Hundekauf & Züchter

Riskanter Online-Hundekauf: Warnsignale und Betrugsmaschen

3 Min Lesezeit
Riskanter Online-Hundekauf: Warnsignale und Betrugsmaschen
Inhalt
  1. Neue Gesetzeslücke verschärft das Problem
  2. Warnsignale beim Online-Hundekauf
  3. Persönlicher Kontakt statt Online-Kauf

Betrüger nutzen gefälschte Inserate, um ahnungslose Käufer auszunutzen: süsse Welpenbilder, günstige Preise und scheinbar seriöse Anbieter. Die Folgen sind kranke Hunde aus illegalen Importen oder Tiere, die nie existiert haben. Wie lassen sich unseriöse Angebote erkennen?

Neue Gesetzeslücke verschärft das Problem

Am 01. Februar tritt die revidierte Tierschutzverordnung in der Schweiz in Kraft. Der gewerbsmässige Import von Hunden unter 15 Wochen wird verboten. Das gilt auch für Privatpersonen – mit einer Ausnahme: Der Kauf von Hunden im Ausland für den Eigenbesitz bleibt erlaubt, sofern man die Tiere selbst abholt.

Diese Ausnahmeregelung ist problematisch: Sie öffnet unseriösen Verkäufern Tür und Tor. Keine Herkunftsnachweise, keine Überprüfung der Zuchtbedingungen. (Siehe hierzu der Beitrag des Zürcher Tierschutz auf unserem Portal: Unseriöser Welpenhandel: Tatort ins Ausland verschoben)

Verkäufer können Welpen online anbieten und Käufer dazu bringen, die Tiere selbst abzuholen. Ohne gesetzliche Kontrollen steigt das Risiko, Opfer eines Betrugs zu werden oder unwissentlich einen kranken, schlecht sozialisierten Hund aus Massenzucht zu übernehmen.

Warnsignale beim Online-Hundekauf

Illegale Welpenverkäufer nutzen verschiedene Täuschungstaktiken. Diese Warnsignale solltest du kennen:

  • Kein Kaufvertrag: Der Kauf eines Hundes sollte immer schriftlich geregelt sein. Der Vertrag dokumentiert Gesundheitszustand, Zuchtbedingungen und Verantwortlichkeiten. Fehlt er, fehlen auch wichtige Informationen und rechtliche Absicherung.
  • Massenhafte Angebote: Derselbe Verkäufer bietet viele Tiere an, die nicht miteinander verwandt sein können, oder kündigt alle paar Wochen einen neuen Wurf an. Das deutet auf gewerblichen Handel und Massenzucht hin.
  • Unvollständige Fotos: Fehlen Fotos des Muttertiers, des ganzen Wurfs oder der Zuchtstätte, ist Vorsicht geboten. Der Welpe allein reicht nicht aus.
  • Gefälschte Bilder: Dasselbe Hundefoto auf mehreren Verkaufsplattformen? Nachträglich bearbeitete oder KI-generierte Hintergründe? Unterschiedliche Namen für dasselbe Tier auf verschiedenen Fotos? Alles Hinweise auf Betrug.
  • Dumping-Preise: Geschichten wie „das ist der letzte Welpe aus dem Wurf, den niemand haben wollte“ sollen Billigpreise rechtfertigen. Informiere dich über realistische Welpenpreise. Seriöse Züchter können gesunde Hunde nicht zu Billigpreisen anbieten.
  • Kein Interesse an deinen Lebensumständen: Ein seriöser Verkäufer will sicherstellen, dass der Hund in ein passendes Zuhause kommt. Fragt er nicht nach Platz, Erfahrung oder Lebenssituation, ist das ein deutlicher Hinweis auf unseriösen Handel.
  • Fehlender Chip: In den meisten Ländern müssen Welpen vor dem Verkauf gechipt und registriert sein. Fehlt die Kennzeichnung, ist die Herkunft nicht nachvollziehbar – ein Indiz für illegalen Handel.
  • Keine Besichtigung möglich: Ein seriöser Züchter ermöglicht dir immer, den Welpen und das Muttertier vorab zu sehen. Wird dir das verweigert, kannst du weder die Bedingungen noch den Zustand der Tiere überprüfen.

Bei Vier Pfoten kannst du dir online eine Checkliste für den verantwortungsvollen Hundekauf herunterladen.

Persönlicher Kontakt statt Online-Kauf

Der Hundekauf sollte nicht online erfolgen. Ein verantwortungsbewusster Hundekauf erfordert immer, dass du den Verkäufer und den Hund persönlich triffst, um die Herkunft des Tieres sowie die Zuchtbedingungen genau zu prüfen. Nur so stellst du sicher, dass du einem gesunden und artgerecht gezüchteten Hund ein Zuhause gibst.

Kein Kauf aus Mitleid

Kaufe nicht aus Mitleid. Du „rettest“ diesen Welpen nicht. Du schaffst nur Platz für das nächste Elend.

Wenn du einen Hund adoptieren möchtest, setze auf seriöse Tierheime oder anerkannte Züchter, die transparent arbeiten und bei denen du sowohl den Hund als auch die Zuchtbedingungen vorab persönlich kennenlernen kannst.

Indem du auf persönliche Begegnungen setzt, schützt du dich nicht nur vor betrügerischen Anbietern, sondern sorgst auch dafür, dass die Tiere aus verantwortungsbewusster Zucht die Chance auf ein gutes Leben bekommen.