Ernährung

So gelingt eine Futterumstellung beim Hund

Eine Futterumstellung beim Hund dauert zehn Tage und folgt einem festen Plan: Neues Futter schrittweise unter das alte mischen, dabei die Verdauung beobachten und bei Problemen die Phase verlängern.

3 Min Lesezeit
So gelingt eine Futterumstellung beim Hund
Inhalt
  1. Wann muss ich das Futter meines Hundes umstellen?
  2. Wie stelle ich das Futter meines Hundes richtig um?
  3. Was ist beim Wechsel von Nass- auf Trockenfutter anders?
  4. Warum ist der Wechsel von Trocken- auf Nassfutter einfacher?
  5. Was tun, wenn die Futterumstellung schiefgeht?

Dein Hund verweigert sein bisheriges Futter oder verträgt es nicht mehr? Eine Futterumstellung steht an – aber diesmal ohne die Verdauungsprobleme, die bei einem abrupten Wechsel drohen. Der Grund ist simpel: Die Darmflora deines Hundes hat sich an das bisherige Futter gewöhnt und braucht Zeit, um sich auf neue Inhaltsstoffe einzustellen.

Wann muss ich das Futter meines Hundes umstellen?

Ein Futterwechsel wird nötig, wenn sich die Lebensumstände deines Hundes ändern. Der Welpe braucht mit acht Monaten andere Nährstoffe als mit drei Monaten. Ein Senior ab sieben Jahren hat wiederum andere Bedürfnisse als ein ausgewachsener Hund.

Medizinische Gründe zwingen dich ebenfalls zur Umstellung: Futtermittelallergien, Nierenprobleme oder Übergewicht erfordern spezielles Futter. Manchmal änderst du auch einfach die Fütterungsart – von Trocken- auf Nassfutter oder umgekehrt.

Bei Allergien ist die schonende Umstellung besonders entscheidend. Ein zu schneller Wechsel kann die Symptome zunächst verstärken, bevor sie sich bessern.

Wie stelle ich das Futter meines Hundes richtig um?

Die bewährte Methode dauert zehn Tage und funktioniert mit allen Futterarten. Du mischst das neue Futter schrittweise unter das alte:

  • Tag 1-3: 75% altes Futter + 25% neues Futter
  • Tag 4-6: 50% altes Futter + 50% neues Futter
  • Tag 7-9: 25% altes Futter + 75% neues Futter
  • Ab Tag 10: 100% neues Futter

Beobachte deinen Hund täglich genau. Normaler, weicher Kot am ersten Tag ist kein Grund zur Sorge – das stabilisiert sich meist innerhalb von zwei Tagen. Bedenklich wird es bei anhaltendem Durchfall, Erbrechen oder Futterverweigerung.

Dann verlängerst du die aktuelle Phase um drei bis fünf Tage oder gehst einen Schritt zurück.

Was ist beim Wechsel von Nass- auf Trockenfutter anders?

Dieser Wechsel ist deutlich anspruchsvoller für deinen Hund. Nassfutter enthält 70-85% Wasser, Trockenfutter nur 8-12%. Die Verdauung muss sich komplett umstellen.

Plane für diese Umstellung drei Wochen ein – doppelt so lange wie normal. Verwende denselben Stufenplan, aber jede Phase dauert fünf statt drei Tage.

Entscheidend ist die Wasseraufnahme: Dein Hund muss jetzt deutlich mehr trinken. Stelle mehrere Wassernäpfe auf und wechsle das Wasser täglich. Trinkfaule Hunde profitieren von einem Trinkbrunnen oder warmem Wasser.

Ein Warnsignal: Dein Hund trinkt nach einer Woche immer noch nicht mehr als vorher. Dann brichst du die Umstellung ab und bleibst beim Nassfutter.

Warum ist der Wechsel von Trocken- auf Nassfutter einfacher?

Die meisten Hunde verkraften diese Umstellung problemlos. Das zusätzliche Wasser im Nassfutter belastet die Verdauung nicht – es erleichtert sie sogar.

Die Herausforderung liegt woanders: bei der Portionsgröße. Trockenfutter hat etwa viermal so viele Kalorien pro 100 Gramm wie Nassfutter. Wenn dein Hund bisher 200 Gramm Trockenfutter bekommen hat, braucht er jetzt etwa 800 Gramm Nassfutter für dieselbe Energiemenge.

Rechne die Kalorien um, nicht die Grammzahl. Die meisten Hersteller geben auf der Verpackung Richtwerte an – aber diese sind oft zu hoch. Orientiere dich an der bisherigen Kalorienmenge und beobachte das Gewicht deines Hundes in den ersten vier Wochen.

Normal ist übrigens, dass dein Hund jetzt weniger trinkt. Das Nassfutter deckt bereits einen Großteil seines Flüssigkeitsbedarfs.

Was tun, wenn die Futterumstellung schiefgeht?

Durchfall länger als drei Tage, Erbrechen oder komplette Futterverweigerung sind Stopp-Signale. Gehe zum vorherigen Mischverhältnis zurück und warte, bis sich alles normalisiert hat.

Manchmal ist das neue Futter schlicht ungeeignet für deinen Hund. Nach zwei gescheiterten Umstellungsversuchen solltest du ein anderes Futter wählen.

Bei schweren Symptomen – blutigem Durchfall, wiederholtem Erbrechen oder Teilnahmslosigkeit – gehst du sofort zum Tierarzt. Eine Futterumstellung kann bestehende Probleme aufdecken, die vorher unbemerkt waren.