und mobilisieren.
Wann fällt ein endgültiger Entscheid?
Geduld ist gefragt. Der Weg einer Volksinitiative durch die Schweizer Institutionen dauert. Nachdem die Initiative im Oktober 2024 ans Parlament weitergeleitet wurde, beraten National- und Ständerat nun darüber – das kann Monate dauern, manchmal auch länger.
Die nächsten Schritte im Überblick:
- Parlamentsentscheid: Beide Kammern diskutieren, ob sie die Initiative unterstützen, ablehnen oder mit einem Gegenentwurf ergänzen wollen.
- Volksabstimmung: Unabhängig davon kommt die Initiative vors Volk. Frühestens Ende 2025, realistischer wohl 2026.
Bis dahin liegt der Ball beim Parlament – aber das Schlusswort hat das Volk.
Kann ich die Initiative noch irgendwie unterstützen?
Die Unterschriftenphase ist vorbei, ja. Aber das heisst nicht, dass man jetzt nichts mehr tun kann:
- Reden und teilen: Erzähl Freunden und Bekannten davon, poste in den sozialen Medien. Wer gut informiert ist, stimmt bewusster ab.
- Parlamentarier ansprechen: Du kannst dich direkt bei National- oder Ständeratsmitgliedern deines Kantons melden und deine Meinung einbringen. Das passiert öfter, als man denkt – und es wird wahrgenommen.
- Mitmachen: Lokale oder nationale Veranstaltungen, die auf die Probleme durch Feuerwerk aufmerksam machen, freuen sich über Unterstützung.
- Spenden: Wer möchte, kann die Initiative finanziell unterstützen – zum Beispiel direkt über die offizielle Eidgenössische Volksinitiative für eine Einschränkung von Feuerwerk.
Jede Stimme, die später an der Urne abgegeben wird, kann den Unterschied machen. Und bis dahin gilt: Je mehr Menschen das Thema kennen, desto besser.