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Darmflora

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Darmflora
Definition

Die Darmflora beim Hund ist eine Gemeinschaft aus über 100 Billionen Mikroorganismen im Verdauungstrakt – das sind zehnmal mehr als Körperzellen.

Inhalt
  1. Was leistet die Darmflora konkret?
  2. Wie erkennt man eine gestörte Darmflora?
  3. Was stört das bakterielle Gleichgewicht?
  4. Wie unterstützt man die Darmgesundheit?

Die Darmflora beim Hund ist eine Gemeinschaft aus über 100 Billionen Mikroorganismen im Verdauungstrakt – das sind zehnmal mehr als Körperzellen.

Die bakterielle Besiedlung beginnt bereits bei der Geburt. Welpen erhalten ihre ersten Darmbakterien durch den Geburtskanal und die Muttermilch. Bis zur achten Lebenswoche stabilisiert sich diese Grundausstattung.

Was leistet die Darmflora konkret?

Die Darmbakterien spalten unverdauliche Pflanzenfasern zu kurzkettigen Fettsäuren auf. Davon beziehen die Darmzellen 70 Prozent ihrer Energie – fehlen sie, wird die Darmwand geschädigt.

Bestimmte Bakterienstämme produzieren Vitamin K, das für die Blutgerinnung nötig ist. Ein Hund mit gestörter Darmflora kann daher zu Blutungen neigen.

Die Mikroorganismen trainieren das Immunsystem: Sie zeigen den Immunzellen, welche Stoffe harmlos sind und welche bekämpft werden müssen. 80 Prozent aller Immunzellen sitzen deshalb im Darm.

Wie erkennt man eine gestörte Darmflora?

Durchfall ist das offensichtlichste Zeichen. Aber auch chronisch weicher Kot, übermässige Blähungen oder häufiges Grasfressen können auf ein bakterielles Ungleichgewicht hinweisen.

Ein Hund mit gesunder Darmflora hat zwei bis drei feste Kotabsätze pro Tag. Der Kot riecht zwar, aber nicht penetrant süsslich oder faulig.

Was stört das bakterielle Gleichgewicht?

Antibiotika töten nicht nur Krankheitserreger, sondern auch nützliche Darmbakterien. Nach einer Antibiotikabehandlung erholt sich die Darmflora erst nach vier bis sechs Wochen.

Stress verändert die Bakterienzusammensetzung messbar. Bei gestressten Hunden sinkt die Anzahl der nützlichen Bifidobakterien um bis zu 40 Prozent. Das ist kein marginaler Effekt.

Einseitige Ernährung mit nur einer Proteinquelle reduziert die bakterielle Vielfalt. Hunde, die ausschliesslich Huhn erhalten, haben 30 Prozent weniger verschiedene Bakterienarten als Hunde mit abwechslungsreicher Kost.

Wie unterstützt man die Darmgesundheit?

Fermentierbare Ballaststoffe aus Kürbis oder Flohsamenschalen füttern die nützlichen Bakterien. Ein Esslöffel geriebener Kürbis pro 10 Kilogramm Körpergewicht täglich reicht dafür aus.

Kefir oder Naturjoghurt (laktosefrei) liefern lebende Milchsäurebakterien. Zwei Teelöffel täglich für einen 20-Kilogramm-Hund können das bakterielle Gleichgewicht stabilisieren.

Bei Futterumstellungen langsam vorgehen: ein Viertel neues Futter am ersten Tag, die Hälfte am vierten, drei Viertel am siebten. So hat die Darmflora Zeit, sich anzupassen.